Auctionata rutscht in die Insolvenz, trotz $130 Mio. Venture Capital

Auctionata hat bisher hauptsächlich von neuen Finanzierungsrunden gelebt. Nachdem die jüngste Finanzierung geplatzt ist, hat Auctionata nun vorläufige Insolvenz angemeldet:

auctionatapaddle8

„Auctionata Paddle8, ein Online-Auktionshaus für Kunst und Luxusartikel, ist in Summe mit über 130 Millionen Dollar Risikokapital ausgestattet.

Hesse gab gegenüber der WirtschaftsWoche zudem bekannt, dass Auctionata sich wieder vom ehemaligen US-Konkurrenten Paddle8 trennen werde.“

Siehe auch die zugehörige Pressemitteilung („Auctionata Paddle8 gibt Umstrukturierung und Aufteilung von Paddle8, ValueMyStuff und Auctionata bekannt“, PDF).

Zuvor hatte sich Auctionata bereits von den Gründern getrennt (PDF).

Auctionata zählte zu den spannendsten Unternehmungen im deutschen Online-Handel, das mit einem eigenständigen, neuen Geschäftsmodell angetreten ist und dafür früh Unterstützung fand bei Holtzbrinck Ventures, e.ventures und anderen.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

5 replies

  1. Wenn man einerseits sieht, wie viel Geld in auctionata geflossen ist und andererseits sieht, wie hoch die Börsenkapitalisierung von artnet.com ist, dann frage ich mich schon, warum niemand artnet übernommen hat, um das Thema von einem vermeintlich soliden Fundament ausgehend ambitioniert auszurollen.

    • Einen Versuch Artnet zu übernehmen gab es vor einigen Jahren mal. Die Sache ist dann aber gescheitert am Wiederstand der Eigentümer. Wir hatten damals ausführlich berichtet: http://www.artinfo24.com/kunstmarkt/news-1061.html
      Was die Auctionata Pleite angeht, lag es meiner Ansicht nach nicht unbedingt am Geschäftsmodell. Allerdings gute Ware für tägliche Auktionen zu finden, war und ist mehr als ambitioniert. Scheinbar war man mit den Zukäufen und Fusionen auch einfach finanziell wie logistisch überfordert. Kombiniert mit den teils atemberaubenden Entscheidungen der damaligen CEO’s, war die jüngste Entwicklung wohl nicht aufzuhalten.

  2. Tamundo, Auktionata, die Liste der Startups die auf der Strecke bleiben ist groß. Der Markt für Antiquitäten und Sammlerwaren ist stock konservativ. Wer diese Klientel ins Internet holen will, sollte mit Internetkursen in Soniorenresidenzen beginnen. Aber Spaß beseite, wo zwischen ebay und konventionellen Auktionshäusern liegt hier ausreichend braches Marktpotenial?
    Wir wissen wovon wir sprechen, denn wir bemühen uns seit Jahren mit unserem online Flohmarkt http://www.oldthing.de um die Sammler von Briefmarken, Ansichtskarten und Antiquitäten. Der Unterschied zu den großen Seiten ist lediglich, dass wir kein Fremdkapital verbrennen und entsprechend langsam wachsen. Mühselig aber ehrlich!

  3. Da die Gehälter nicht mehr bezahlt werden konnten, mußte Herr Hesse Insolvenz anmelden, sonst macht er sich wegen Insolvenzverschleppung strafbar. Um die Infrastruktur des Unternehmens ist es jammerschade, auch um die Mitarbeiter. Aber letztendlich wollen die Investoren einen Return sehen. Hektische tägliche Auktionen mit Handtaschen etc. können keine Lösung sein, nur hochwertige Objekte bringen einen Ertrag im Auktionsgeschäft. Aber wer kauft schon Millionenobjekte übers Internet? Dazu sind die traditionellen Auktionshäuser zu gut im Geschäft. Sie beschäftigen auch qualifizierte Spezialisten, die herumreisen und potentielle Einlieferer besuchen. Nur auf die Einsendung von Fotos per Email zu warten, dürfte zu wenig sein.

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