Falling Star: Windeln.de präsentiert sich als Sanierungsfall

Bei der jüngsten Umsatzkorrektur („Windeln.de wächst 46% in Q1 und senkt Jahresziel auf 235 Mio. €“) konnte man durchaus skeptisch sein, ob Windeln.de seine Lage nicht zu optimistisch einschätzt.

Heute gabs dann bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse eine Art Offenbarungseid – und Windeln.de präsentiert sich, gut ein Jahr nach dem Börsengang, als Sanierungsfall (PDF):

windelndeprojectstar

windelnde2016H1pMehr zu den Entlassungen, zur Schließung des Nakiki-Shoppingclubs und den anderen Sanierungsmaßnahmen in der Pressemitteilung und später bei Exciting Commerce

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Kategorien:Food, GLORE25, Shopboerse

42 replies

  1. Wundert mich überhaupt nicht!!! Die Kennzahlen von windeln.de deuten schon ganz lange in die Richtung.

  2. „Auf Nachfrage von neuhandeln.de bestätigt der Konzern dann auch, dass es sich um eine kurzfristige Entscheidung handelt, die erst gestern getroffen worden sei.“

    Schön für die betroffenen Mitarbeiter.

  3. Ich bin mal auf Jochen’s Sicht der Dinge gespannt, nachdem er in zahlreichen Podcasts ja gar nicht mehr an sich halten konnte, wie toll Windeln.de ist und welch große Visionäre die GFs sind.

    Schon erstaunlich, wie ein, zwei Kohortenanalysen (btw längst nicht so ungewöhnlich wie Jochen denkt) den Blick vernebeln können.

    • Nun, da damals bereits nicht auf die Fragen bzgl. der Unstimmigkeit zwischen Zahlenwerk/Markt und Wunschdenken eingegangen wurde, alle Argumente verlacht wurden, bin ich auch sehr gespannt, wie sich die GLOREichen zu ihrer überheblichen Fehleinschätzung äußern werden.

    • Meine Sicht der Dinge steht ja schon in der Überschrift. Waren die Aussagen im Mai schon peinlich für Windeln.de, so ist das jetzt ein Armutszeugnis, frei nach dem Motto: „Denn sie wissen nicht, was sie tun“. Wir machen dazu aber morgen ohnehin eine Exchanges-Ausgabe.

      • Das finde ich persönlich sehr mutig und richtig von dir. Deine Aussagen von damals, dass sich die Rossmanns, DM´s und Co. von Online Pure-Playern wie windeln.de die Butter vom Brot nehmen lassen, waren schon sehr heftig und einseitig. Daher finde ich es richtig, dass du auch nach so einem Desaster Stellung zu dem Gesagten nimmst.

    • Fairerweise sollte man sagen, dass es erst vor ein paar Tagen auch von anderer Seite noch positive Beurteilungen gab:

      http://investor-magazin.de/0635musterdepot-bei-windeln-de-sollte-man-wieder-hinschauen/

      • Fairerweise? Wenn man sich stur und abgehoben über alles hinwegsetzt, was gegen die Euphorie vorgebracht wird, dann sieht es schwerlich mit Verständnis mau aus.

        Jeder kann mal irren … aber nicht auf diese Art und Weise.

        Jochen ist seinerzeit auf Nix eingegangen. Alles was kam war: „Alles Trolle“. Nun, die Trolle können scheinbar wenigsten Zahlen deuten und Märkte bewerten.

  4. Welche Wunder… Eine Blase platzt nach der nächsten und nur die GAFA´s + einige verschwindend wenige Ausnahmen wie Zalando liefern ab.

  5. … und kann Jochen dieses – für alle anderen offensichtliche – Fiasko mit seiner überschwänglicher Bewertung vor dem IPO in Einklang bringen? Wo war der Fehler? Vielleicht nächstes Mal vielleicht die Zahlen doch etwas hinterfragen und den Markt des „Unternehmens“ betrachten.

    2+2=22 … es wird auch mit viel Zureden und schlauen Sprüchen nun mal schwierig, gegen die Grundrechenarten anzukämpfen.

