Wenn die Lobby versagt: Das Problem mit der Button-„Lösung“

"Ab August müssen Onlinehändler einen "Kaufen"-Button einbinden, damit nicht noch mehr Menschen in Abofallen tappen."

Dieser eine Satz verdeutlicht den ganzen Wahnwitz der sogenannten "Button-Lösung", die sicherlich vielen nützt, aber garantiert nicht dem eigentlich Zweck dient, nämlich Verbraucher vor Abofallen zu schützen.

Der Online-Handel hat sich mit der Dumpf-Button-Lösung nicht nur eine zusätzliche Conversion-Bremse eingefangen, sondern sich einmal mehr über den Tisch ziehen lassen, diesmal vom Gesetzgeber, der – "Zensursula" lässt grüßen – wieder nicht das Übel an der Wurzel gepackt, sondern Betriebsamkeit vorgeschützt und unter dem Vorwand des Verbraucherschutzes den kompletten Online-Handel ins Zwielicht gerückt und für das Treiben halbseidener Abofallensteller in Sippenhaft(ung) genommen hat.

Wann wacht der Online-Handel endlich auf?

Was würde eigentlich der Online-Handel noch so alles mit sich machen lassen? Würde heute jemand ein Verbraucher-Schutzgeld für den E-Commerce einführen, so könnte man davon ausgehen, dass die Onliner ohne großes Murren dabei wären, natürlich nicht, ohne vorher – "professionell" angeleitet von Fachpresse und Schutzgeld-"Experten" – intensiv darüber zu räsonieren, ob es nun besser ist, in kleinen oder in großen Scheinen zu zahlen.

Wenn man verfolgt, wie heute andernorts von Online-Seite frühzeitig Stimmung gemacht wird, um die schlimmsten Fehlentwicklungen zu verhindern ("Wie diese Woche Politikgeschichte geschrieben wurde"), ist es schockierend zu sehen, wie unbedarft es der Online-Handel angehen lässt und wie er sich als williges Opfer von einer Schlachtbank zur nächsten führen lässt.

Sind sich Online-Händler eigentlich bewusst, dass sie aktuell komplett ohne Lobby dastehen und deshalb der ideale Spielball sind – für Politik, für Medien, für Dienstleister oder für wen auch immer, der sich an ihnen schadlos halten will? Man fragt sich manchmal, ob sich der Handel überhaupt eine Vorstellung davon macht, wo er aktuell überall über den Tisch gezogen wird.

Wann setzt sich der Online-Handel endlich zur Wehr?

Es hilft eben nichts, sich in seinem Online-Idyll einzurichten, blind den als Anwälte und Experten/Berater getarnten Verkäufern zu vertrauen und unterdessen tatenlos zuzusehen, wenn Gesetzgeber geschäftsschädigende Gesetze erlassen, wenn Gewerkschaften Online-Händlern allzu fahrlässig den Garaus machen. Oder sich insgeheim ins Fäustchen zu lachen, wenn Zalando oder Amazon medial am Pranger stehen.

Hier begänne professionelle Lobby-Arbeit. Hier gälte es, sich für den Online-Handel stark zu machen und den betroffenen Unternehmen zur Seite zu springen, nolens volens, denn letztlich sitzt der gesamte Online-Handel in einem Boot. Mal trifft es den einen, mal den anderen Händler.

Je erfolgreicher ("Online-Dynamik gewinnt 2012 weiter an Fahrt") und je präsenter der Online-Handel im öffentlichen Bewusstsein wird, desto attraktiver wird er für Anfeindungen jedweder Art, für mediale (Schmutz-)Kampagnen, gesetzliche Stolperfallen und alles, was den Alteingesessenen nicht wehtut, aber einer aufstrebenden Branche den Aufstieg erheblich erschweren kann.

Wie lange lässt der Online-Handel das noch mit sich machen und sich einen Button nach dem anderen aufdrücken? Wann setzt er auf eine professionelle Lobby und verschafft sich endlich auch öffentlich Gehör?

Wir verfolgen diese Entwicklung nun seit über 7 Jahren mit zunehmender Verwunderung, hat man doch das Gefühl, dass es mit allem vorangeht, nur die Emanzipation des Online-Handels nimmt eher ab als zu. Da vertraut man weiter lieber seinen falschen Freunden und vermeintlichen Verbündeten als sein Schicksal endlich selber in die Hand zu nehmen. Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel.

