Frauenlos: Frontlineshop geht weiter Richtung Menlook

Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung („Der Frontlineshop soll als Menlook.de wiederauferstehen„) hat sich Frontline diese Woche von seiner weiblichen Kundschaft verabschiedet:

frontlineohnefrauen

„Ab dem kommenden Jahr werden wir uns ausschließlich auf die Herren der Schöpfung konzentrieren.“

Der Blogpost („Schatz, wir müssen reden!“) wirkt ganz so, als ob unter Menlook auch der bisherige Firmensitz zur Disposition steht („DANKE für 7 Jahre frontlineshop Homebase Hamburg!“).

Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Frontline als Marke verschwindet und sortimentsseitig in Menlook aufgeht („Die Menlook-Integration schreitet voran„).

Im Unterschied zu Karmaloop („Karmaloop über die verhängnisvollsten Entscheidungen„) ist bei Frontline noch nicht bekannt (sprich: öffentlich dokumentiert), was in den letzten Jahren schief gelaufen ist. Angerissen haben wir das Thema u.a in den Exchanges #88 („Burda und der Fluch des Wachstums„).

Gerade in Hamburg ist Frontline allerdings kein Einzelfall. Mit Globetrotter („Globetrotter fällt komplett an die schwedische Fenix-Gruppe„) und mit Görtz („Finanzinvestor Afinum beteiligt sich an Görtz“) sind zwei weitere einstige Vorzeigeunternehmen zuletzt in arge Bedrängnis geraten.

Görtz hat kürzlich seine neue Strategie präsentiert, muss sich dafür allerdings einen neuen Chef suchen. Und auch Globetrotter braucht jetzt einen neuen E-Commerce- und IT-Chef.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

4 replies

  1. Meiner Meinung nach war frontline leider „stuck in the middle“: Für den Massenmarkt (Zalando) war das Konzept zu spitz, und für die Nische waren sie schon zu groß geworden. Frontline hat leider in den Erfolgsjahren zuwenig in den Rückspiegel geschaut, und plötzlich standen da ASOS und Zalando, die beide voll auf Internationalisierung setzten. Dazu kommt ein auswechselbares Sortiment, ein „drängelnder Investor“ und leider unterdurchschnittlicher Customer Service (man siehe sich mal deren fb Seite an)…Schade, frontlineshop!

  2. Die damalgen Gründer haben es einfach verpasst die richtigen Weichen zu stellen. Sie haben sich in Nebenkriegsschauplätzen verzettel und viel zu hohe Personalkostenpositionen aufgebaut. Traurig, da das Geschäftsmodel deutlich mehr hergegeben hätte – wie man an anderer Stelle ja sieht…

  3. Ich hatte Frontlineshop seit meiner Jugend als Katalog-Versender wahrgenommen und hatte immer das Gefühl, dass man sich heute noch auf den „fetten Jahren“ ausruht. Man hat sich, meinem Empfinden nach, nicht aus dieser Sonderstellung (hohe Bekanntheit, viele (Stamm)kunden, großer -offline- Vorsprung etc) herausbewegt und wahrscheinlich gedacht, dass es immer so weitergeht. Auch total coole Skater aus 1996 tragen ihre Hosen eventuell nicht ihr ganzes Leben lang zwischen den Kniekehlen. Darüber hinaus hat sich Frontlineshop nicht mit anderen Online Konkurrenten gemessen und lange an nicht zeitgemäßen – hohen – Versandkosten und einer trägen Retouren-/Erstattungsabwicklung festgehalten, obwohl der Shop immer zeitgemäß und die Produkte konkurrenzfähig waren. Fazit: Es ist 2015 und nicht mehr 1998…

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  1. Curateurs und der zweite Wurf des Karmaloop-Gründers | 10 Jahre Exciting Commerce

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