E-Commerce XXL: Die bvh-Umsätze sprengen sämtliche Dimensionen

Der bvh hat heute die bvh-Zahlen für das erste Halbjahr veröffentlicht. Die Versandumsätze von 10,7 Mrd. Euro im ersten Quartal und 11,8 Mrd. Euro im zweiten Quartal sprengen sämtliche bisher dagewesenen Dimensionen. Das 2. Quartal liegt demnach 30% über Vorjahr, die Online-Umsätze im ersten Quartal 37,4%, im zweiten Quartal sogar 50% über Vorjahr.

Ein Vergleich mit den Vorjahreswerten ergibt allerdings aktuell nur wenig Sinn, da der bvh zum Jahresbeginn seine Erhebungsmethoden geändert hat. Die Daten werden seitdem sehr viel detaillierter – und, davon ist auszugehen, auch um einiges besser – erfasst als zuvor: Nicht nur werden erheblich mehr Besteller(innen) befragt, sie werden zudem nicht mehr nur telefonisch, sondern auch online befragt.

Generell ist nicht davon auszugehen, dass der Markt von 2012 auf 2013 so stark gewachsen ist wie es das Plus von 30% bzw. 50% suggeriert. Viel eher ist davon auszugehen, dass die Zahlen bisher tendenziell zu niedrig angesetzt waren. Das Prinzip kennen wir bereits von den Amazon-Umsätzen ("Der Reinfall mit den Amazon-Zahlen und mögliche Lehren").

Online sprengt die Einzelhandelsdimensionen

Erstmals lässt der bvh nun nicht mehr nur die (Einzel-)Handelsumsätze erfassen, sondern auch die Kundenbestellungen, die über Ebay, Amazon und andere Marktplätze laufen. Alleine diese Umsätze, die bisher weitgehend unter den Tisch gefallen sind, beliefen sich im ersten Halbjahr auf 12,4 Mrd. Euro. Im Vergleich dazu wirken die (Online-)Umsätze der anderen geradezu vernachlässigbar:

Bvhzahlen2013H1

Auszug aus der Versendertypologie des bvh; das komplette Chart (PDF)

Die neue Erhebungsmethode ist sicher gewöhnungsbedürftig, aber ein enormer Fortschritt für den Online-Handel. Auch wenn die Zahlen nun sämtliche (Einzel-)Handelsgrenzen sprengen und sich daher nicht mehr an den althergebrachten Einzelhandelsumsätzen messen lassen, so verdeutlichen sie in der neuen Form doch sehr viel besser das volle Marktpotenzial und die Online-Perspektiven für den Handel.

Damit dürfte auch klar sein, dass der Online-Handel die 100 Mrd. Euro Marke sehr
viel schneller erreichen wird
als von so manchem angenommen. Rechnet man die Zahlen des ersten Halbjahres 2013 auf das Gesamtjahr hoch, so kommt man aktuell auf ein Marktvolumen von 49 Mrd. Euro, also knapp 10(!) Mrd. Euro mehr als noch 2012. Wahrscheinlicher ist aber ein Wert jenseits der 50 Mrd. Euro.

Bvhzahlen2013

Die bvh-Zahlen erfassen (Online-)Kundenbestellungen. Ob und wie die sich dann dem Einzelhandel zurechnen lassen oder nicht, ist für den (entstandenen) Markt erst einmal unerheblich. So bleibt es künftig jedem selber überlassen, was und wieviel er von den Umsätzen der
Online-Marktplätze den Einzelhandelsumsätzen zuordnet, und was
nicht.

Bei Exciting Commerce können wir mit der neuen, nach vorne gerichteten Logik des bvh sehr gut leben, unterstreicht sie doch sehr viel besser das Potenzial, das der Online-Handel auch jenseits des Einzelhandels hat.

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Kategorien:Uncategorized

1 reply

  1. Was ist „bvh“ und wer sind „die Anderen“???

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