Frühere Beiträge zum Thema:



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39 replies

  1. …“Würde heute jemand ein Verbraucher-Schutzgeld für den E-Commerce einführen, so könnte man davon ausgehen, dass die Onliner ohne großes Murren dabei wären, natürlich nicht, ohne vorher – „professionell“ angeleitet von Fachpresse und Schutzgeld-„Experten“ – intensiv darüber zu räsonieren, ob es nun besser ist, in kleinen oder in großen Scheinen zu zahlen.“…
    Lol, schön rausgestellt! Wo sind die Handelsverbände? Warum tun sie nichts? bzw. nicht das richtige?

  2. Großartiges Statement.

  3. das trifft es auf den Punkt.

  4. Wobei die Frage ist, ob es in dem Fall den Wind wirklich wert ist. Wenn man sich die Formulierungen mal anschaut, ersetzt man als Shopbetreiber einfach „Bestellen“ durch „Kaufen“ und genügt dem Gesetz und ich glaube nicht, dass das ein Conversion-Killer ist:
    http://www.golem.de/news/onlineshops-button-loesung-muss-bis-31-juli-2012-umgesetzt-werden-1207-93261.html
    Aber grundsätzlich hast Du absolut recht, der Online-Handel hat keine Lobby. Und diejenigen, die eigentlich Lobby-Arbeit machen müssten (Otto & Co.), schlagen sich lieber (noch) auf die Seite des etablierten Handels.

  5. jede wette, dass die nächste K5 ein Lobby-Panel bekommt, gelle?

  6. @Claus
    das reine umbenennen genügt definitiv nicht! – evtl. sollten Sie sich das Gesetz mal durchlesen bevor solche Kommentare eingestellt werden.
    vgl: http://www.haendlerbund.de/hinweisblaetter/finish/1-hinweisblaetter/99-button-loesung
    vgl: http://www.it-recht-kanzlei.de/button-loesung-händler.html
    vgl: http://www.shopbetreiber-blog.de/2012/06/04/button-loesung-bestellseite/
    das witzige ist das bereits diese 3 „Idealvorschläge“ sich für Juristen so unterscheiden, das man durchaus je nach Verständnislage abmahnen kann – was die Gerichte sagen muss erwartet werden, aber die meisten Juristen gehen davon aus das z.B.: die Bezeichnung „Kaufen“ selbst nicht gerecht wird, auch wenn dies in den Verhandlungen so genannt wurde. Ähnliches gab es in der Vergangenheit auch bei der Widerrufsbelehrung welche selbst das BMJ über mehrere Anläufe nicht rechtssicher hinbekommen hat.

  7. Danke für das positive Feedback!
    @Claus mein Lieblingsbeispiel ist Expedia. Der neue Checkout-Prozess ist ein Irrsinn (und der alte war nun wirklich nicht betrügerisch)
    @Carsten gerne bekommt die K5 ein Lobby-Panel, nur müsste die Initiative von Handelsseite ausgehen. Wer initiativ werden will, ist herzlich willkommen
    @Michael apropos Handelsverbände: Christoph Wenk-Fischer hat nochmal zusammengeschrieben, was der bvh im Vorfeld getan hat: http://blog.bvh.info/bvh-blog/blog-post/2012/08/01/und-nochmal-die-buttonloesung-ist-ueberfluessig-wie-ein-knopf/

  8. Unterschlagen wird hier, dass der Kampf, den es durchaus gab, in Brüssel verloren wurde. Dass es einen eindeutigen Button geben muss, steht schon in der Verbraucherrechte-Richtlinie.
    Dass es nicht noch schlimmer geworden ist, verdanken wir durchaus der Lobbyarbeit u.a. durch den bvh auch in Deutschland.
    Nebenbei gefragt: Wieviele der hier mitlesenden Betroffenen sind eigentlich Mitglied in einem Interessenverband?

