Windeln.de mit ersten Präsentationsunterlagen und Quartalszahlen

Wer sich wundert, warum Windeln.de – trotz aller Abstriche – einen so starken Börsengang hinlegen konnte, der findet jetzt die Unternehmenspräsentation und die Quartalsunterlagen online. Diese unterstreichen nochmal, wie gut sich Windeln.de investorenseitig verkauft:

windelnde2015Q1

Mit der Kohortensicht und der Darstellung des Customer Lifetime Values setzt Windeln.de einen neuen Standard für (börsennotierte) Wachstumsunternehmen:

windelndeCLV

Zudem finden sich die Zahlen aufgeschlüsselt nach einer Fülle von Kriterien. Ähnlich viel Transparenz bieten derzeit noch die allerwenigsten (Online-)Handelsunternehmen:

windelnde2014bd

windelnde2015q1kpi

Mit der Strategie von Windeln.de hatten wir uns ausführlich schon in den Exchanges #94 („Windeln.de unter der Lupe“) auseinandergesetzt. Die Charts unterstreichen nochmal das Gesagte.

Im 1. Quartal ist Windeln.de um 87% gewachsen und rechnet für 2015 mit einem Wachstum zwischen 70% und 80% – auf dann zwischen 172 Mio. und 182 Mio. Euro.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Food, Shopboerse

21 replies

  1. Super Zahlen – ohne Frage.
    Aber die sehr starke Abhängigkeit von einem Land (China) und dort einem Produkt (Milch) ist schon sehr riskant!

    • Kann ich nur zustimmen. Wäre mir auch zu heiß für eine Investition. Und so toll finde ich die Zahlen nicht, denn unter dem Strich, denn auf der einen Seite steht da noch ein Verlust (Umsatz ist zwar schön, aber nicht das, was zählt) und zweitens kam der Großteil des Zuwachses aus dem (vermeintlich) unsicheren China

    • Ja, auf excitingcommerce wird diese Bude immer gehyped. Warum … darüber schweigt sich der Autor schon seit Wochen aus. Könnte aber mit dem Börsengang zusammenhängen. Da wurden ja nun schon die ersten Anleger Euros verbrannt, um den Gründern und Investoren ihre Peseten zu retten und die IPO begleitenden Affiliates zu beglücken.

      Die Zahlen bleiben unterirdisch: der Umsatz in Deutschland ist nen Witz, die China-Abhängigkeit völlig irre. Wieviel Umsatz die machen müssen, um den ersten Euro zu verdienen, kann sich jeder ausrechnen. Ob sie da aber jemals hinkommen, bleibt mehr als zweifelhaft. Schließlich gibt es noch ein paar schwere Player im Markt, die noch nicht mal Notiz von den paar Windelpäckchen genommen haben.

      • bei Exciting Commerce wurden auch Amazon und Zalando „gehyped“, bevor sie am Ende den Bach runter gegangen sind. Ach, halt, sind sie ja gar nicht. Seltsam, oder?

      • Ich finde, dass die Berichterstattung hier über Windeln.de den Umsatzgrößenordnungen angemessen ist, die das Unternehmen mittlerweile erzielt. Weiterhin finde ich den Ton, in dem berichtet wird, nicht das, was man „hypen“ nennen kennen.

        Ob das Geschäftsmodell mittelfristig profitabel werden und stabil sein kann, ist meines Erachtens alles andere als klar. Die Wachstumsraten finde ich beachtlich. Die Risiken aber auch.

      • Wer die Exchanges zu dem Thema gehört hat, der weiß auch, dass selbst Jochen die Bewertung von windeln.de mehr als ambitioniert findet. Und auch im K5-Depot ist der Wert nicht vertreten. Von dem her, sehe ich in diesem Fall nicht, wo hier gehyped wurde.
        Im Gegensatz zu Rocket Internet und den Samwers generell, aber das ist dann auch wieder ein anderes Thema ;-)

      • Witzig, aber wenig überzeugend. Als amazon schon dicke unterwegs war, lag die Redaktion hier noch in den „Windeln“ :) Da war also wenig zu „empfehlen“.

