Zalando: Chef der Bestseller-Gruppe steigt ein, Rocket Internet steigt aus

Zalando holt Anders Holch Povlsen, den Eigentümer der dänischen Bestseller-Gruppe (Jack & Jones, Vero Moda, etc.) mit 10% an Bord. Spannend schon deshalb, weil Bestseller im Online-Modegeschäft bereits ein großes Anteilspaket an ASOS hält

Zalando2013Q1

Gleichzeitig steigt Rocket Internet bei Zalando aus. Alle Rocket Internet Gesellschafter wandeln ihre indirekten Anteile an Zalando in direkte Anteile. Die Samwers sind nun über den European Founders Fund bei Zalando mit 18% an Bord.

Die Zalando Gesellschafter schlüsseln sich nun wie folgt auf:

  • Investment AB Kinnevik: 37%
  • European Founders Found: 18%
  • Anders Holch Povlsen: 10%
  • DST Global: 9%
  • Holtzbrinck Ventures: 8%
  • Tengelmann Ventures: 6%
  • Weitere: 12%

Zalando war zuletzt von Kinnevik mit 3,2 Mrd. Euro bewertet worden und dürfte 2013 europaweit Umsätze von mindestens 2 Mrd. Euro erzielen.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report

10 replies

  1. Hier stehe ich jetzt gerade auf dem Schlauch. Ich dachte Rocket Internet ist der Betreiber von Zalando.
    Heißt dies, dass der Betreiber selbst komplett aus seinem eigenen Projekt finanziell ausgestiegen ist oder missverstehe ich da etwas ?

  2. Zalando ist als Rocket Internet Projekt gestartet, und Rocket Internet war anfangs und bis vor kurzem der größte Anteilseigner. Zalando war aber von Beginn an ein eigenständiges Unternehmen. Jetzt sind nur die Investorenverhältnisse viel klarer.

  3. Ah okay, danke für die Erklärung.
    Also sehe ich das richtig, dass sie Samwers selbst nur noch über den EFF mit 18% in Zalando investiert sind ?

  4. korrekt, wobei der große Einfluss (auch strategisch) weiter durch Rocket bedient wird.

  5. zalando hat sich doch schon lange von Rocket emanzipiert. Das Unternehmen ist selbst ein Konzern mit – wenn man den Gerüchten glaubt – mehr als 2 Mrd Euro Umsatz in diesem Jahr! In Berlin arbeiten tausende Menschen für zalando, wahrscheinlich mehr als bei Rocket.
    Das ist doch ein normaler Prozess. Ihr vergesst alle, dass zalando nur noch deshalb als startup tituliert werden kann, weil es erst 2009 gegründet wurde.
    zalando braucht schon lange keine Rocket-Unterstützung mehr!

  6. Das mag ja stimmen, ändert aber nichts daran, dass die Samwers selbst durch diesen Aussteig von Rocket Internet nun nur noch „maginal“ an Zalando selbst beteiligt sind.
    Und Rocket verliert dadurch seinmit Abstand stärkstes Pferd im Stall. Nun müssen andere Projekte erstmal beweisen, dass sie ähnlich „erfolgreich“ wie Zalando sind. Ansonsten dürfte die Kapitalbeschaffung seitens Rocket schwieriger werden.

  7. Also, bislang hat es in Europa noch KEIN Unternehmen gegeben, dass sich auch nur annähernd so schnell zu einem Konzern entwickelt hat mit Arbeitsplätzen entlang der gesamten Supplychain. Die machen da Milliarden Umsätze und investieren hunderte Millionen jedes Jahr, wie sonst nur große Old-Economy-Firmen. Rocket wird Zalando auch ohne direkte Beteiligung als Zugpferd behalten und die Samwers wissen mit Sicherheit, dass so ein Erfolg nicht replizierbar ist. Jeder Inkubator in Europa wäre gerne jetzt an der Stelle von Rocket. So viel, wie die in den vergangenen 2 Jahren verkauft haben, haben die ihren Invest mehrfach rausgeholt. Und wenn man hört, was Lamoda und Dafiti gerade im Ausland reissen, sieht man ja auch schon, dass die Samwers im Bereich Fashion eCommerce gerade weltweit state-of-the-art sind. In den anderen Branchen haben sie das gleiche Risiko, wie jeder andere Inkubator auch. Du brauchst die richtige Idee, zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten und das nötige Kapital um derart brachial in den Markt einzusteigen.

