Wie sich Douglas auf Übernahmen und Verkäufe einstimmt

"Gemeinsam schrumpfen" lautet die Devise bei der Douglas-Tochter Thalia in der Schweiz ("Zweckehe im Buchhandel"), eine Art Testfall auch für den deutschen Markt, wo wir gerade eine "Tolino-Allianz" erleben, wie sie im Buchhandel vor kurzem noch undenkbar gewesen wäre (siehe auch Tolino und der Nook-Flop in den USA).

Douglasholding

Die Douglas-Gruppe drückt aufs Tempo und will die Versäumnisse der letzten Jahre jetzt sehr schnell wettmachen. Aufsichtsrat und Finanzressort wurden unter den neuen Eigentümern entsprechend mit M&A-Expertise verstärkt. Und Douglas-Chef Henning Kreke stimmt sein Haus auf extreme Veränderungen ein:

"Ein
aktives Portfoliomanagement ist also schon immer Teil unserer Strategie
gewesen. Und genau das macht erfolgreiches Unternehmertum aus.

So ist in
über fünfzig Jahren aus der ursprünglich überschaubaren Anzahl an
Hussel-Filialen ein europaweit erfolgreiches Handelsunternehmen mit den
Geschäftsbereichen Parfümerien, Bücher, Schmuck, Mode und Süßwaren
entstanden.

Lassen
Sie mich nun noch kurz auf unsere neue Partnerschaft mit Advent
International eingehen. Anfang 2012 haben meine Familie und ich bekannt
gegeben, dass wir unsere Anteile an der DOUGLAS-Gruppe aufstocken und
die Unternehmensgruppe gemeinsam mit einem Finanzinvestor als starkem
Weggefährten nachhaltig weiterentwickeln wollen.

Damit
uns das gelingt, brauchen wir kurze Wege für beherzte und zugleich
wohldurchdachte Entscheidungen, um einerseits auf aktuelle
Herausforderungen im Handel zu reagieren und andererseits Chancen im In-
und Ausland zu ergreifen.

Wir müssen wendig und flexibel sein. Noch
mehr als bisher. Unser neuer Partner, Advent International, ist bekannt
als Investor mit einem guten Verständnis für die Chancen und Risiken im
Handel und einem langen Atem. Und das ist genau das, was wir brauchen,
um die DOUGLAS-Gruppe weiter voranzubringen.

Der gesamte Handel
befindet sich in einer tiefgreifenden Umbruchphase. Das Einkaufs- und
Konsumverhalten der Menschen verändert sich gerade dramatisch. Und das
wird so weitergehen. Inzwischen kaufen bereits mehr als 60 Prozent der
Deutschen gelegentlich online ein.

Der E-Commerce-Umsatz wächst seit
Jahren zweistellig und liegt in Deutschland inzwischen bei über 30
Milliarden Euro im Jahr. Im Non-Food-Bereich wird schon jetzt jeder
zehnte Euro im Internet ausgegeben. Der Anteil dürfte sich bis 2020 noch
einmal verdoppeln.

Und so wächst die Bedeutung des Internets für
alle Handelsunternehmen rasant weiter. Viele Händler haben sich diesem
neuen Trend nicht schnell genug geöffnet. Da nehme ich die
DOUGLAS-Gruppe nicht ganz aus. Auch wir hätten an der einen oder anderen
Stelle früher reagieren sollen. Genau das haben wir aber mittlerweile
erkannt und bereits im vergangenen Jahr radikal umgesteuert."

Die Hauptversammlung wurde in diesem Jahr von Ende März auf Ende Mai verschoben. Und man kann gespannt sein, was bis dahin noch alles passiert.

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Kategorien:Buchhandel, Shopboerse

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