Crowdfox: Wo der Insolvenzverwalter von Schlecker und Weltbild investiert

Direkt aus der Pressemitteilungshölle erreicht uns die Nachricht von Crowdfox („Der Marktplatz einer neuen Generation“), dass dort jetzt u.a. Arndt Geiwitz eingestiegen ist („Siebenstellige Seed-Finanzierung für Crowdfox, das Google des E-Commerce“), der sich vor allem als Insolvenzverwalter von Weltbild und Schlecker einen Namen gemacht hat:

crowdfox

„Crowdfox baut auf eine einzigartige semantische Technologie und überzeugt mit seinem fairen Marktplatzmodell namhafte Privat-Investoren wie Arndt Geiwitz (Schneider, Geiwitz & Partner) und Dirk Pahlke (Rothschild), die mit der Seed-Finanzierung das Wachstum des 2014 gegründeten Unternehmens gewährleisten wollen. Mit der jüngsten Finanzierungsrunde sichert sich Crowdfox jetzt weitere fünf Millionen Euro.“

Davon abgesehen ist Crowdfox ein herausragendes Beispiel dafür, wie man sich als Startup PR-seitig komplett zum Affen machen kann („Crowdfox einzigartige Big-Data-Technologie vereint die Vorteile von Google und Amazon“).

Zum Thema Marktplätze siehe auch die Exchanges #97 („Gute Marktplätze, schlechte Marktplätze“) und die Exchanges #65 („Das Helfersyndrom im E-Commerce„).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

20 replies

  1. Na dann haben sie wenigstens gleich jemanden, der die Insolvenz in 2-3 Jahren abwickeln kann ;)

    Gut gemeinte Tipps an das Team:
    1) Warum ich jetzt bei Euch kaufen sollte, hab ich nicht verstanden… Ich kaufe nicht bei Amazon, weil ich noch die letzten Euros sparen will, sondern weil es immer funktioniert und bequem ist. Und wenn es nur irgendwie geht, will ich mein Fulfillment direkt von Amazon, damit alles im gleichen Paket und mit einer Rechnung kommt. Wo ist bei Euch jetzt der Vorteil? Ich sehe nur Nachteile (abgesehen von einer kleinen Ersparnis).
    2) Der Name erinnert mich an einen Crowdsourcing-Anbieter, für einen Online-Shop aus meiner Sicht völlig ungeeignet – geht ja nicht um Crowd-Shopping, oder?
    3) Die Pressemitteilung nimmt doch sowieso kein Journalist (oder Investor) wirklich ernst. Wieso nicht gleich ordentlich kommunizieren?

  2. Das Sourcing von Markenprodukten wird wohl das größte Problem darstellen. Welcher Hersteller hat schon Interesse daran das seine Preise zwischen Händlern stark variieren? Und wenn Amazon einen Mitbewerber in den Fokus nimmt wird jeder Preis gematcht. Wer da wohl den längeren Atem hat ;)

  3. Eine Produktsuche führt auf einen harten 500er Serverfehler ohne Fehlerseite… Alles klar!

  4. Das Video macht auf jeden Fall auf dicke Hose … http://sell.crowdfox.com/

    • Das Preismodell einer monatlichen Gebühr ist natürlich für die Händler, die viel verkaufen, sehr attraktiv. Das Problem ist die Reichweite der Plattform. Wenn die nicht raketenartig durch die Decke geht, ist auch ne Monatsgebühr zu teuer, wenn man nichts verkauft.

    • Das Video ist ja großartig. Das archiviere ist mir. Immerhin hat darin der ecommer Leiter von spirituosenland.de bestätigt, dass es super läuft…. Hach, der Jürgen :-)

    • Ich habe mir das Video jetzt auch mal angesehen. Hat sich wirklich gelohnt. ;-)

      Un die bösen Worte waren auch dabei: „Während Händler bei Amazon 15% auf den Nettoumsatz bezahlen“. – Nein, nein und nochmals nein. Man kann es gar nicht oft genug wiederholen, dass es 15% auf den Bruttoumsatz und dadurch 17,85% auf den Nettoumsatz sind. Und die 2,85% Differenz bekommt man auch nicht wieder zurück. Auch nicht vom Finanzamt.

      Aber zumindest weiß der Wirtschaftsjournalist wo es lang geht. Er ist überzeugt, dass Crowdfox Amazon in die Knie zwingt und Amazon deshalb schon bald auf Eigenhandel umsteigen werden muss. Aber vielleicht gibt es Amazon bis daher ja schon gar nicht mehr. Jetzt verstehe ich wenigstens, warum der nette Wirtschaftsjournalist immer so freundlich in die Kamera lächelte. Wenn ich sowas erzählen müsste, würde es mir auch schwer fallen mir das Grinsen zu verkneifen.

      Also das Video ist wirklich ein brutaler Stockfehler. Möchte nicht wissen wie viel Geld sie damit in den Schornstein geblasen haben. Dafür dass es Crowdfox bereits seit drei Jahren gibt, haben sie scheinbar herzlich keine Ahnung vom Markt. Zumindest kennen Sie das Amazon Tarifmodell nicht und wissen auch nicht dass Online-Händler nicht die größten Deppen sind, die auf so ein Bullshit-Video reinfallen.

  5. Ja das mit der Öffentlichkeitsarbeit ist so eine Sache. Das haben wir für Tradoria (heute Rakuten D) damals besser hinbekommen. Aber auch wenn es die Pressemitteilung einem schwer macht – das Geschäftsmodell an sich würde ich deshalb nicht gleich ungeprüft in den Wind schießen wollen.

  6. „…Anders als Jet.com kann Crowdfox auf den Bau eigener Warenhäuser verzichten und bleibt dabei in der Skalierung – auch international – von realen Standorten unabhängig…“

    Hä??? Da hat wohl jemand zu viel Jet-PR geschnüffelt…

  7. Selten so gelacht, das Video ist echt spitze! „Amazon zittert schon …“

  8. Das Video ist wirklich lustig: https://sell.crowdfox.com

    Da erzählt ein „unabhängiger Wirtschaftsjournalist“, dass Amazon in 5 bis 10 Jahren nicht mehr existieren wird – dank Crowdfox.

    Aber wenn ich den CEO der Crowdfox bei Google suche, finde ich nur das hier:

    http://www.handelsblatt.com/archiv/insolvenzverfahren-laeuft-addbrain-letzte-vorstellung-im-trainer-zirkus/2059672.html

    • Mmmhh Sony Xperia U Weiß / Gelb bei Amazon 219,90 € bei Crowdfox 117,90 €. Mit den 8-15% ist das allein aber nicht zu erklären. Wenn man weiss, wie geringe Margen auf Elektronik liegen, gibt es da mit Sicherheit einen Haken.

  9. Würde gerne das Genie kennenlernen welches den Investoren mit diesen Mist die Kohle aus den Taschen gezogen hat. Ganz großes Kino und der eigentliche Gewinner!

  10. Das lustige Crowdfox-Video ist wieder da. Diesmal von Mark Steier bei Youtube online gestellt: https://www.youtube.com/watch?v=EPjqfx1rxUM

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