Tempo, Tempo: Hermes setzt radikal auf Regional-Logistik

„Tempo, Tempo“, heißt es bei Hermes (nicht nur im jüngsten Kundenmagazin). Nachdem die Deutsche Post DHL ihren Quelle-Schock überwunden hat und Amazon & Co. in der Logistik mehr regionale Kompetenz erwarten, hat nun auch Hermes reagiert und vergangene Woche einen radikalen Umbau angekündigt:

hermestempo

„Aus den heute sechs großen und 57 mittelgroßen Paketfabriken“ werden am Ende „35 leistungsfähige, verkehrstechnisch optimal positionierte Logistik-Center“, so Hermes.

„Von den rund 4500 Beschäftigten bei Hermes in Deutschland müssen sich bis zu 1000 Mitarbeiter auf einen Umzug an einen anderen Ort einstellen“, heißt es aus Hamburg („Morgens bestellt, abends geliefert“).

„Wir bauen das System um: von einer „few2many“ in eine „many2many“-Struktur“, erläuterte Hermes Chef Hanjo Schneider im Interview mit der Verkehrszeitung (nicht frei zugänglich):

„Das bedeutet unter anderem, dass wir mehr Einschleusungspunkte etablieren, Sendungen direkt und ohne Umwege über eine Hauptumschlagbasis transportieren sowie Strecken verkürzen.

Dadurch erzielen wir drei wesentliche Effekte: eine größere regionale Nähe zu kleineren und mittelgroßen Auftraggebern, spätere Annahmezeitpunkte für Sendungen und kürzere Laufzeiten.“

300 Mio. Euro bis 2018 will sich der Otto-Konzern den Umbau kosten lassen, um zeitgemäße, regional verankerte Logistikstrukturen aufzubauen. Vor allem im Süden und Westen Deutschlands hat Hermes Nachholbedarf.

Im Zuge der strategischen Neuausrichtung hat Hermes auch die Geschäftsführung umgebaut.

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  1. Wenn Hermes aus 57 Paketzentren künftig nur noch 35 macht, klingt das eher nach weniger Regional-Logistik. Und die many2many-Struktur wird nichts anderes sein als es DHL schon praktiziert: Jedes Paketzentrum hat mit jedem anderen Paketzentrum eine Direktverbindung. So werden Pakete z.B. direkt von Hamburg nach Nürnberg gefahren, ohne irgendwo in Hessen ein HUB zu durchlaufen.

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