  9. @Jochen: Vielen Dank für deinen Beitrag zu der sehr wichtigen Diskussion und für den Hinweis auf meine Zusammenfassung der „Geschichte der überflüssigen Buttonlösung“.
    @Carsten + Jochen: Ich finde es eine gute Idee, in dem Rahmen darüber zu diskutieren, wie wir die Stimme des Online-Handels weiter stärken können. Bin gerne dabei!
    @KB: Die Einschätzung zur Rechtsunsicherheit der Buttonlösung teile ich und habe dazu in meinem Beitrag, auf den Jochen hingewiesen hat, geschrieben. Und stimmt: Die erste Widerrufsbelehrung hatte keinen Bestand. Das lag aber m.E. daran, dass man unserer Branche mit der damaligen Verordnung wenigstens Unterstützung gegen die möglichen irrsinnigen Folgen und die massenhafte ersatzlose Vernichtung von (Waren-)Werten bieten wollte (Stichwort: „14 Tage gratis Ausleihe“). Aufgrund diverser Klagen von v.a. Verbraucherschutzverbänden haben die Gerichte die Verordnung gekippt, weil sie für die Händler liberaler, als das zwingende EU-Recht war. Wir sind froh, dass wir im jetzigen Text beim Wertersatz wenigstens ausdrücklich den Bezug auf die Prüfung nur “ … so wie es im Ladengeschäft möglich und üblich ist“ erreicht haben.

  10. @KB demnach wäre der Bestellprozess bei Amazon auch gesetzwidrig (Button: „Jetzt kaufen“) ? Schwer vorstellbar. Ich denke, was Jochen mit Lobby-Arbeit meint, ist, dass bereits bei der Ausarbeitung der Gesetze entsprechend Know-How eingebracht werden muss, so dass am Ende nicht nur die „Abmilderung des gröbsten Unsinns“ bleibt, sondern von Anfang an ein vernünftiges Gesetz. In diesem Fall stehen nämlich Nutzen und Schaden in keinem sinnvollen Verhältnis.

  11. @Claus
    Amazon hält sich doch regelmäßig nicht an Gesetze (vgl: UST eBooks + Gewerbl., verletzung Kartellvorschriften Marketplace, regelmäßig PANGV, Lockvogelangebot SonderVK etc..) – das ist doch nix neues und bei großen Unternehmen teils gang und gäbe, da denen ein Rechtsstreit mit 100′ Kosten fast egal ist. Die Masse an Shopbetreibern kann das aber nicht so einfach machen.
    @Christoph Wenk-Fischer (bvh)
    Das mit dem „wollte schützen“ stimmte damals ja. Dumm nur das man diesen Schutz nicht ins Gesetz sondern nur in den Anhang getextet hatte. Den letzters ist dummerweise nicht Rechtsbindend… und eben jenes Versagen des BMJ sehe ich bei der derzeitigen Bastel-Button-Lösung auch. Mann wollte ja nur die schwarzen Schaafe, hat aber dann gleich ein Unsicherheitsmonster hoch 3 erschaffen und auf alle losgelassen, denn an juristischer Schwammigkeit sind einige Passagen leider nicht zu überbieten.

  12. Die meisten der politischen Entscheider sind einfach bei dem Thema Onlinehandel absolut überfordert. Es ist doch unsinnig zu denken, mit dieser Button-Lösung werde ein Mißbrauch eingedämmt. Eventuell könnten Frau Aigner & Co. mal jemand erklären, dass die „Abofallen“ nur einen winzigen Bruchteil des Onlinehandels ausmachen. Dummer, blinder, überflüssiger politischer Aktionismus ohne Nutzwert für den Verbraucher.

  13. Ein hervorragender Artikel! Vielen Dank!

  14. @KB, da hast Du wohl recht, aber das ist ja noch ein weiteres Problem, bei der Online-Gesetzgebung. Sie ist so schwammig, dass sie vor jedem Gericht im Streitfall anders interpretiert wird und überhaupt keine Rechtssicherheit schafft, sondern nur die Tür für weiteren Betrug und Abzocke (Stichwort Abmahn-Anwälte) öffnet. Mit dem Ziel, die eine Abzocke einzudämmen, wird die andere gefördert.

  15. Rückblick auf die Expertenrunde, die im Rechtsausschuss zur „Button-Lösung“ gehört wurde: http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_02/2012_062/01.html
    Wer sich also für die Gesetzesänderung bedanken möchte, findet im Text die Lobby-Vertreter.