    Aber wenigstens konnten sich alle Bezeiligten die eigenen Taschen mit dem Geld der Kleinanleger vollstopfen. Glückwunsch. GLOREreich.

  6. Erstaunlich, wurde doch Windeln.de als Paradebeispiel für modernen eCommerce durch excomm & die Podcasts gehyped wie kein zweites Unternehmen. 2, 3 Kohortenbetrachtungen und alle sind hin und weg?

  7. Die IPO Bewertung war definitiv zu steil – da haben die Konsortialführer mal wieder wunderbar übertrieben ABER natürlich auch schön die Kassen der company gefüllt. Am Ende ist die Börsen ein Finanzierungsvehikel und über die Mär, dass hier alte Omis und Kleinanleger gezeichnet haben, kann ich mir bei der so geil ausgeprägten Aktienkultur in DE nur müde lachen.

    Für die MA ist es schade, aber bei quasi Vollbeschäftigung in DE nicht wirklich ein Problem.

    Bleibt das strategisch-operative Versagen oder – wie die Unternehmer unter Euch es kennen – everybodys got a plan until they get punched in the face. Es wird sich jetzt erst zeigen, was das Team und das Geschäftsmodell wirklich drauf haben.

    Damit bleibe ich auch bei Jochens Credo, dass sich die sogenannten incumbents – egal welcher Branche – die Butter vom Brot nehmen lassen. Langfristig werden die nicht mal mehr ein Brot in der Hand halten. Denn Digitalisierung gibt es nicht zum Festpreis. Und die schlappen multichannel-Versuche sind echt der totale Witz. Siehe http://www.internetworld.de/e-commerce/expert-insights/macy-s-multichannel-geschichte-scheiterns-1113739.html

    Auch heute glaubt ein Fressnapf noch, dass zooplus langfristig nicht funktionieren wird weil deren Marge zu gering ist??? Hellou, anybody home McFly? Ich würde mir mal deren Vollkostenposition angucken… leider Kostenführer.

    Ach ja, der GLORE Fond. Ein wunderbar langfristiges Vehikel und natürlich herrlich angreifbar. Irgendeine Pflaume wird immer dabei sein. In der Breite funktioniert das aber. Nach dem Motto „Put your money where your mouth is“ finde ich das Ding mutig & geil. Die anderen können ja Metro Aktien oder Walmart kaufen. Oldschool Aktien gibt es ja genug :)

    Weiter so!

    • Die IPO Bewertung war definitiv zu steil – da haben die Konsortialführer mal wieder wunderbar übertrieben ABER natürlich auch schön die Kassen der company gefüllt. Am Ende ist die Börsen ein Finanzierungsvehikel und über die Mär, dass hier alte Omis und Kleinanleger gezeichnet haben, kann ich mir bei der so geil ausgeprägten Aktienkultur in DE nur müde lachen.
      —> Genau darum geht es ja! Um die absolut überzogene Erwartungshaltung, die die Unternehmensspitze dem Finanzmarkt vorgaukelt. Die Aktie ist von 18 € auf 4 € bin kürzester Zeit gefallen, das ist Fakt. wer dabei gewonnen und verloren hat, spielt überhaupt keine Rolle.

      Für die MA ist es schade, aber bei quasi Vollbeschäftigung in DE nicht wirklich ein Problem.
      —> Geile Aussage. Werde ich meinem nächsten Arbeitnehmer, den ich kündige (noch nie passiert), ins Gesicht sagen. Mal schauen, was er mir antwortet :-)

      Bleibt das strategisch-operative Versagen oder – wie die Unternehmer unter Euch es kennen – everybodys got a plan until they get punched in the face. Es wird sich jetzt erst zeigen, was das Team und das Geschäftsmodell wirklich drauf haben.
      —> Und genau das samt dem kompletten Geschäftsmodell ist es, was hier immer wieder in den Kommentaren kritisiert wurde. Um nichts anderes geht es denjenigen hier, die sich jetzt in ihrem Zweifel an windeln.de zurecht bestätigt fühlen.