        Und: lest einfach die Lobeshymnen vor dem Börsengang hier. Gibt ja nen riesen Thread dazu.

        Und wer ernsthaft Amazon und Zalando hier zum Vergleich ranziehen will … nun, das lassen wir mal einfach so stehen. Sonst kommt noch einer mit Fortress um die Ecke ;)

  2. Was wieder schlau gemacht wurde, ist, in diesen KPIs die Kosten nicht klar darzustellen. Sieht so alles super aus, allerdings würde mich schon interessieren wie sich die Kosten entwickeln, die ich pro Bestellung aufwenden muss, um die Bestellung auszuführen. Haben sie sich schon verbessert? Wäre ganz einfach als Kennziffer darzustellen und das wurde nicht gemacht. Stattdessen zeigen sie lieber wieviele Kunden übers Handy gekauft haben… oouuuuuhhh ;-)

  3. PS: ach ja, warum sie wohl so günstig Neukunden werben können? Kann es sein, dass hier der Wettbewerb fehlt? Und warum bietet keiner mit bei Adwords? Richtig, weil bei jeder Order die Kosten höher sind als die Einnahmen.

  4. Aber genau die beiden Aspekte sieht man doch am Customer Lifetime Value. Solange es ihnen gelingt, profitable Kunden zu gewinnen bzw. den Kundenwert zu steigern, ist die Welt mE vergleichsweise in Ordnung.

    Und wer will, kann ja die Kosten pro Bestellung relativ einfach ergänzen. Wüsste allerdings nicht, wo da der Mehrwert liegt. Schließlich unterscheidet sich der Wert pro Bestellung nicht vom Gesamtumsatz durch die Gesamtkosten. Und wie sie da vorankommen, ist ja in den Unterlagen klar beschrieben – und das sogar aufgeschlüsselt nach Region und „Sales Channel“.

    Oder überseh ich was?

    • Ich bin mir sehr sicher, dass in dem Customer lifetime Slide nochmal Kosten drauf kommen, die in der Grafik einfach weg gelassen wurden. Im Kleingedruckten steht ja was sie alles abgezogen haben, aber das ist noch nicht alles… Da kommt noch was. Um das raus zu finden, was da fehlt, müsste man tief rein gehen. In dem Börsenprospekt hat man das gut gesehen, dass sie bei jeder Order Verlust machen, ohne Marketing Kosten.

  5. Kann jemand die Relation der folgenden beiden Kennzahlen erklären?

    – Active Customers Q1 2015: 556.000
    – Number of Orders Q1 2015: 454.000

    Was zählt als active customer? Wie kann die Anzahl Orders kleiner sein, als die Anzahl aktiver Customers?

    • Ich vermute mal, die zählen als aktive Kunden diejenigen, die in den letzen 6 Monaten mindestens 1x bestellt haben, das wird relativ häufig als KPI genommen.

    • Active customers sind in der Regel auf 12 Monate bezogen mit mind. 1 Bestellung. Darum ist die Zahl höher als die Orders im Q1.

      • Die Kursentwicklung sagt alles, seit dem Börsengang vor knapp einem Monat satte minus 27%. Das ist keine Erfolgsstory. Windeln.de befindet sich zum großen Teil und weiter wachsend in Abhängigkeit von chinesischen Konsumenten. Der tatsächlich erzielte Umsatz in DACH relativiert die Bedeutung der Firma als deutsches E-Commerce Unternehmen. Eigentlich ein Witz, dass es gelungen ist, windeln.de in diesem Status zum IPO zu führen. Für mich der Indiz einer Blasenbildung…

      • @GB … ja, es beruhigt zu wissen, dass es da draußen doch noch Leute zu geben scheint, die mit Unternehmenszahlen in Relation zur reellen Marktsituation etwas anfangen können und sich nicht von den „die definieren sich den Markt halt neu“ Theorien aus dem Taka-Tuka-Land blenden lassen.

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