  16. Na, da waren sich ja alle einig. Danke für den Link!

  17. Warum sollte der Button „kaufen“ o.ä. für Verbraucher ÜBERFLÜSSIG sein? Es gibt eine Menge Kostenloses im Netz zu bestellen – und genau an dieser Erwartung setzten Abzocker an, die irgendwo im Kleingedruckten ein Bezahl-Angebot versteckten. Jede Menge Leute sind auf sowas rein gefallen.
    Die Buttonpflicht verdirbt den Abzockern das Geschäftsmodell, weil nun glasklar ist, wann eine Bestellung Kosten nach sich zieht.
    Andrerseits sehe ich nicht, warum ein solcher Button am Kauf hindern sollte. Wenn ich etwas kaufen will, hab ich keinen Grund, mich von diesem Button abschrecken zu lassen. Er schreckt nur jene ab bzw. klärt sie auf, die sich im Irrtum befinden, hier etwas kostenlos bestellen zu können. Und das ist ja genau der Zweck des Gesetzes.

  18. @ClaudiaBerlin: Ich will es mal so ausdrücken: Auch vor der Button-Lösung und bereits bestehender gesetzlicher Regelungen und rechtskonformer Anforderungen an Online-Shops wurden Verbraucher Opfer von Betrügereien. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern!
    Wer blauäugig glaubt, eine gesetzliche Vorschrift würde Abhilfe schaffen, sollte sich fragen, warum jeden Tag Betrüger vor deutschen Gerichten stehen…die Gesetze, die das verhindern sollten existierten bereits vor deren Taten.
    Sie glaube doch nicht im Ernst, dass Betrüger seit dem 01.08. aufgehört haben, z.B. Mahnungen und Inkasso-Schreiben an arglose Verbraucher zu senden, in der Hoffnung, dass Lieschen Müller schön brav bezahlt!

  19. Was ist jetzt genau dein Problem? Vor lauter Geschwafel habe ich leider den Sinn dieses Artikels nicht verstanden.

  20. Endlich mal einer der KLARTEXT redet/schreibt! Balsam für jede Online-Händler-Seele !
    WAS WOLLEN WIR UNS NOCH ALLES GEFALLEN LASSEN? ES REICHT !!!
    WIR MÜSSEN UNS ENDLICH ZUSAMMEN TUN !
    Online-Händler-UNITED !

  21. Wenn ich den obigen Link der angeblichen „Expertenrunde im Rechtsausschuss des Deutschen Bundestages zur Button-Lösung“ durchlese, dann kann ich beim besten Willen nicht sehen, wo hier „(Internet)-Experten“ am Werk gewesen sein sollen ?
    Wie können diese „Experten“, allen voran der Herr Föhlisch von Trusted-Shops (welcher die Materie ja an sich am besten kennen sollte!), denn nur so blauäugig sein und glauben, dass wenn man den bereits bestehenden Betrugs-Gesetzen ein weiteres Gesetz „hinterher wirft“, die Betrüger plötzlich lammfromm werden und ab sofort nicht mehr betrügen ?
    Ein Kauf in einem Abofallen-Online-Shop war schon immer nicht rechtswirksam, da nicht gesetzeskonform über die anfallenden Kosten informiert worden ist. Wer dann trotzdem nach massiver Einschüchterung mittels Mahnung, Zwangsvollstreckung und Inakssobüros trotzdem gezahlt hat, war … sorry für den Ausdruck … einfach nur blöd !
    Das „Geschäftsmodell“ dieser Abofallen-Betrüger war es auch niemals den Kunden einen gesetzteskonformen Vertrag unterzujubeln, das „Geschäftsmodell“ war es mittels Mahnung und Inkassobüros dem Kunden glauben zu machen er hätte einen kostenpflichtigen Vertrag mit dem Abofallen-betreiber abgeschlossen. Um dieses „Geschäftsmodell“ betreiben zu können, war es (wie es sich herausgestellt hat) noch nicht einmal nötig online Artikel anzubieten, sondern eine Adressdatenbank mit Adressen diverser „Kunden“ war völlig ausreichend, so dass dann teilweise 90-jährige Omas und Opas ohne Internetanschluss mittels Drohschreiben von Inkassobüros zur Zahlung gemahnt worden sind, obwohl diese nicht eine einzige Sekunde auf der angeblichen Internetseite verbracht haben, geschweige denn, dort einen Artikel gekauft haben.
    Wie bitteschön soll die jetzige „(Dumpf)-Button-Lösung“ es verhindern, dass diese Abofallen-Betrüger nun nicht einfach weiterhin ihr auf Einschüchterung mittels Mahnschreiben beruhendes „Geschäftsmodell“ betreiben und weiterhin munter Mahnschreiben versenden und es auch weiterhin unwissende Verbaucher gibt, welche brav zahlen, nur um dem Ärger aus dem Weg zu gehen ?
    Haben unsere Bundestags-„Experten“ mal darüber nach gedacht ?
    Und während ein seriöser Online-Shop-Betreiber (welcher sich noch niemals etwas zu schulden kommen lassen hat und bisher nur 100% zufriedene Kunden hatte) jetzt dank unserer „Experten“ aus der Politik quasi ständig mit einem Bein in der Insolvenz steht, nur weil er stündlich befürchten muss, dass sich bald eine der sicherlich grössten Abmahnwellen in der geschichte des Online-Handels in Bewegung setzt, sind die wirklichen Betrüger mit Geschäftssitzen im Ausland auf irgendwelchen Inseln bzw. Briefkastenadressen trotz „Button-Lösung“ weiterhin praktisch unangreifbar !
    Ich habe wirklich ANGST davor, was sich diese „Experten“ aus dem Bundestag als nächstes einfallen lassen !?
    Mein (im Moment) leider einziges FAZIT:
    Beim nächsten mal PIRATEN WÄHLEN !
    Obwohl man in bezug auf die PIRATEN sicherlich geteilter Meinung sein kann, eines ist sicher: Die PIRATEN sind derzeit die EINZIGE PARTEI, wo die Führungsspitze und die Mitglieder wirkliche Ahnung vom Internet haben !
    Ansonsten … Gute Nacht Deutschland !
    Ein (noch deutscher) Online-Shop-Betreiber und Wähler !