      Damit bleibe ich auch bei Jochens Credo, dass sich die sogenannten incumbents – egal welcher Branche – die Butter vom Brot nehmen lassen. Langfristig werden die nicht mal mehr ein Brot in der Hand halten. Denn Digitalisierung gibt es nicht zum Festpreis. Und die schlappen multichannel-Versuche sind echt der totale Witz. Siehe http://www.internetworld.de/e-commerce/expert-insights/macy-s-multichannel-geschichte-scheiterns-1113739.html
      —> Weiterhin vollkommener Schwachsinn und viel zu allgemein gehalten. Es wird immer Geschäftsmodelle geben, die offline besser als online laufen. Wer das nicht wahrhaben will, der lebt in einer rosaroten Onlinewelt. Genau diese Haltung von dir und auch von Jochen ist es, die vielen Leuten zu schwarz/weiß ist und auf enorme Kritik stößt.

      Auch heute glaubt ein Fressnapf noch, dass zooplus langfristig nicht funktionieren wird weil deren Marge zu gering ist??? Hellou, anybody home McFly? Ich würde mir mal deren Vollkostenposition angucken… leider Kostenführer.
      —> Ein Beispiel wo offline online Marktanteile abgenommen hat und auch weiter wird. Gegensätzliche Beispiele sind Windeln.de und Rossmann. Weiterer Beweis dafür, dass es kein schwarz/weiß über alle Branchen gibt.

      Ach ja, der GLORE Fond. Ein wunderbar langfristiges Vehikel und natürlich herrlich angreifbar. Irgendeine Pflaume wird immer dabei sein. In der Breite funktioniert das aber. Nach dem Motto „Put your money where your mouth is“ finde ich das Ding mutig & geil. Die anderen können ja Metro Aktien oder Walmart kaufen. Oldschool Aktien gibt es ja genug :)
      —> Wird man sehen. Bis jetzt ist der Fonds kein wirklicher Überflieger. Das kann sich hoffentlich noch ändern. Hätte man im Fonds nur GAFA reingepackt, dann würde die Performance eine ganz andere sein.

      • Hmmm, ich bin mir nicht sicher, ob Worte wie „vollkommener Schwachsinn“ zum aktiven Diskussionssprachschatz gehören sollten. Andererseits führen sie schön vor Augen, dass andere anscheinend auch in Schwarz-Weiß-Schablonen denken. :)

        Wie dem auch sei, jeder hat die gleichen Daten und Fakten und baut sich seine eigene Realität. Ist doch wunderbar, dass Jochen so eine extreme Position einnimmt. Sonst hätten hier die meisten nix zu diskutieren.

        Und nur kurz zum GLORE Fonds: Nur GAFA wird da schwer, weil das Vehikel – soweit ich es verstehe – als Online Retail Fonds konzipiert ist. Außer amazon (was eine tolle company ist und auch Teil des GLORE) wird’s da schwierig mit der BaFin. Es bleibt ja jedem frei, die GAFAs ebenfalls zu kaufen.

        Man wird sehen, was in 10 Jahren ist.

      • @svenrittau
        Ich habe mutwillig „vollkommener Schwachsinn „gesagt, denn wenn ich sowas lese:
        „Damit bleibe ich auch bei Jochens Credo, dass sich die sogenannten incumbents – egal welcher Branche – die Butter vom Brot nehmen lassen.“
        dann würde ich gerne von dir hören, wie du solche Aussagen findest. Gewagt ? Mutig ? Optimistisch gegenüber Online ?
        Ich nenne sowas realitätsfremd, -verdrängend und wie geschrieben „vollkommenen Schwachsinn“.

      • @ sven
        Bzgl. GLORE: Wie passt die Beteiligung in Kinnevik ins Bild der reinen Online Retail Investments ?

      • solange es noch keine 25 börsennotierten Online-Händler gibt, die alle relevanten Märkte abdecken, sind Holding-Unternehmen wie Kinnevik, Naspers, etc. im Fonds vertreten für Regionen wie Afrika, Indien, Südamerika, etc. Kinnevik ist zudem die aus unserer Sicht bessere Alternative zu Rocket Internet.

