Explizit: „Der Handel 2025: Welcher Handel?“

Alles fachsimpelt mehr oder weniger fundiert über „Die Zukunft des Handels“ („Todesliste revisited“), aber immer noch ganz wenige in der Branche haben auch nur eine annähernde Vorstellung davon entwickelt, wie „Der Handel der Zukunft“ aussehen könnte/müsste/sollte.

Alexander Graf hat sich dazu seine Gedanken gemacht („Handel 2025: Welcher Handel?“):

k5platforms

„Ich persönlich traue mir nicht vorherzusagen, welche Anbieter und Geschäftsmodelle 2025 dominieren werden und wer davon am meisten profitiert. Ich glaube allerdings fundamental daran, dass 2025 Geschäftsmodelle dominieren, die wir heute noch nicht kennen.

Das ist auch der Grund dafür weshalb ich sage, dass Unternehmen nicht mehr in Geschäftsmodelle „investieren“ sollten, sondern nur noch in Fähigkeiten. Fähigkeiten schneller zu agieren. Fähigkeiten sich schneller verändern zu können. Fähigkeiten den Markt zu gestalten und nicht zu imitieren.

Klingt anstrengend und wenig attraktiv? Gemessen an den goldenen Standards großer Unternehmen aus den 70er,80er & 90er Jahren ist das die Hölle! Aber was ist die Alternative?“

Bitte komplett lesen!

Man könnte es sich auch anders vergegenwärtigen: Wer sich, als altgedienter Pferdekutscher, ohne Führerschein und Fahrpraxis auf die Autobahnen begibt, muss sich nicht wundern, wenn er unter die Räder kommt.

Für bewusste Autofahrer hingegen, die die Verkehrsregeln kennen, geht es auf den Schnellstraßen dieser Welt nicht halb so wild und so komplex zu wie für den Pferdekutscher („Das machen Händler in 2025“).

Gute Denkanstöße auch bei Carpathia („Handel alleine reicht nicht mehr“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:explizit

8 replies

  1. Der Handel funktioniert in der Menschheit seit tausenden von Jahren. Warum sollte er es in 10 Jahren nicht mehr tun ? Was hat das Internet denn so gravierendes am Handel geändert, dass ihr an eine grundlegende, alles veränderdende Alternative glaubt ?
    Produkte und Dienstleistungen sind durch das Internet vergleichbarer geworden, können bequemer und schneller bezogen werden. Aber da hört es doch schon auf. Physikalisch werden sie immer noch von Händlern gehandelt und müssen zum Konsumenten gebracht werden.
    Im Prinzip ist gar nichts passiert, denn ich behaupte mal, für den klassischen Einzelhandel war das Erscheinen von „Großhändlern“ wie Metro, Aldi, Edeka, DM und Co. damals eine genauso große Veränderung wie jetzt der E-Commerce.
    Media Markt hat dem kleinen Elektrofachgeschäft und Aldi dem Tante Emma-Laden das Genick gebrochen. Und jetzt kommen Player wie Amazon und machen es wiederum Media Markt schwer zu überleben. So einfach und unspannend ist es doch bisher im Handel verlaufen.

    • Das kann man so sehen, aber ich sehe zwei wesentliche Punkte:

      a) Die Veränderungen passieren viel schneller als alles was vorher passiert ist. Damit wird den bestehenden „Händlern“ die Möglichkeit genommen sich anzupassen und den Wandel mitzugehen. In dem Moment in dem von klassischen Händlern „Lastenhefte“ für ihre großen Onlinestrategien entwickelt werden, sind diese schon wieder veraltet. Der Wandel ist nicht managebar.

      b) Die Veränderungen die beschreibst, basieren fast ausschließlich aus dem Ausnutzen von Skaleneffekten. Größer, schnöner, schneller effizienter. Aber am Ende sind es immer Handelsmodelle geblieben, die durch eine Handelsmarge ihr Geld verdienen. Das spielt im E-Commerce bei den neuen Plattformen zunehmen weniger eine Rolle. Das „Handelsgeschäft“ wird zur Nebenschaustelle.

      Die Produkte werden also nicht mehr gehandelt und schon gar nicht von Händlern zum Kunden gebracht, sondern durch DHL & Hermes.

      • Zu Punkt a)
        Sicherlich ist der digitale Wandel sehr schnell, aber dennoch hat auch hier der Handel sehr viel Zeit (gehabt), um sich darauf einzustellen. E-Commerce ist seit über 15 Jahren bekannt und hat sich so gut wie überhaupt nicht verändert. Amazon und Ebay sehen fast noch identisch aus wie vor 15 Jahren und machen im Kernhandelssegment auch noch genau dasselbe. Sie liefern jetzt viel schneller, aber ansonsten ist da kaum was passiert. Daher kommt die Veränderung für den Handel nicht wirklich schlagartig.
        Da haben neue Technologien in der Vergangenheit für einen viel schnellere Wandlung im Handel gesorgt.

        Zu Punkt b)
        Gehandelt wird doch genauso wie vorher. Es geht im Handel nunmal um den Kauf und Verkauf von Waren und um nichts anderes. Und diese Waren müssen weiter produziert und konsumiert werden. Ob die Bigplayer wie Amazon dabei von der Handelsmarge leben oder von anderen Erlösquellen wie AWS, spielt dabei imho keine Rolle.

        Und dabei darf auch nicht vergessen werden, dass es sehr viele Produktgruppen im Handel gibt, die von der Digitalisierung überhaupt nicht bis wenig tangiert wurden.

        So lange niemand das direkte kostenlose Beamen der bestellten Produkte vom Produzenten zum Kunden erfunden hat, wird es noch sehr lange so weitergehen wie bisher. ;-)

      • Das ist aber schon eine sehr rosige Sicht. Aber ok, daraus folgt ja, dass es für die meisten Händler doch noch nicht zu spät ist und diese sich einfach mehr anstrengen müssen. Wenn Amazon von AWS leben muss und auf die Handelsmarge verzichten kann, dann ist das ok für Amazon, aber nicht ok für Händler die von der Marge leben müssen. Meine Meinung :-)

      • Ich sage nicht, dass es einfach ist für den Handel. Ich sage lediglich, dass ich keine so gravierenden Änderungen bis 2025 sehe wie ihr. Wen es als Händler bisher nicht erwischt hat, der hat auch zukünftig Chancen bestehen zu bleiben.
        Als Händler muss man einfach flexibel sein und dann kann man von den Plattformen und Marktplätzen auch wunderbar profitieren.
        Ich persönlich kenne einige Händler, die vor der „Amazon-Zeit“ noch ziemlich klein waren und erst durch Plattformen wie Amazon und Ebay richtig groß geworden sind. Das sind die letzten Händler, die auf Marktplätze und Co. schimpfen würden.

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