  22. @KB: also ich kenne den Gesetzestext schon. Aber so, wie ich es sehe, hat amazon das schon richtig implementiert. Der Button ist zwar oben und nicht unten, aber es ist alles Wesentliche auf der Seite zusammengefasst und die Beschriftung stimmt auch.
    Wenn ich amazon wäre, dann würde ich es bei einer Abmahnung auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen….

  23. @ka.os: jetzt ja, der Kommentar war auch vom 1.8 – da konnte man zeitweise sogar 2 (!) verschiedene Bestellbuttons bewundern, wobei eben der Button zwingend unten stehen muss – aber die großen juckt sowas nicht, vor allem da die 08/15 Abmahner an die sich eh nicht ran trauen;

  24. @KB Plus Amazon & Co. rechnen schnell aus, was eine etwaige Strafe gegenüber verlorenem Geschäft kostet und zahlen dann im Ernstfall lieber die Strafe. Dieses Gesetz trifft vor allem die Unzahl von kleinen Online-Händlern. Den Link zur „Experten-“ Runde fand ich sehr aufschlussreich. Es wurde kein einziger Vertreter des Online-Handels gehört, der TS-Vertreter war der einzige, dem man noch sowas wie Kenntnis der Materie unterstellen konnte und der hat auch prompt auf die Schwierigkeiten hingewiesen, sich aber auch nicht dagegen gestellt. Wenn man sich vorstellt, dass andere Gesetze durch ähnlich kompetente Beratung entstehen, muss man sich nicht wundern, dass soviel Murks bei der Gesetzgebung rauskommt.

  25. Warum hat Trusted Shops in der Expertenrunde ein positives Feedback zu dem Gesetz gezogen? Weil das Beste herausgeholt wurde was möglich war! Hätten Verbände und Unternehmen wie TS eine Fundamentalopposition aufgebaut, so hätte die Politik gemeinsam mit Verbraucherschützern die Maximalvariante durchgedrückt. Gerade die kleineren Händler würden dann richtig alt aussehen! So haben wir, glücklicherweise eine für alle Seiten akzeptable Lösung erhalten.
    Und trotzdem ist dieses Gesetz natürlich überflüssig und ärgerlich. Es wird seinen Zweck genau null erfüllen und sorgt nur für unnütze Gängelung.

