Zalando: Samwers & Co. wollen Aktien für 434 Mio. € verkaufen

Früher als erwartet, sprich: drei Wochen vor dem Ende der zum Börsengang vereinbarten Haltefrist, wollen die Samwers, Holtzbrinck und andere Großaktionäre erstmals Kasse machen und ein Zalando-Paket im Wert von ca. 434 Mio. Euro an den Mann bringen („Großaktionäre beabsichtigen, bis zu 17,9 Millionen Zalando-Aktien zu platzieren“):

zalandoshareholders

„Eine Gruppe größerer Aktionäre, bestehend aus Global Founders GmbH, Holtzbrinck Ventures GmbH & Co. KG, AI European Holdings S.à r.l. und Rocket Internet AG (…), beabsichtigen (…) 17.854.293 Aktien der Zalando SE (das entspricht etwa 7,3 % des Grundkapitals der Zalando SE) (…) bei institutionellen Investoren zu platzieren.

Davon beabsichtigen Global Founders GmbH 9.197.128 Aktien, Holtzbrinck Ventures GmbH & Co. KG 4.209.370 Aktien, AI European Holdings S.à r.l. 3.945.700 Aktien und Rocket Internet AG 502.095 Aktien zu platzieren.“

Abhängig vom Kurs (aktuell z.B. 24,31 Euro) würde das bedeuten, dass die Samwers im ersten Schritt Zalando-Aktien im Wert von knapp 224 Mio. Euro und Holtzbrinck von rund 102 Mio. Euro veräußern, den größeren Teil ihrer Aktien aber behalten.

Zugleich wollen Kinnevik, Bestseller und andere Zalando-Aktionäre die Haltefrist für 64% des Aktienkapitals um weitere 3 Monate bis zum 28. Juni 2015 verlängern.

Spannend wird nun zunehmend (ob des größeren Streubesitzes und der vergleichsweise hohen Bewertung von knapp 6 Mrd. Euro), ob die angekündigte Strategie („Zalando gibt erste Einblicke in die Plattform-Strategie“) ausreicht („Exchanges #87: Die Zalando-Strategie unter der Lupe“), um den Börsenkurs zu halten – oder ob Zalando dafür nicht wieder etwas mehr Gas geben müsste („Wie schnell kann Zalando auf 10 Mrd. Euro wachsen?“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report

  1. Vertrauen in die eigene Firma sieht anders aus… Selbst einer der Gründer macht Kasse.

  2. Aber meinst du nicht, dass man mehr Vertrauen für seine eigene Firma aufbauen kann, wenn man nicht gleich zum erstmöglichen Zeitpunkt Kasse macht ?
    Das Signal, welches ein solches Vorgehen setzt, ist meiner Meinung nach das falsche. Zumal es ja mehr als genug Zweifler und Kritiker an der Zukunft von Zalando gibt.

    • Rubin Ritter ist ja in dem Sinn kein Gründer. Und ich verstehe, dass auch jemand wie er nach Jahren harter Arbeit ein paar der Früchte ernten will. Robert Gentz und David Schneider, die von Anfang an dabei sind, halten ja an ihren Anteilen fest. Natürlich weckt das in der Öffentlichkeit immer Zweifel. Andererseits gibt es aber auch im VC-Bereich Secondary-Runden, damit Gründer, Investoren und Manager, die lange kein Geld gesehen habe, eine (Teil-)Ausstiegsoption haben. Nach dem erfolgreichen Turnaround im letzten Jahr finde ich das nur fair.

  3. Wenn man an die langfristige Zukunft des Unternehmens denkt, ist es meiner Meinung nach dennoch das falsche Signal. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass der Vorstand von Zalando sich ein schlechtes Gehalt auszahlt und jahrelang „keine Früchte geerntet hat“.
    Klar gibt es Secondary-Runden, aber gerade als Unternehmen, welches mit viel Skepsis an die Börse gebracht wurde, sollte es doch in erster Linie darum gehen, Vertrauen aufzubauen. Das wäre mir gerade als Gründer/Vorstand viel wichtiger, als erstmal Kasse zu machen.
    Aber sicherlich ist es nicht komplett ungewöhnlich, was dort passiert. Und wie du schon schreibst, ist es auch ein Zeichen das Robert Gentz, David Schneider und auch Kinnevik als Hauptanteilseigner keine Anteile verkaufen.

  4. Zudem sollte man von außen vorsichtig sein mit derartigen Einschätzungen. Da die deutsche Steuergesetzgebung zB Optionsausübungen direkt besteuert, kann hier die schiere Notwendigkeit vorliegen, den Fiskus bedienen zu müssen … Als Signal immer schwierig, aber nicht immer vermeidbar …

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