Globetrotter fällt komplett an die schwedische Fenix-Gruppe

Globetrotter, wie Görtz eines der prominentesten Multi-Channel-Opfer, fällt nach 35 Jahren komplett an die schwedische Outdoor-Gruppe Fenix.

globetrotter

Nachdem gegen das Internet alles Zetern und Jammern nichts genützt hat und das Online-Geschäft zuletzt um 18% eingebrochen war („Globetrotter streicht Stellen“), hat die schwedische Fenix-Grupe erst 20%, dann die Mehrheit und nun alles übernommen.

Mit prominenten (Aus-)Fällen wie diesen und Entwicklungen wie bei Kaufhof („Metro verschenkt Kaufhof und erhält 2,4 Mrd. € für die Immobilien„), bei Otto („Otto zieht bittere Bilanz, schließt Verkauf von Mytoys nicht aus„) oder Thalia („Douglas fällt an nächsten Finanzinvestor; was wird aus Thalia?„), bleibt es erstaunlich, mit welcher Chuzpe die Branche weiterhin ihre Multi- und Crosschannel-Doktrin verbreitet („Wie lange wollen HDE & Co. den Handel noch für dumm verkaufen?„). Siehe auch das Streitgespräch jüngst in der Brand Eins.

Schon für Onliner ist es schwer genug, strategisch am Ball zu bleiben wie die Beispiele von Frontline („Der Frontlineshop soll als Menlook.de wiederauferstehen„) oder von Planet Sports („21sportsgroup übernimmt Planet Sports von insolventer Mutter„) zeigen. Wie soll da jemand mithalten, der das Online-Geschäft nebenbei betreibt?

Wie sich Deutschlands führende Onliner auf den wachsenden Wettbewerb einstellen, ist zum fünften Mal Thema der K5 Konferenz, am 10./11. September in München. Dort gibt es bewusst keine einfachen Patentrezepte, sondern Online-Erfahrungen und -Einschätzungen aus erster Hand.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

14 replies

  1. Offensichtlich ist ja Multichannel ein Irrweg, zumindest wenn ihn Offliner betreiben. Wenn Pure-Player aber stationäre Stores (Neudeutsch Flagship-Stores) eröffnen, was ja gerade richtig hipp ist, ist das Deiner Meinung nach der richtige Weg?

    • der Irrweg ist mE nicht Multichannel, sondern die Defokussierung. Und Onliner tappen da genau in dieselbe Falle. Als ob es im Zuge der hereinbrechenden Mobile-Welle nichts Wichtigeres gäbe als Filialen zu eröffnen.

    • Zitat: „Multichannel ist, wenn man ein schlechtes Onlinemodell mit einem sterbenden Offlinemodell querfinanziert. 1+1 = 0“ Das habe ich letztens gelesen :-)

      • triffts ziemlich gut, finde ich.

      • Das Zitat finde ich gut! „Multichannel“ sorgt allerdings tatsächlich für wirtschaftlichen Erfolg – bei den Beratern, die die Multichannel-Sau durch die Vorstandsetagen treiben. Um es einmal überspitzt zu formulieren: Es würde mich nicht wundern, wenn weltweit mehr Beratungshonorare zum Thema Multichannel geflossen wären als echte Zusatzgewinne durch dieses Konzept.

      • Sehr schönes Zitat! Vice versa: “Multichannel ist, wenn man ein geringfügig mehrwertiges Offline-Modell mit einem durchschnittlichen (austauschbaren) Onlinekonzept querfinanziert. 1+1 = 0″ Beispiele hierfür gibt es genügend

      • Wie ist das dann mit den Onlinern? MyMuesli hat ein beachtliches Online-Geschäft und expandiert trotzdem gerade stark offline. 1+1=0 ? Würde ich dem Fall nicht sagen. Und da gibt es noch ein paar andere.

      • @Claus: Vertikal integrierte Händler (aka Hersteller) wie MyMuesli scheinen davon weniger betroffen zu sein. Zara, decathlon u.a. gehören dazu.

  2. Ob offline Ablenkung ist oder nicht – Tatsache ist, dass diejenigen Onliner, die offline gehen, einen ganz anderen Aufsatzpunkt habe: Namentlich eine CRM- und datenbasierte Kundensicht, eine Zentrallogistikdenke und eine sich an ständig verändernde Einkaufsverhalten anpassende Usability des eigenen Angebots. Onliner denken Optionen, Offliner ans Bewahren tradierter Muster („Der Handel der Zukunft vs die Zukunft des Handels“). Meine bescheidene Meinung. Alles weitere besprechen wir dann im September auf der K5 in München :)

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