  26. @Ingmar Böckmann: Ich verstehe Ihre Argumentation nicht – einerseits meinen Sie: „[…]Weil das Beste herausgeholt wurde was möglich war![…]“.
    Und andererseits:
    „[…]Und trotzdem ist dieses Gesetz natürlich überflüssig und ärgerlich. Es wird seinen Zweck genau null erfüllen und sorgt nur für unnütze Gängelung.[…]“
    Was denn nun? Wenn das Beste, was bei so einer Anhörung rauskommt, ein solcher Unsinn ist, dann sollte man sich über den Kreis der gehörten „Experten“ Gedanken machen!
    Hätten Verbände und Unternehmen wie TrustedShops die Nachteile und Unsinnigkeiten klar herausgestellt, könnten diese heute wenigstens ruhigen Gewissens behaupten, sie hätten alles versucht.
    Wahrscheinlich war aber auch für TrustedShops der kommerzielle Reiz unwiderstehlich, wird dort nicht zuletzt Geld mit Rechtsberatung juristisch verunsicherter Online-Händler verdient. Und wenn ich mir z.B. die Angebote von IT-Rechtskanzleien ansehe, die u.a. 150 Euro für eine „Button-Prüfung“ veranschlagen, werde ich den Eindruck nicht los, dass die Gesetzesänderung auch durch kommerzielle Interessen geprägt ist.
    Bemerkenswert ist im übrigen auch die Tatsache, dass sich bei der Anhörung der „Expertenrunde“ (http://www.bundestag.de/presse/hib/2012_02/2012_062/01.html) und auch in der Stellungname von Felix Braun (Mitglied des gehörten Rechtsausschusses) http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a06/anhoerungen/archiv/17_Kostenfallen/04_Stellungnahmen/Stellungnahme_Braun.pdf kein einziges Wort über Sinn und mögliche Probleme mit der Erweiterung der Pflichtinformationen verloren wurde!

  27. @DS Genau, offensichtlich haben die Online-Rechtsberater eine Lobby. Wer sitzt im Bundestag? Beamte, Lehrer und Juristen!
    Alles klar?

  28. @DS Das Beste herausgeholt bedeutet, dass die Politik entschlossen war ein Gesetz zu machen und die Lobby den bestmöglichen Kompromiss erzielt hat. Das dieses Gesetz überflüssig ist war jedem, ausser Politikern und Verbraucherschützern vollkommen klar.
    Christoph Wenk-Fischer hat doch klar geäussert welches die Alternativen gewesen wären.

  29. @Ingmar Böckmann Die Worte von Christoph Wenk-Fischer in allen Ehren, aber er zählte leider nicht zum Personenkreis der Anhörung durch den federführenden Rechtsausschuss und hatte demnach nicht die intervenierenden Möglichkeiten des genannten Personenkreises.
    Die Einzigen, bei der Anhörung den Handel hätten vor den fraglichen Entscheidungen schützen können, also entsprechenden Einfluss gehabt hätten, waren:
    – Dr. Peter J. Schröder (HDE) und
    – Dr. Carsten Föhlisch (TrustedShops)
    Die weiteren Mitglieder sind in meinen Augen nur in geringem Maße Unterstützer der Online-Händler (z.B. vzbv) und andere wohl eher Nutznießer der Gesetzesänderung (z.B. die Vertreter der Juristen-Lobby, im Übrigen in ihren Statements grundsätzlich naturgemäß nur die juristischen Auswirkungen betrachtet haben.)
    Diesen Beiden (HDE und TrustedShops), durch ihre Nähe zu den Online-Händlern und ihre juristischen Kenntnisse, hätte das Ausmaß der Probleme klar sein müssen und sie hätten mit allen Mitteln und aller Vehemenz deutlich machen müssen, dass die Gesetzesänderung keinen wirklichen Nutzen für den Verbraucher hat und die damit einhergehenden Verpflichtungen für Online-Händler nicht nur zusätzliche Rechtsunssicherheit schaffen, sondern auch einen erheblichen Aufwand bedeuten.
    Statt dessen brüstet man sich mit der lächerlichen Leistung, die „Doppel-Klick-Lösung“ verhindert zu haben und lenkt vom eigenen Versagen ab. Anders kann ich mir nicht erklären, warum ausgerechnet TrustedShops in seinem Artikel – http://www.shopbetreiber-blog.de/2012/08/02/button-loesung-vorwurf-der-untaetigkeit/ – davon ausgeht, dass sich die Kritik von Jochen Krisch hauptsächlich gegen den BVH richtet.
    Und auch der Beitrag von Dr Peter J. Schröder – http://www.einzelhandel.de/pb/site/hde/node/1573008/Lde/index.html – klingt für mich eher wie Hohn. Plötzlich sind alle Probleme klar vorhersehbar?
    Ich beleibe dabei: Hätten Verbände und Unternehmen wie TrustedShops die Nachteile und Unsinnigkeiten klar herausgestellt, könnten diese heute wenigstens ruhigen Gewissens behaupten, sie hätten alles versucht. Aktuell scheint es eher so, als müssen sich die Online-Händer neue Vertraute suchen.
    BTW: Meine Kritik richtet sich hauptsächlich gegen die oben genannten und deren Untätigkeit, den Vorhaben zu den erweiterten Pflichtangaben (möglicherweise aus Eigennutz?!) nicht widersprochen zu haben. Die Änderung der Beschriftung des „Kaufen-Buttons“ ist das geringste Problem und steht wohl auch nicht so stark in der Kritik der Händler. Den BVH trifft m.E. nur die Mitschuld, eventuell nicht laut genug getrommelt zu haben, um den Sinn der Gesetzesänderung deutlicher in Frage zu stellen.