  8. Spannende Diskussion! Keep it going …

    Wie seht ihr denn die aktuelle Bewertung, kann das noch niedriger gehen?

    • Kursziel 0 Euro. Nach aller Voraussicht wird das Geld Ende 2017 ausgehen. Das Kostensenkungsprogramm kommt zu spät. Eine Kapitalerhöhung wird angesichts der Börsengeschichte schwierig bis unmöglich, das Vertrauen ist dahin. Wer leiht dem Unternehmen noch Geld?
      Windeln.de ist durch Zufall auf eine kleine Milchpulvermine gestossen, die das Unternehmen lange getragen hat (>50% Umsatzanteil ehemals), aber nun nicht mehr die Margen liefert, die man braucht, um den Rest zu finanzieren.

      • Hast du den Podcast zum Thema schon gehört? Jochen sieht das immer noch anders. Meine Neugier ist geweckt, werde mir nun auch mal die Unterlagen ansehen.

  9. @Jochen: Hast du nicht mal Lust eine Sonderausgabe des Podcasts zu machen, indem du dir 1-2 Leute reinnimmst die gegenteiliger Meinung sind? Gerne jemand hier aus den Kommentaren … wäre interessant anzuhören.

    • Prinzipiell schließe ich das nicht aus. Nur reden wir hier in den Kommentaren ja (mehr oder weniger bewusst) aneinander vorbei. Je nachdem, ob man Windeln.de aus Wachstumssicht oder aus Shopbetreibersicht beurteilt, kann man zu den sehr unterschiedlichen Ansichten kommen. Ich kann der Shopbetreibersicht 100% folgen und würde im Zweifel genauso argumentieren und Windeln.de komplett abschreiben (bzw. nervenschonender: einfach ignorieren).

      Letztlich ist so eine Grundsatzdebatte aber müssig, weil sie Äpfel mit Birnen vergleicht und in 20 Jahren E-Commerce – von Amazon bis Zalando – zigmillionenfach geführt worden ist. Der Erkenntnisgewinn ist seit jeher minimal. Im Bestfall steht am Ende die lapidare Erkenntnis, dass es eben unterschiedliche Ansichten gibt.

      • So gerne ich den Blog lese, ab und zu zweifle ich – und in letzter Zeit immer öfter…

        Shopbetreiber- vs. Wachstumsperspektive? Das klingt nach einer arroganten Aufteilung der Welt in Kleingeister und Visionäre. Letztendlich geht es aber doch um wirtschaftlich sinnvolles Handeln, oder?

        Wie kann denn ein Unternehmen, dass nachhaltig Verluste schreibt und v.a. keinerlei differenzierendes Angebot im Markt hat, auch nur aus irgendeiner Perspektive toll sein?

        Unter den zT dogmatischen Positionen mit Hang zur leicht aggressiven Dickköpfigkeit (Windeln.de ist/war geil, Otto war/ist scheisse – no matter what – und redet mir bitte nicht rein) leidet die Qualität des Blogs. Zeit für Urlaub? :)

      • das war in keinster Weise wertend (und schon gar nicht überheblich) gemeint: Shopbetreiber müssen aus sich heraus wirtschaften und können deshalb max. 10% pro Jahr wachsen. Wachstumsunternehmen können durch die externe Kapitalinfusion erheblich schneller wachsen (+50% bis +100%), schreiben aber in den extremen Wachstumsphasen entsprechend hohe Verluste. Das sind einfach zwei verschiedene Welten, die im Kern unvereinbar sind.

      • Das verstehe ich nicht. Wo ist denn z.B. ein Windeln.de was anderes als ein normaler Shopbetreiber ?
        Die machen wie Zooplus.de und Co. nichts anderes als – wie von dir genannten lame commerce – indem sie nichts Neues erfinden, sondern einfach nur als Händler Ware im Internet verkaufen.
        Dies nur mit mehr Kapital und internationaler. Die Spielregeln des Marktes (nur wer Geld verdient hat langfristig eine Zukunft) gilt irgendwann aber für diese Player genauso wie für bootstrappt Shopbetreiber. Und genau das ist der springende Punkt. Wer nicht beweist, dass er mit seinem Shop Geld profitabel sein kann, hat es nicht verdient, beachtet zu werden und am Markt zu bleiben.