  8. „Also, bislang hat es in Europa noch KEIN Unternehmen gegeben, dass sich auch nur annähernd so schnell zu einem Konzern entwickelt hat mit Arbeitsplätzen entlang der gesamten Supplychain.“
    Es gibt dutzende Unternehmen die das getan haben. Das Problem ist nur, dass die meisten davon bereits schon wieder pleite sind oder kurz davor stehen.
    „Die machen da Milliarden Umsätze und investieren hunderte Millionen jedes Jahr, wie sonst nur große Old-Economy-Firmen.“
    Hochgerechnet 2 Millarden Umsatz und das primär mit dem Geld von außenstehenden Investoren. Den Umsatz bekommt nahezu jeder hin, der soviel Kapital für Marketing zur Hand bekommt. Das der Umsatz allerdings auch irgendwann mal zu Geld (Gewinn) umgemünzt wird, hat noch niemand bewiesen.
    „Rocket wird Zalando auch ohne direkte Beteiligung als Zugpferd behalten und die Samwers wissen mit Sicherheit, dass so ein Erfolg nicht replizierbar ist.“
    Wenn es so ein großer Erfolg ist, warum verkaufen Sie dann soviel Anteile an Zalando ?
    „Jeder Inkubator in Europa wäre gerne jetzt an der Stelle von Rocket. So viel, wie die in den vergangenen 2 Jahren verkauft haben, haben die ihren Invest mehrfach rausgeholt.“
    Und soviel wie die gegen die Wand gefahren haben….
    „Und wenn man hört, was Lamoda und Dafiti gerade im Ausland reissen, sieht man ja auch schon, dass die Samwers im Bereich Fashion eCommerce gerade weltweit state-of-the-art sind. In den anderen Branchen haben sie das gleiche Risiko, wie jeder andere Inkubator auch. Du brauchst die richtige Idee, zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten und das nötige Kapital um derart brachial in den Markt einzusteigen.“
    Hört sich alles nach einer tollen „Wünsch dir was“ – Story an, nur ist es doch sehr komisch, dass die Gründer vor dem Happy End aussteigen ;)
    Wenn die so überzeugt von sich und ihrem Vorhaben sind, warum verkaufen Sie dann soviel Anteile, dass sie selbst nicht mal mehr 1/5 am Unternehmen halten ?
    An der Börse sind solche Schritte der größte Vertrauensentzug, dem man seiner eigenen AG bescheren kann.

  9. Weil ich gerade keine Zeit zum Recherchieren habe: kann mal jemand nachrecherchieren, wie hoch der Anteil von Kinnevik an Rocket Internet war, wer an EFF beteiligt ist und wie dann die Gleichung aussieht?