  30. Erstaunlich ist, dass kaum ein Verbandsverantwortlicher sich mit dem Gesetzestext auseinandersetzt. Problematisch ist nicht der Button, sondern die Preisangaben und die Merkmale der Waren und Dienstleistungen. Kaum einer Webseite gelingt die vom Gesetz geforderte Darstellung. Es wird wieder Jahre dauern, bis die Rechtsprechung hier Ordnung schafft und einige Händler werden wieder darüber verzweifeln. Leider.

  31. Auf Trittbrettfahrer wie Euch haben wir hier gerade noch gewartet. Die Rechnung für den Werbelink schicken wir dann direkt an die Kanzlei.

  32. Großes Lob sehr guter Beitrag.
    Eventuell könnte man sich auch mal an die zuständige IHK wenden. Die haben doch meist einen Referenten für Handel und dieser sollte sich dann auch für den Onlinehandel stark machen. Und die IHK ist ja ne riesige Lobbyfraktion.

  33. @ DS,
    trifft 100% meine Spekulation die mich auch schon länger treibt.
    Rein theoretisch müsste es für Verbände und Unternehmen wie TS ja gut sein, wenn es rechtlich schwierig bleibt. Sonst bräuchte man sie ja nicht.
    Sind jetzt aber wirklich nur Gedankengänge ohne jeglicher fundierter Basis.

  34. @DS
    Kann diese Vermutung gegen TRUSTED-SHOPS nur bestätigen, denn meine KRITIK an TRUSTED-SHOPS wird auf dem von TRUSTED-SHOPS betriebenen BLOG http://www.shopbetreiber-blog.de/2012/08/02/button-loesung-vorwurf-der-untaetigkeit/ permanent immer wieder gelöscht !
    KRITIK an TRUSTED-SHOPS, welche u.a. als direkt am Entscheidungsprozess Mitbeteiligte der jetzigen „Button-Lösung“ zugestimmt haben, aber immer so tun, als würden sie (ohne eigene Interessen) allein nur im Sinne der Online-Shop-Betreiber handeln, ist, was mich sehr wundert, bei TRUSTED-SHOPS also scheinbar unerwünscht ?!
    Hier meine kritischer Beitrag, welchen TRUSTED-SHOPS offenbar nicht mag:
    Wenn TrustedShops wirklich der einzige „Lobby“-Vertreter der Online-Shop-Gemeinde war, dann ist es ein ARMUTSZEUGNIS für TrustedShops, dass man eine solche „(Dumpf)-Button-Lösung“ jetzt auch noch als „Erfolg“ zu verkaufen versucht ! P.S.: Gegen einen „EINHEITS-BUTTON“ (z.B. „JETZT KAUFEN“, was dem englischen „BUY NOW“ entspricht) hätte sicherlich niemand etwas gehabt. Aber das wir jetzt eine „Lösung“ haben, welche quasi alle (vor allem die kleinen) seriösen Online-Shop-Betreiber (welche sich noch niemals etwas zu schulden kommen lassen haben und bisher i.d.R. 100% zufriedene Kunden haben) in „Sippenhaft“ zu den „Abo-Fallen-Betrügern“ nimmt, ist eine UNVERSCHÄMTHEIT !!! LANGE WERDEN WIR UNS DAS NICHT MEHR BIETEN LASSEN !!! Spätestens bei den nächsten Wahlen wird die derzeitige Bundesregierung (zumindest von mir !) ihren „Denkzettel“ erhalten ! Ich werde 100%-ig die PIRATEN WÄHLEN ! Obwohl man in bezug auf die PIRATEN sicherlich geteilter Meinung sein kann, aber eines ist sicher: Die PIRATEN sind derzeit die EINZIGE PARTEI, wo die Führungsspitze und die Mitglieder wirkliche Ahnung vom Internet haben ! Ansonsten … Gute Nacht Deutschland !
    Ein (noch deutscher) Online-Shop-Betreiber und Wähler !

