Zalando holt börsenerprobten Finanzprofi in den Aufsichtsrat

Im Grunde hat Zalando mit den aktuellen Zahlen den baldigen Börsengang verspielt. Auch wenn das Wachstum weiter stimmt, verbrennt Zalando doch weit mehr Geld als zu erwarten und steckt nun in der Bredouille: Will Zalando zeigen, dass es profitabel wirtschaften kann, ist die Wachstumsstory dahin – und umgekehrt.

Zalando2013

Börsenprofi für schwierige Fälle

Aufhorchen lässt da, dass sich Zalando Lothar Lanz in den Aufsichtsrat holt, einen der wenigen IPO-Profis und international bewanderten Finanzjongleure im Online-/Medienbereich, die Deutschland hat. Und ein Mann für die eher schwierigen Fälle.

Zu Kirch-Zeiten hat er ProSieben an die Börse gebracht und zur ProSiebenSat.1-Gruppe ausgebaut. Bis April kümmert er sich noch finanzseitig um die M&A-Aktivitäten des Springer-Konzerns und wechselt dann auch dort in den Aufsichtsrat.

In seiner Karriere hat er von Übernahmen, Fusionen und Private Equity Stunts jeglicher Art so ziemlich alles mitgemacht, was im internationalen Finanzwesen denkbar ist.

Die ASOS-Zalando-Bestseller Group

Was in der öffentlichen Debatte unterschätzt wird: Auch Zalando stehen als Aktiengesellschaft nun vielfältige (Übernahme- und Beteiligungs-)Möglichkeiten offen, um sich im Wettbewerb mit Amazon, Zara & Co. zu rüsten.

Spannend sind hier vor allem die 2013 entstandenen Verflechtungen mit der Bestseller-Gruppe und damit mit ASOS & Co.

Es kann gut sein, dass hier zunächst – unabhängig von einem weiterhin möglichen Börsengang – ein paneuropäisches Online-Modekonglomerat entsteht – idealerweise eine ASOS-Zalando-Bestseller-Group, die dann ggf. noch Yoox & Co. ins Boot holen könnte, um auch dieses Modesegment abdecken zu können.

Aktuell sind jedenfalls alle (Online-)Modeplayer zu klein, um langfristig gegen eine Macht wie Amazon Bestand zu haben.

Mehr Gedanken zum Thema auch in den Exchanges #18 ("Die Online-Modewelt von Asos bis Zalando").

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse

1 Antwort

  1. Wobei das Thema Mode sicherlich kaum mit Amazon in Verbindung gebracht wird. Zumindest noch nicht. Von Zappos mal abgesehen.
    Zalando hat jetzt 2 Möglichkeiten: Profitabel werden und langsam wachsen oder schneller wachsen und weiter Verlust machen.
    Ich glaube, wenn sie das Wachstum zugunsten der Profitabilität abblasen, gibt es auch keine Börsenstory.

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