  10. @Martin
    „Es gibt dutzende Unternehmen die das getan haben. Das Problem ist nur, dass die meisten davon bereits schon wieder pleite sind oder kurz davor stehen.“
    – Soweit ich weiß, hat kein Unternehmen in 4 Jahren nach Gründung mehr als 1 Mrd Umsatz gemacht. Aber ich lasse mich gerne eines anderen belehren.
    „Hochgerechnet 2 Millarden Umsatz und das primär mit dem Geld von außenstehenden Investoren. Den Umsatz bekommt nahezu jeder hin, der soviel Kapital für Marketing zur Hand bekommt. Das der Umsatz allerdings auch irgendwann mal zu Geld (Gewinn) umgemünzt wird, hat noch niemand bewiesen.“
    – ASOS macht mit dem gleichen System Gewinn, jedes Jahr. Amazon macht auch manchmal Gewinn. Es gibt ja wohl keinen, der an der Profitabilität des Geschäftsmodells zweifelt, oder? Und in DACH macht Zalando doch schon Gewinne, und das sind doch angeblich die schwierigsten Märkte. Glaubst du denn wirklich, dass ein Typ wie Povlsen sein Geld bewusst nach Jahren der Erfahrungen mit Zalando nimmt und anderen Investoren ihre Anteile abkauft? Zalando hat ja anscheinend seit fast 2 Jahren keine Finanzspritze mehr bekommen. Es gibt genug andere Modelle, die mit Marketing aufgepumpt werden, die aber eben nicht diesen Umsatz machen (Mirapodo, FAB, Redcoon).
    „Wenn es so ein großer Erfolg ist, warum verkaufen Sie dann soviel Anteile an Zalando ?“
    Ein Wort: H E B E L…ok, wenn ich gute Investoren habe, die mir helfen, mein Business noch weiter zu verbessern und noch profitabler zu machen (und das ist bei Povlsen sehr schnell abzusehen) dann lasse ich mir doch gerne einen kleinen Teil meiner Anteile versilbern und am Ende mache ich noch mehr Gewinn mit weniger Anteilen. Aber ok. Muss man nicht verstehen. Alle Eigner bleiben investiert…das ist schon krass, da die meisten Unternehmen nach einiger Zeit Investoren verlieren, die kompletten Exit machen. Hier nicht der Fall.
    „Und soviel wie die gegen die Wand gefahren haben….“ Naja, ich bin auch kein Fan von denen aber die Scorecard der Samwers ist mit Sicherheit im dicken dreistelligen Plus-Bereich. Schlecht geht es denen nicht. Und im Gegensatz zu vielen anderen in der Startup-Szene sind die ziemlich klar in ihrem Verhalten und machen die Läden früh zu, wenn es nicht klappt. Das nennt man eben Inkubator. Das hat etwas mit Risiko zu tun.
    „Hört sich alles nach einer tollen „Wünsch dir was“ – Story an, nur ist es doch sehr komisch, dass die Gründer vor dem Happy End aussteigen ;)“
    Wünsch dir was ist das bestimmt nicht. Ob Zalando am Ende funktioniert und nachhaltig Gewinne macht, hängt von ganz schön viel mehr Faktoren ab (Konkurrenz, Marktentwicklung, Fuck-Ups) aber man kann bei einem Modehändler nicht von einer Blase sprechen. Wer verlässt denn vor einem Happy End den Laden? Die Gründer sind alle immer noch Geschäftsführer und alle Investoren noch immer im Boot. Aber die Frage bleibt, was ist schöner? 5% von einem Multi-Milliarden Unternehmen oder 50% von einem Laden, der nicht investieren kann und irgendwann gekauft werden muss oder verschwindet?
    „Wenn die so überzeugt von sich und ihrem Vorhaben sind, warum verkaufen Sie dann soviel Anteile, dass sie selbst nicht mal mehr 1/5 am Unternehmen halten ?
    An der Börse sind solche Schritte der größte Vertrauensentzug, dem man seiner eigenen AG bescheren kann.“
    Siehe oben und im Naturell der Samwers liegt bestimmt nicht 10 Jahre in einem Unternehmen zu bleiben. Aber eine Sheryl Sandberg hat gerade auch im Wert von 90 Mio ein paar Anteile an Facebook verkauft und was bedeutet das jetzt?
    Ich will eigentlich gar nicht Zalando so sehr verteidigen, aber mich stört diese lächerliche Kritik seit Jahren enorm. Wenn man mit den gleichen Maßstäben an andere Unternehmen rangehen würde, gäbe es kein einziges cooles Unternehmen in Deutschland. ;)

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