Collins: Der E-Commerce-Coup des nächsten Otto-Chefs

Nach Yalook und Refashion ("Warum lernt Otto online nichts dazu?") und nach Mirapodo (Zalando wirkt: Otto lässt Mirapodo in MyToys aufgehen") soll "Collins" Ottos nächster großer Coup im E-Commerce werden. So das Manager Magazin in der Märzausgabe ("Wie der Handelsriese seine Zukunft aufs Spiel setzt").

"Eine zweistellige Millionensumme" hat der Konzern dafür locker gemacht, hieß es vor Ostern. Und diese Woche sickern weitere Details durch ("Projektname "Collins": Was die Otto-Gruppe mit Benjamin Otto plant"):

"(Der) neue Online-Shop soll auf die Sortimente "Fashion"
sowie "Home & Living" spezialisiert sein.

Zielgruppe sei eine "junge
und weibliche Zielgruppe", die man mit einem "vielfältigen
Einkaufserlebnis, Top-Fashion-Marken und gutem Service" überzeugen will.

Großes Ziel sei, dass Collins zu einer "tragenden Säule innerhalb der
Otto-Gruppe" werde – wobei der Shop erst 2014 und unter einer anderen
Bezeichnung als dem aktuellen Projektnamen starten soll."

Demnach soll die Hamburger Webagentur Netimpact im "Collins-Projekt" aufgehen. Diese hat für bzw. mit dem Otto-Konzern schon Projekte wie die vStores, Vitabote und andere Online-Experimente umgesetzt.

Neben Benjamin Otto soll Netimpact-Gründer Tarek Müller zweiter Geschäftsführer werden. Er fand sich im letzten Sommer schon als Protagonist eines Otto-Porträts im Spiegel wieder und hat sich zuletzt ja auch bei Exciting Commerce gehörig für Otto ins Zeug gelegt.

Weitere Infos soll es Ende der Woche geben.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

13 replies

  1. Der Unterschied zu den Vorgängerprojekten ist nicht nur das (noch) höhere Budget, sondern dass es der Junior-Cheffe leitet, der später mal den ganzen Konzern führen soll.
    Den wird man ganz sicher nicht an so einer Sache verbrennen. Sprich, neben viel Geld, was er zur Verfügung hat, wir er sich nicht von internen Contraints aufhalten lassen, wie das die jetzige Otto-Führung scheinbar tut. Dinge, die er innerhalb des Grosskonzerns nicht schnell und gut genug hinbekommt, wird er sicher gnadenlos extern machen. Und wie man aus dem Otto-Umfeld so hört, ist der Mann nicht inkompetent.

  2. Ich hatte ja bereits in einem älteren Kommentar geschrieben,das ich nicht an OTTO als den zukunfstfähigen Brand für die Zielgruppe der „Fashionistas“ glaube…
    Daher m.M. nach grds. für diese Zielgruppe ein richtiger Schritt von OTTO auf einen neuen Brand zu setzen mit dem (man) dann das richtig machen kann was (man) von den Mitbewerbern und Vorbildern gelernt hat…Ich bin gespannt…

  3. Die Frage ist nur wie groß das „Window of Opportunity“ 2014 für dieses Geschäftsmodell sein wird. Bis dahin ist noch lange hin und die Wettbewerber/Etablierten lernen täglich dazu bzw. erhöhen die Markteintrittsbarrieren (auch wenn der Markt weiter wächst). Ein Markteintritt zu diesem Zeitpunkt mit der entsprechenden Zielformulierung „tragende Größe in der Otto-Group (also min. 500 Mio. EUR Netto-Umsatz p.a., eher 1 Mrd EUR p.a. (was ja immer noch nur rund 10% des OTTO-Group-Umsatzes sind) heisst erstmal einige Jahre Geld investieren um den Markt aufzurollen (Kumuliert sind das dann schon mal 3-stellige Millionenverluste), um den Brand bekannt zu machen bzw. den Trust herzustellen. Nichtsdestotrotz hat Otto einige Assets, die man nicht wegdiskutieren kann: Nämlich einen enorm grossen Adresspool inkl. nachweisbaren Kaufverhaltensdaten. Auch dürfte die Otto-Group ca. 30% des deutschen Webtraffics auf sich vereinen. Wenn man sich also nicht wieder selbst im Wege steht (Stichwort: Umsatz-Rob-Effekte) und handwerklich die richtigen Leute an Bord hat, kann das umsatzseitig auch gelingen. Ob das dann ein langfristig erfolgreiches Handels-Geschäftsmodell ist, steht dann aber auf einem anderen Blatt Papier.