  35. Der Artikel bringt es auf den Punkt: Dem Onlinehandel wird ein Stolperstein nach dem anderen in den Weg geworfen.
    Erst durch diesen Artikel ist mir bewusst geworden, dass die Onlinehändler keine gemeinsame Interessenvertretung haben. Das wäre dringend erforderlich.
    Zu meinen Kunden gehören viele Shop-Inhaber. Dadurch verfolge ich seit Jahren hautnah die ständigen Änderungen und Einschränkungen, die dem Onlinehandel auferlegt werden.
    Hinzu kommt, dass die Kunden in der heutigen Zeit durch das Internet tendenziell besser informiert sind und sich besser vor betrügerischen Absichten schützen können. Ich habe selber schon einige verdächtig erscheinende Shops gegoogelt und hilfreiche Forenbeiträge gefunden, die mich mutmaßlich vor Schaden bewahrt haben.
    Vor Betrug und Bauernfängerei muss der Kunde natürlich geschützt werden. Doch die Maßnahmen dazu sollten den Onlinehandel nicht immer wieder ins Unrecht setzen und damit eine ewig sprudelnde Quelle für Abmahnungen darstellen.

  36. Vorbildlich provoziert. Zustimmung garantiert. Empörung sowieso. Ich hätte mir nur gewünscht, dass der Artikel hält, was die Einleitung verspricht.
    Die Verpflichtung auf einen glasklar leuchtenden [kaufen] Button ist eine gute Sache. Dem kann niemand ernsthaft widersprechen.
    Der Haken ist, er löst kein einziges Problem, das redliche Leute mit dem Kaufen im Internet haben. Dass damit die Plage der Abofallen und sonstigen Abzock-Tricksereien auch nur eingedämmt wird, ist jedenfalls ein Märchen, an das Politiker/innen wohl selbst nicht glauben.
    Das Problem mit der Lobby sehe ich in der chronischen Kurzsichtigkeit auf das unmittelbare Eigeninteresse. So lange die Leute, die sich mit der Materie auskennen, sich nicht um Spamlawinen, Abmahnungszocker, Abotrickser, Viren, Trojaner, sonstige Malware kümmern, muss man kein Mitleid haben. Ersatzweise auf Politiker und Lobbyisten zu setzen, bringt genau die Ergebnisse, die man von diesen Leuten erwarten darf. Denn sie tun nur das, was sie wissen, kennen und können.
    Sicher. Bei Trost kann niemand ausgerechnet die Onlinehändler für all die Plagen verantwortlich machen, die das Internet so speziell machen, dass wir uns schon an die verrücktesten Umständlichkeiten gewöhnt haben, um an seriöse Angebote heran und mit ihnen klar zu kommen. Aber ein bisschen mehr Engagement über den Rand der eigenen URL hinaus darf schon sein. Muss sein, meine ich.

  37. ABMAHNWELLE – RELOADED !
    ########################
    …. und los gehts !!!
    Erste Abmahnung trotz (!) korrektem Bestell-Button, siehe Beitrag:
    http://www.channelpartner.de/handel/ecommerce/2591010/index.html
    P.S.: Wer jetzt (als immer und immer wieder abgezockter Online-Shop-betreiber) noch eine dieser Parteien wählt, dem ist nicht mehr zu helfen !

  38. Solange nicht öffentlich ist, wer hier wen abgemahnt hat, fällt das wohl eher unter Panikmache, um das eigene Whitepaper und den damit verbundenen „Service“ unter die Leute zu bringen.

  39. Online Händler haben nach meiner Meinung keine Lobby. Zudem ist sich jeder selbst am nähsten, ist auch logisch.
    Nach meiner Meinung hat man mit dieser Buttonlösung die Abofallen nur legalisiert.
    Für die kleinen war die Umrüstung ein Horrorszenario, das sicherlich bald in anderer Form weiter geht.

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