      • Kai – das Prinzip profitabel ist mit der Mathematik der Autoren schon seit geraumer Zeit nicht mehr vereinbar. Solange aber GLOREreich phantasiert wird, ist es wenigstens belustigend.

      • @Kai

        Hab ich versucht zu beschreiben: ein Windeln.de hat 100+ Mio. Euro Wachstumskapital beim Börsengang geholt. Zooplus holt sich beständig Wachstumskapital im jeweils zweistelligen Millionenbereich, etc., Zalando hat noch Hunderte von Millionen auf der hohen Kante, etc.

        Ein typischer Shopbetreiber hat diese Möglichkeiten nicht und muss quasi von der ersten Minute profitabel arbeiten und wird idealerweise aus sich heraus wachsen. Entsprechend anders die Strategie und die Einstellung.

        Beides sind legitime Modelle, vor beiden habe ich Respekt. Aber beide lassen sich beim besten Willen nicht miteinander vergleichen. Das hat auch nichts mit Lame Commerce, etc. zu tun.

        Der typische „Shopbetreiber“ (man könnte ihn auch Mittelständler, etc. nennen) strebt entsprechend kurzfristig nach Profitabilität, der typische „Wachstumsunternehmer“ langfristig (sh. Zalando, Zooplus, Fahrrad.de, etc.).

        (Darüber, ob ein Wachstumsunternehmen kurzfristig profitabel sein kann/soll/muss, ist es also müßig zu diskutieren, weil dies schlichtweg nicht Sinn und Zweck eines Wachstumsunternehmen ist.)

        ((all dies wie immer erklärend, nicht wertend gemeint))

      • Nun, ich denke wir haben doch (fast) alle mitbekommen, dass vom IPO ca. 100 Mio an die Investoren (und deren IPO Gehilfen) zurück geflossen sind und nicht als Wachstumskapital verwendet wurden…

      • @ Jochen Krisch

        „Shopbetreiber müssen aus sich heraus wirtschaften und können deshalb max. 10% pro Jahr wachsen.“

        Diese Aussage ist nach meiner Erfahrung nicht korrekt. Wieso maximal 10% Wachstum? Ich kenne seriöse Shopbetreiber, die > 100% Wachstum aufweisen können.

      • Es ist sinnlos, den Autoren mit Argumenten aus der Realwirtschaft zu kommen.

        10% Wachstum bringt der eCOMMERCE an sich schon automatisch mit – selbst wenn man sich selbst nicht „verbessert“, sondern nur mitschwimmt. Das würde aber nicht in die Phantasie-Welt der Redaktion passen, in der Wachstum nur durch Verluste realisiert werden kann.

        Es gibt da draußen reichlich Hidden Heroes, die stabile Wachstumsraten von 50% realisieren, ohne das es hinten im Hof lichterloh brennt. Und, um das vorweg zu nehmen: ja, auch im zweistelligen Millionenbereich.

        Nur scheinbar hat sich noch keiner von diesen Heroes bei den Autoren hier gemeldet. Warum sollten sie auch, wenn keine gehypte IPO Kampagne gestartet werden soll.

    • Jetzt macht doch einfach einen Konferenz-Call, sprecht darüber und veröffentlicht es anschließend als Podcast. Damit würdet ihr auch alle Zeit sparen … sowas ist schneller im Gespräch diskutiert als in einer Kommentarfunktion :)

      An die Kritiker von Jochens Sichtweise noch ein Kommentar: Es ist doch super, dass sich jemand festlegt und sich damit in die Gefahr begibt, am Ende falsch zu liegen.

      • Keiner sagt was dagegen, wenn sich jemand festlegt und irrt. Es geht um die Art und Weise und die Motivation dahinter.

        Es ist doch offensichtlich: windeln.de war ein kühler IPO Coup. Clever aufgezogen, eiskalt abkassiert. Es wurde mehr Power in die IPO Vermarktubg gelegt als in die Entwicklung des Unternehmens. Aber … warum auch?

