Buch/Handel 2020: Wenn Amazon mit WriteOn gegen Wattpad antritt

Mit der neu gestarteten Schreib-Community WriteOn („Stories need you“) gönnt sich Amazon sein eigenes Wattpad. Dahinter steckt die Absicht, das Kindle-Ökosystem um zusätzliche Inhalte anzureichern. Angesichts des reifen Entwicklungsstands von Wattpad dürfte es die Amazon-Community allerdings schwer haben. (via Good eReader und Techcrunch). Wattpad hat auf seine Weise auf den Start reagiert:

writeonwattpad

Mehr dazu auch in den Exchanges #51 („Wie Amazon mit seinen Schwächen umgeht“) und den Exchanges zur Buchbranche („Die Buchbranche zwischen Amazon und Weltbild„)

Neu auf der Frankfurter Buchmesse

Sobooks: Nach viel Hype im Vorfeld schlägt für eine Reihe von Publishing-Startups zur Buchmesse 2014 die Stunde der Wahrheit– an vorderster Front für das von Sascha Lobo mitgegründete Sobooks. Im Spiegel rührte Lobo schon einmal die Werbetrommel:

„Sobooks (…) soll, so Lobo, nicht weniger als „den Markt nach Amazon bauen“ und der Bertelsmann-Buchclub des 21. Jahrhunderts werden.“

Readfy: Den offiziellen Launch bereits hinter sich hat die werbebasierte Lese-Flatrate von Readfy. Die Resonanz fällt allerdings eher durchwachsen aus. „Kostenlose Lese-Flatrate gegen grauenvolle Werbebanner? Nein danke!“, heißt es bei Basic Thinking und Pubiz urteilt: „Kein Neuaufbruch ins digitale Lesen“.

Ebenfalls frisch gestartet sind Genialmobil, die Local-Shopping-App der eBuch-Genossenschaft (via Buchreport), sowie die deutsche Ausgabe von Amazons Lese-Flatrate Kindle Unlimited (Pressemitteilung).

Unter den angebotenen 720.000 Titeln sind allerdings erwartungsgemäß nur wenig bekannte Namen. Ausnahmen sind Bastei Lübbe und das Droemer Knaur Digital-Imprint Dotbooks, dessen Verlegerin Beate Kuckertz bei Buchreport eine Lanze für den Amazon-Dienst bricht:

„Die technischen Entwicklungen im Hard- und Softwarebereich und die Wünsche der Verbraucher geben das Tempo vor, nicht die bisherigen Geschäftsmodelle der Verlage. (…) Wer sich dieser Entwicklung verweigert, muss sich nicht wundern, dass der „alte“ Markt um ihn herum langsam kollabiert.“

Weitere Amazon-News

Mobiles Lesen: 43 Prozent der Leser nutzen ihr Smartphone bereits als mobiles Lesegerät. Amazons Kindle App liegt dabei an der Spitze, sieht sich jedoch wachsender Konkurrenz durch Apples iBooks ausgesetzt (siehe dazu auch: „Buch/Handel 2020: Wie Apple den E-Book-Markt knacken will“). (via Publishers Weekly)

Personalie: Nach 9 Jahren hat Jon Fine, Director Author and Publishing Relations bei Amazon, für das Jahresende seinen Abschied von dem Unternehmen angekündigt. Fine galt als das „freundliche Gesicht“ von Amazon in der Buchbranche – auch während der aktuellen Konditionenstreitigkeiten. (via Thought Catalog)

Neue Vetriebsmodelle

Humble Bundle: Nur wenige Monate nach dem ersten Angebot des ersten Comic-Pakets hat Humble Bundle in dem Bereich bereits für kräftige Veränderungen gesorgt, die von sinkenden Preisen bis zum Thema DRM-frei reichen und auch das zu Amazon gehörende Comixology streifen. (via Comic Book Resources)

HarperCollins bietet Autoren bei Buchverkäufen über verlagseigene Online-Kanäle ab sofort um 10 Prozent höhere Honorare. GigaOM sieht darin nicht nur einen ersten Schritt hin zu höheren, von den Autoren geforderten „Digital Royalties“, sondern auch eine Auswirkung der Selfpublishing-Konkurrenz.

DeGruyter: Der Wissenschaftsverlag startet mit Publoris einen Selfpublishing-Dienst für Akademiker. Als Dienstleister fungiert die niederländische MyBestseller-Gruppe. Neben einem Basispaket – inklusive Plagiatsprüfung – können Autoren eine Reihe von Zusatzdiensten hinzubuchen. (via Buchreport)

Discoverability

„Traditionally publishing has been about discovery: how do we discover the readers who want to read our work; and how do readers discover our books? And traditionally it’s been vertical: publisher works with the author, who goes to the bookstore, who goes to the reader. But what if there’s a horizontal way?”

Seth Godin sieht sein für das Jahresende angekündigtes Buch „What to Do When It’s Your Turn“ als einen Leitfaden für Veränderung. Um eine möglichst große Streuung zu erreichen, setzt Godin auf Direktvertrieb, Peer-to-peer-Verbreitung – und print-only-Veröffentlichung. (via Seth’s Blog)

Simon & Schuster will mittels der Social-Sharing-Seite/App Milq die Entdeckbarkeit seiner Verlagstitel erhöhen und animiert deshalb Autoren, auf der Plattform spezielle Beads (Audio- und Video-Playlists) rund um ihre Bücher zu starten. (via Digital Book World)

Mehr zum Thema auch in den K5 Topics („Discoverability im E-Commerce“).

Unter der Rubrik Buch/Handel 2020 bringen wir jede Woche das Spannendste zu den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche („Buchlos in die Zukunft“).

Die Rubrik gibt es auch als Feed und als E-Mail-Newsletter.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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