Buch/Handel 2020: „The face of book sales is changing“

Nicht zuletzt das explosive Wachstum bei den Selfpublishing-Veröffentlichungen führt nach Ansicht von Good-eReader-Autorin Jillian Koskie dazu, dass Amazon immer weniger als Ort für Kaufanbahnungen tauge – und Plattformen für Buchempfehlungen und -Entdeckungen eine immer größere Rolle zukomme:

„Amazon Has 3.4M Titles… And Counting. (…) What this really means is that the face of book sales is changing.

Relying on Amazon to recommend something may not be wise –meaning dedicated readers will have to use alternative search methods to locate what they want before using Amazon to complete the purchase.“

Weitere Discoverability-News

iFlipd: Als selbsternanntes „Redbox of Books“ setzt iFlipd nicht nur auf ein Mietmodell für E-Books, sondern ermuntert seine Nutzer auch dazu, unausgeschöpfte Leihfristen oder nicht mehr gewünschte Titel weiterzugeben. Ziel ist der Aufbau einer Lese-Community mit überraschenden Entdeckungsfunktionen. (via Book Business)

ReadZap: Ebenfalls nach alternativen Formen für Leseempfehlungen sucht ReadZap – und zielt dabei auf die Mailboxen von Literaturfans. Diese werden mit täglichen Lese-Appetitanregern per E-Mail versorgt und sollen diese bei Gefallen am besten an Gleichgesinnte weiterleiten. (via The Digital Reader)

Mehr zum Thema auch in den K5 Topics („Discoverability im E-Commerce“).

Neue Vertriebsmodelle

HarperCollins: Nach Experimenten mit Print-/E-Book-Bundles arbeitet HarperCollins nun mit der Vermarktungsplattfom Humble Bundle zusammen. Ein Paket aus fünf Verlagstiteln gibt es dabei zum „pay what you want“-Prinzip, ab bestimmten Preishürden werden exklusive Goodies freigeschalten. (via Good eReader)

humblebundle

Blurb: Der Edel-Selfpublisher für Bildbände Blurb strebt in den stationären Buchhandel. Dazu hat das Unternehmen nun eine Partnerschaft mit dem Buchdistributor Ingram gestartet. (via Digital Book World)

Hanser: Der neue Hanser-Chef Jo Lendle kündigt in einem dpa-Interview für den Herbst den Start eines eigenen Digitalverlags an – und spricht von der zunehmendem Bedeutung des Social Reading und dem „Second Screen beim Lesen“. (via Oberpfalznetz)

Subskriptionsdienste: Während Oyster, Scribd und auch Kindle Unlimited den Wettbewerb um das breitestmögliche E-Book-Angebot anheizen, vermisst Joe Wikert Subskriptionsdienste, die das gesamte Textspektrum von kurzen News über längere Features bis zu kompletten Büchern abdecken. Das „next big thing in content subscriptions“ sind für den Publishing-Experten deshalb Abo-Verticals:

„An all-access model for news, short- and long-form content is more likely to succeed if it’s focused on specific content verticals. Sports, business and religion are three segments that immediately come to mind, but there are plenty of others.“

Buchhandel im Umbruch

Barnes & Noble: Nach dem Ausstieg aus der eigenen Hardware-Fertigung hat Barnes & Noble die erste von Samsung produzierte Nook-Generation vorgestellt. In einem Forbes-Kommentar zeigt sich Jeremy Greenfield skeptisch, ob es der Buchkette mit dem Galaxy-4-Tablet gelingen wird, den Negativtrend umzukehren.

Amazon-News

Kindle Unlimited, die Lese-Flatrate von Amazon, soll nach Informationen von Buchreport in Deutschland bereits zur Frankfurter Buchmesse starten. Das Branchenmagazin zweifelt, dass es dem Online-Marktführer bis dahin gelingt, ein attraktives Titelangebot zusammenzustellen.

Kindle Worlds: Ein Jahr nach dem Start zieht GigaOM eine ernüchternde Zwischenbilanz zu Amazons Fanfiction-Portal Kindle Worlds – ein schmales Titelangebot und enge, lizenzbedingte Grenzen hätten demzufolge die Entwicklung der Plattform limitiert. The Digital Reader hält jedoch dagegen, dass es sich bei Kindle Worlds gar nicht um ein Selfpublishing-Portal à la Wattpad handele:

„Far from being a portal for fanfiction, Kindle Worlds is a publishing imprint. (…) KW is about copyright holders (movie studios, authors, publishers, media companies) choosing whether they wish to publish works by outside authors.“

BooksUnited: Letztlich gehe es bei dem Disput zwischen AuthorsUnited und Reader United („Amazon probt den Leseraufstand in der Buchbranche“) doch vor allem um Bücher – argumentieren die Verfasser der neu ins Netz gestellten Parodie-Webseite BooksUnited:

„We are not fighting for our existence. We know that as long as you humans exist, you will write, and you will read.“

Unter der Rubrik Buch/Handel 2020 bringen wir jede Woche das Spannendste zu den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche („Buchlos in die Zukunft“).

Die Rubrik gibt es auch als Feed und als E-Mail-Newsletter.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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