Category Killer 2014: So schneiden die Online-Spezialisten ab

Wer mit dem Feuer spielt … Die Herausgeber der Todesliste für den stationären Einzelhandel haben inzwischen zur Beruhigung der Gemüter die komplette "Category Killer" Studie ("Der stationäre Handel unter Zugzwang", PDF) zur Einsicht freigegeben.

Denn die Auflistung der "50 bedrohtesten" Händler war natürlich nur ein Aspekt der auf Sterbebegleitung und Reanimation strategische Beratung für den stationären Handel spezialisierten Beratungsgesellschaft.

"Die Kunden mögen ihre Online-Händler also sehr"

Was im stationären Handel noch zu retten ist, das mögen andere beurteilen. Uns interessiert in erster Linie der Handel von morgen. Deshalb fasziniert uns vor allem das Abschneiden der 14 Onliner, die im Rahmen der Studie erfasst worden sind:

Fitscoreindex

Categorykiller2014

"Die Pure Onliner schneiden insbesondere in den klassischen Leistungskriterien (z.B. Produkt, Preis, Service) gut ab.

Die beiden ersten Plätze werden von Onlinern belegt (Amazon, buch.de). Auch windeln.de und Zalando sind unter den Top 10 zu finden.

Im Durchschnitt erzielen die Pure Onliner gegenüber den stationären Händlern auch beim Gesamtscore höhere Werte. Die Kunden mögen ihre Online-Händler also sehr."

Im Detail gibt es ein paar bemerkenswerte Erkenntnisse:

  • Amazon hat nach dem desaströsen PR-Jahr 2013 nun wohl tatsächlich ein Imageproblem. Loyalität und Leistung sind allerdings so phänomenal, dass sie das wieder wettmachen.
  • Windeln.de ist die Überraschung schlechthin. Führt man doch im Image vor Amazon und allen anderen Onlinern, und belegt auch insgesamt im Online-Ranking Platz 3.
  • Notebooksbilliger zählt neben Amazon und Zalando zu den drei Category-Killern und führt in der Kategorie für Unterhaltungselektronik mit erheblichem Vorsprung vor Conrad Electronic und Redcoon
  • Redcoon hat sich erwartungsgemäß sein Image ramponiert und hat den mit Abstand schlechtesten Image-Wert von allen erfassten Pure Playern. Damit liegt man zwar noch vor Media Markt. Der Wert steht aber im krassen Widerspruch zu den durchaus eindrucksvollen Loyalitätswerten (die über denen von Zalando liegen).
  • Ebay hat die zweithöchste Loyalität hinter Amazon, allerdings erhebliche Defizite in den Leistungsversprechen. Immerhin: Beim Image liegt nun auch Ebay vor Amazon!
  • Zalando hat vor allem bei den Loyalitätswerten Nachholbedarf und liegt deshalb im Gesamtranking nicht so weit vorne wie zu erwarten.
  • Speziell GartenXXL dürfte sich die Augen gerieben haben ob der Ergebnisse
  • Interessant auch Fashion For Home und Kiveda im Möbelbereich – die einen haben ein Loyalitätsproblem, die anderen ein Leistungsproblem
  • Bei Home24 ist bemerkenswert, dass es sich in der Gesamtwertung vor Zalando geschoben hat.

Alles in allem aber: Großes Kompliment an die bewerteten Onliner! Sie stehen in der Kundenwahrnehmung weit besser da als in der Branchenwahrnehmung.

Nicht erfasst wurden in der "Category Killer"-Studie (PDF) andere starke Onliner wie Cyberport, Limango oder Dress-for-less sowie die Kategorien für Zooplus, Thomann, Mister Spex und anderer.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

10 replies

  1. Es hilft mal ein Blick in die Studie. Der Anteil der „Expertenmeinungen“ ist von einer Agentur erstellt worden. Beurteilungsdimensionen: (Auswahl in der Summe doch etwas merkwürdig. Gewichtung komplett unklar)
    a) Homepage (scheinbar weiß man noch nichtmal, was eine Homepage ist)
    Professionalität, Ranking (? – Hört sich an wie ein Zirkelbezug, bzw. wie Redundanz-> Visitors) ,Visitors, Verlinkungen (ist das relevant? das ist eher ein Unterpunkt von Online Marketing / SEO), Aufenthaltsdauer (-> recht irrelevant, bzw. nicht eindeutig)
    b)Ecommerce
    Professionalität (aha, sehr aufschlussreich. Was ist denn Professionalität?-> Redundanz, siehe oben), Conversion Optimierung (sehr schlecht von außen zu beobachten), Produktangebot (Tiefe? Breite?), Anzahl Artikel
    c)Online-Marketing (Sehr schlechte Kriterien, worauf es im Online Marketing ankommt, ist z.B. 1. die Sichtbarkeit in den einzelnen Kanälen 2. die Effizienz in den einzelnen Kanälen: „CPC“ und Conversion Rate und die daraus resultierenden CAC 3. das interne Know-How im Online Marketing. )
    Mediavolumen (nicht eindeutig und m.E. nach nur sehr grob schätzbar), Ladezeiten (?? Das ist eher ein Unterpunkt von Webseite), Digitale Kundenkarte (Was ist das?), Newsletter (Sehr schlecht von außen beurteilbar)
    d)Social Media (wie ist dieser Faktor gewichtet?)
    Twitter, Youtube, Facebook, Google+
    e)Mobile
    Apps / Smartphone, Apps /tablet (sind apps fürs tablet wirklich so wichtig?) , Anpassung Smartphone, Anpassung Tablet
    Mir erscheinen die Kriterien für die „Expertenmeinungen“ doch recht löchrig..

