Warum das IFH/ECC Köln zunehmend stärker unter Druck gerät

Das ECC/IFH hat diese Woche nochmal nachgelegt und damit entsprechend konsternierte Reaktionen hervorgerufen. Selbst von wohlmeinender Seite kommt mittlerweile nur noch ratloses Stirnrunzeln:

Zitat des Tages: „Das Ende des Pure Plays ist eingeleitet“. Das IFH Köln betreibt – bei aller Sympathie für Omnichannel-Ansätze – eine etwas eigenartige Klientel-Strategie mit Beschwichtigungsrhetorik und Absolutheitsanspruch.“

Um nachzuvollziehen, was hier gerade passiert („Wie gefährlich sind die Thesen des ECC/Instituts für Handelsforschung für die Branche?„), muss man wissen, dass sich das ECC/IFH auf Multi-Channel-Studien spezialisiert hat, die dem (stationären) Handel helfen sollen, sein Schicksal zu meistern.

So hehr der Anspruch ist, so sehr hat diese Selbstbeschränkung dazu geführt, dass man sämtliche anderen Marktentwicklungen von vorn herein als irrelevant ausgeblendet hat, mit den bekannten Begründungen (Amazon wird nie profitabel arbeiten können, der kostenlose Hin- und Rückversand rechnet sich nie für Zalando, alle anderen Onliner sind Ausnahmeerscheinungen, etc.)

Wie tickt die Masse der Online-Shopper?

Wie die Masse der Online-Shopper tickt, was Amazon-, Ebay- oder Zalando-Kunden treibt, das hat das ECC/IFH nie interessiert. Anders als das Allensbach Institut zum Beispiel, das in seinen Studien immer wieder spannende Zahlen geliefert („ACTA 2014: 14,5 Mio. Vielbesteller treiben das Online-Wachstum„) und so spannende Erkenntnisse ermöglicht hat.

Dass Exciting Commerce zu den schärfsten Kritikern des ECC/IFH gehört, versteht sich von selbst. Doch sind es nun eben nicht mehr nur die vermeintlichen Online-Hardliner, die das ECC kritisieren, sondern zunehmend auch neutrale und gemäßigte Stimmen („Wie gefährlich sind die Thesen des ECC/Instituts für Handelsforschung für die Branche?„).

Jedem in der Branche ist deshalb zu empfehlen, den sehr speziellen Forschungsansatz des Instituts für Handelsforschung mal genauer in Augenschein zu nehmen und sich selber ein Bild zu machen, wie bestimmte Aussagen und Einschätzungen zustande kommen.

„Das Ende ist eingeleitet“

Das ECC/IFH hat sich zuletzt jedenfalls extrem angreifbar gemacht. Wohl kein Institut ist in seinen Einschätzungen häufiger von den Realitäten widerlegt worden. Nun also sollen 90% der reinen Online-Händler sterben, damit das ECC/IFH Köln überleben kann. Man kann gespannt sein.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Ultimondo

4 replies

  1. Das provozierende Headlines (ob wahr oder nicht, sei mal dahingestellt) für Traffic sorgen weiß doch jeder Jochen! Davon lebt u.a. die Bild-Zeitung. Ob wir dem Raum geben, bleibt jedem selber überlassen. Ich denke aber es gibt genügend intelligente Köpfe in der eCommerce-Branche die diese IFH/ECC Aussage mit anderen vergleichen und so zu ihrer eigenen Erkenntnis kommen.

    Zurück zum Thema… Ja, diese Aussage: „Das Ende des Pure-Plays ist eingeleitet“ ist völliger Quatsch :-) Mit welcher Begründung? So könnte ich als Frau, als Expertin für eCommerce und SHEcommerce, auch behaupten: Mercedes wird bald keine Autos mehr verkaufen, weil sie den SHEcommerce Ansatz immer noch nicht richtig interpretiert haben (auch dieses neue SHE’s Mercedes, geht ziemlich an die Zielgruppe vorbei).

    Solange Studienergebnisse immer noch nicht unterscheiden zwischen Mann/Frau, solange Onlinehändler immer noch nicht die Zielgruppe! im Blick haben, solange immer noch zu wenige Frauen in dieser Branche erfolgreich unterwegs sind… tja, und dann spreche ich mal mit deinen Worten: Machen die Jungs was sie wollen :-))

    • Eben haben wir die Exchanges #135 aufgezeichnet, wo wir die Leistungen/Aussagen des ECC/IFH nochmal gesondert würdigen. In dem Zusammenhang haben wir auch über blinde Flecken in der Online-(Markt-)Forschung gesprochen – u.a. eben bei der Erforschung der weiblichen Zielgruppen …

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