        Wenn das alles so Klasse ist, windeln.de so ein Bomben Wachstumsznternehmen ist, warum haben alle Ratten ihren Käse schon von Bord geschafft und jetzt nur noch Grinsend in die Kamera schauen?

      • @ Jochen
        Aber beide Modelle haben doch nur deshalb eine Daseinsberechtigung, weil sie irgendwann mehr erwirtschaften sollen, als sie gekostet haben. Nur darum geht es doch bei einem Unternehmen, egal ob sie aus sich heraus wachsen oder über Fremdkapital.
        Und daher wird es auch dem Fremdkapital jeglicher Art irgendwann zu bunt, wenn das Unternehmen nicht beweisen kann, dass der Gewinnfall irgendwann eintritt.
        Aber ich merke schon, wir drehen uns hier im Kreis :-)
        Ich bin einfach der Meinung, dass in diesem Fall windeln.de einfach nicht durch den Kapitalmarkt geglaubt wird, dass sie nachhaltig Geld verdienen können, bevor das Invest aufgebraucht ist. Daher meine Meinung, dass windeln.de das Vertrauen der Anleger nur dann zurückgewinnen wird, wenn es schwarze Zahlen vorweist.

  10. „Wieso maximal 10% Wachstum? Ich kenne seriöse Shopbetreiber, die > 100% Wachstum aufweisen können“
    >> Ich glaube, wir reden hier von X-Mio. Euro Umsatz Companys und nicht von 10.000€ auf 20.000€ im ersten Jahr Wachstum. Und da kenne ich keinen kleinen Mittelständler, der auch noch im 3. Jahr um >100% Wachstum hinlegt.

    „10% Wachstum bringt der eCOMMERCE an sich schon automatisch mit – selbst wenn man sich selbst nicht „verbessert“, sondern nur mitschwimmt.“
    >> In welchem Land lebst du? In Deutschland bringt der eCommerce zumindest schon seit 3-4 Jahren keine 10% automatischen Wachstum mehr mit, da alle Teilmärkte mittlerweile schon mit guten Playern gesättigt sind.

    >> Und Nein, ich will nicht Jochen in Schutz nehmen, dass er manchmal etwa zu schwarz/weiß urteilt und Kritiker nicht ernst nimmt.

    • @ Thorsten

      „Wieso maximal 10% Wachstum? Ich kenne seriöse Shopbetreiber, die > 100% Wachstum aufweisen können“
      >> Ich glaube, wir reden hier von X-Mio. Euro Umsatz Companys und nicht von 10.000€ auf 20.000€ im ersten Jahr Wachstum. Und da kenne ich keinen kleinen Mittelständler, der auch noch im 3. Jahr um >100% Wachstum hinlegt.

      zu a) doch, ich rede hier von X-Mio Euro Umsatz Companys
      zu b) und ja, es gibt entsprechende Firmen, die auch im dritten Jahr > 100 % Wachstum hinlegen

      Generell wird die Diskussion im E-Commerce von aufmerksamkeitsstarken Firmen dominiert, die u.a. zwecks Kapitalbeschaffung und Markenbildung extrem viel Öffentlichkeitsarbeit leisten. Die entsprechenden Speaker sind dann auch auf jeder Konferenz präsent.

      Dies verschiebt den Focus der Fachöffentlichkeit stark auf solche Firmen. Das ist auch viel spannender als über irgendeinen oberfränkischen Mittelständler zu berichten. Und zur Wahrheit gehört auch, dass diese Firmen gar kein Interesse an gesteigerter Außendarstellung (gegenüber den Branchenspezialisten, nicht gegenüber dem Kunden!) haben, sondern als „Hidden Champions“ ruhig ihr Business aufziehen.

      Diese Firmen sind auch sehr zurückhaltend mit der Veröffentlichung von Daten, weshalb sie in vielen Branchenstatistiken gar nicht auftauchen. Deshalb scheint mir hier ein gewisses, wenn auch erklärbares, Missverhältnis in der Wahrnehmung zu geben.

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