  2. Witzig sind mal wieder die unterschiedlichen Interpreattionen des Studienergebnisses.
    Jeder so, wie er es für sich, seine Weltansicht und seine Zielgruppe benötigt.
    Zitat Studienherausgeber:
    Angesichts der Studienergebnisse erkennen wir keine Anhaltspunkte, die das Ende des stationären Handels nahelegen, wie dies von einigen Medien kolportiert wurde.
    Vor diesem Hintergrund können wir die Assoziation einer „Abschussliste“ nicht teilen.
    Wörtlich kommen wir daher auf Seite 42 der Studie auch zu folgendem Ergebnis: „Es ist ein Mythos und letztendlich nichts anderes als populistisches Gerede, wenn das uralte Gewerbe, der stationäre Einzelhandel, für tot erklärt wird. Erst recht, solange viele Online-Händler bisher den Beweis schuldig geblieben sind, langfristig und nachhaltig Gewinne zu erzielen“.

  3. alles valide Punkte, über die man trefflich streiten kann.
    Spannender finde ich aber die Frage, ob ein Windeln.de in der öffentlichen Wahrnehmung tatsächlich unterschätzt wird, wie das Abschneiden von Ebay zu werten ist, das sonst in wenigen Rankings auftaucht, etc.

  4. eBay ist für viele immer noch die Alternative zu Amazon. Wenn man irgendwas komisches oder ausgefallenes sucht, was die Leute eben nicht bei Amazon erwarten (Autoteile, Bürozeugs, etc. pp).

  5. Ich muss ehrlich sagen, dass die Glaubwürdigkeit dieses Blogs hier extrem leidet… nein, eigentlich komplett an die Wand gefahren wurde, wenn die Methoden einer solchen „Studie“ nicht hinterfragt werden.
    Die Studie ist unwissenschaftlich und unprofessionell und eine Zweitverwurstung durch exciting commerce genauso. Statt ordentliches Analyse lieber undifferenziertes Contentbuilding.

  6. Unabhängig davon wie glaubwürdig die Studie ist, ermöglicht sie einen Vergleich der Online-Spezialisten und damit eine Diskussionsgrundlage. Nicht mehr bezweckt der Beitrag.

  7. „Unabhängig davon wie glaubwürdig die Studie ist, ermöglicht sie einen Vergleich der Online-Spezialisten und damit eine Diskussionsgrundlage. “ – Dieses Zitat solltest Du Dir nicht auf ein T-Shirt drucken lassen. Und vielleicht nochmal drüber nachdenken, was Du da sagst.
    Ich als aufgeklärter Leser erweise Dir / Euch meinen Respekt, indem ich selbständig auf den Blog hier komme. Ich würde mir allerdings den gleichen Respekt wünschen. In der Form, dass Kritik auch mal reflektiert wird.
    Aber wenn Du es ernst meinst: Lass uns doch nochmal die Rankings zum Gelben Engel vom ADAC besprechen.

  8. Erstens war das keine Kritik, sondern ein Angriff. Insofern fällt es schwer, darauf respektvoll einzugehen. Die Meinung als solche respektiere ich natürlich.
    Und zweitens mag man von der Studie und ihren Ergebnissen halten, was man will. Im Unterschied zu vielen anderen verwendet sie drei bedenkenswerte Kritierien, nach denen man die Online-Player bewerten kann, und anhand derer man im zweiten Schritt diskutieren kann, ob man dem Ranking in dieser Form folgen oder ob man das anders einschätzen würde.
    Die Erstellung der Liste hat jedenfalls einiges an Zeit und Aufwand gekostet. Wenn sowas die Glaubwürdigkeit des Blogs schmälert, kann ich das nicht ändern. Ich fands jedenfalls spannend und mitteilenswert. Sonst hätte ich mir die Mühe nicht gemacht.

  9. Ach komm, Du bist ein Freund klarer Worte „Todesliste“, etc., insofern sollte Dich etwas schärfer formulierte Kritik (Zweitverwurstung) nicht tangieren. Natürlich ist Kritik auch eine Art Angriff. Weil sie auf Fehler und Versäumnisse hinweist.
    Du beanspruchst für Dich, hier sachdienlich zum Thema Ecommerce zu bloggen. Wenn Du gewisse Standards von Professionalität nicht einhältst, dann musst Du Dir Kritik auch gefallen lassen.
    Ich finde Deine Antworten nicht besonders reflektiert und stichhaltig…: „Im Unterschied zu vielen anderen verwendet sie drei bedenkenswerte Kritierien“
    .. also bitte, kann man so eine Studie bewerten? Machst Du das? Nein, du spiegelst hier die Quatsch-Ergebnisse von einer Pseudostudie mit schwammigen Kriterien von einer Agentur und irrelevanten Kundenumfragen…

  10. Mich würden mal die Imagewerte von Redcoon der letzten drei Jahre interessieren… Gibt es da auch Rankings dazu?

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