  4. Sehe ich nicht als sooo aufwendig an, was die Investitionen angeht. Vieles von den Millionen, die Zalando in den letzten 3 Jahren verheizt (ähm investiert) hat, ging in Infrastruktur und da kann man bei Otto einiges mitnutzen. Wenn man z.B. kostenlosen Versand anbietet, dann tut das einem Otto-Konzern weniger weh, als Zalando, weil Otto das mal eben selbst transportieren kann. Gleiches gilt für den Einkauf, die Produktproduktion etc. Das ist bei Otto ja alles bereits vorhanden. Klar, macht braucht einen peppigen Online-Auftritt mit nem guten Konzept und vielleicht auch einige neue Prozesse, aber man hätte sicher nicht den gleichen finanziellen Aufwand wie Zalando. Voraussetzung ist natürlich, dass man ähnlich zielstrebig vorgeht. Ich glaube immer noch, dass Otto grundsätzlich noch die Power hätte, auch ein Zalando an die Wand zu drücken. Allerdings nicht die Leute, die den Laden gerade regieren, aber das weiss Otto ja auch.

  5. haha ein Aprilscherz…nee doch nicht. Beim x-ten Versuch wird sicher alles ganz anders. Mal schauen, wo die MA danach wieder unterkommen. Ist Collins eigetnlich ein Arbeitstitel oder kauft sich OTTO die Domain inkl. Markenrechte noch?

  6. @Steffen Glaube schon, dass beim x-ten Versuch alles anders wird. Wie oben ausgeführt, kommt es immer drauf an, wer es macht. Dieses Projekt darf schon allein deswegen nicht scheitern, weil sonst der Kronprinz verheizt ist und das passt ganz sicher nicht zum Plan des Familien-Clans. So ein „oh, das rechnet sich aber nach einem halben Jahr noch gar nicht, deswegen schliessen wir es mal gleich wieder..“ wird es sicherlich mit diesem Ding nicht geben.
    Neben vielen anderen Assets hat ja Otto mittlerweile auch ein paar echte Könner (Projekt A) im Stall, die zur Not da auch aushelfen könnten. Geld ist eh genug da.

  7. Ohne zu wissen, was hier genau geplant ist, bin ich hier mal wirklich sehr gespannt! Tarek Müller ist wirklich ziemlich smart und hat ein Klasse Team! Wenn hier die nötigen Freiheiten eingeräumt werden, dann kann hier wirklich was draus werden! Werde Collins daher höchste Aufmerksamkeit widmen! Viel Erfolg Tarek! Hau rein ;-)

  8. Die nötige Infrastruktur für einen Angriff auf Zalando und Co hat Otto definitiv. Wenn sie es nun schaffen ihre alten Großunternehmereigenschaften abzulegen und schnell und flexibel zu reagieren, sehe ich mit dem Team im Rücken gute Chancen.
    Auch die bewußte Abgrenzung zu Otto ist sehr wichtig, denn diese „alte“ Marke jung zu verkaufen, wird enormes Marketingbudget verschlingen und spätestens beim Besuch von otto.de wieder zunichts gemacht.
    Ich drücke den Jungs aus Hamburg die Daumen!

  9. Wenn ich eine Personalie auf Xing richtig interpretiere (https://www.xing.com/profile/Joern_Mikowsky2), ist aus dem Arbeitsnamen Collins der Name Antevorte geworden. Zumindest ist Tarek Müller als Geschäftsführer dieser Gesellschaft eingetragen. http://peoplecheck.de/handelsregister/HH-HRB_121195-187855

  10. Schau ma mal, ob der name auch Programm wird.

  11. Auf jeden Fall tut sich was. Bei NetImpact ist aktuell schon folgendes zu lesen.
    „Im Rahmen eines neuen E-Commerce-Projektes der Otto Group, unter der Leitung von Benjamin Otto und Tarek Müller, hat sich die Otto Group dafür entschieden, NetImpact und creative-task zu erwerben, um langfristig von der Umsetzungskompetenz des Teams zu profitieren.“
    http://www.netimpact.de/meldung.html
    Bin mal gespannt was da noch so passiert.

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