Marktplatz-Händler Jago rutscht mit 100 Mio. € in die Insolvenz

Plattform-Strategien schön und gut („Fallstricke und Handlungsoptionen in einer Plattform-Welt“), doch die Marktplatz-Welt ist und bleibt der wilde Westen des Online-Handels.

So sorgt dieser Tage Jago für Aufsehen, das als einer der Großen im Marktplatzgeschäft 2014/15 erstmals über 100 Mio. Euro Umsatz erzielt hat („JAGO AG knackt Umsatz von 100 Millionen Euro“) und diese Woche Insolvenz anmelden musste.

Die Unternehmensgeschichte von Jago, das 2005 als Leopet mit Katzenkratzbäumen gestartet ist und seit 2012 als Jago AG firmiert, gibt es auf der Website. Mark Steier hat weitere Hintergrundinformationen zusammengestellt.

Wie schwierig das Marktplatzgeschäft ist, kann man auch an KW Commerce sehen, das sich nach einer extremen Wachstumsphase („KW-Commerce: Top-Amazon-Händler führt Wachstumsranking an“) 2015 wieder fangen musste und seitdem um einiges strategischer unterwegs ist.

Einblicke in die Marktplatz-Welt gibt es auf der K5 am 22./23. Juni in Berlin von KW Commerce und Chal-tec ebenso wie von Momox, mit 150 Mio. Euro Umsatz einer der führenden Marktplatzhändler bei Amazon und Ebay. Mit dabei sind außerdem Experten wie Markus Fost („Wie Amazon mit Marken und Herstellern umspringt“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

7 replies

  1. Welch Überraschung! Ein reiner AMAZON/eBay-Marktplatz-Händler hebt die Hufe. Muss den Gong, der seit Jahren durch den Orbit schallt einfach nicht gehört haben. Bei 100 Mio Umsatz kann man das nur als extrem fahrlässig bezeichnen. Da ist Mitleid nicht wirklich angebracht – als schlechtes Beispiel hält das aber allemal her.

  2. Die Entwicklung finde ich nicht verwunderlich. Die grundsätzliche Idee eines Marktplatzes im Internet ist die eines natürlichen Monopols. Bestenfalls ein Oligopol, sofern die Marktplätze inhaltlich und/oder aus protektionistischen Gründen voneinander separiert sind.
    Der dominante Marktplatz in einem (virtuellen) Gebiet „saugt“ die Händler, wie auch die Kunden an.

    Damit wird die „Luft“ für kleine Marktplätze, die sich nicht wesentlich von amazon unterscheiden, dünn.

  3. „Mark Steier hat weitere Hintergrundinformationen zusammengestellt.“

    Der Marktschreier vom Dienst, der je nach Laune verbale Fausthiebe austeilt oder jemand streichelt – Hintergrundinformationen? Ha, lustig. Das ist so, als ob ihr euch auf die BILD verlassen würdet. Damit senkt ihr das excitingcommerce-Niveau ganz unterirdisch ;)

    • Hintergrundinfos ist neutral. Jeder kann ja selber entscheiden, wie er sie einordnen will. Er ist zumindest der einzige, der den Markt trackt.

      Die im Beitrag verwendeten Infos stammen allesamt aus dem Handelsregister.

      • Nein, Jochen, der Blogautor hat schonmal Sachen gemacht, die zumindest für einige Menschen nicht OK waren. Da ist es egal, ob er einen guten Beitrag schreibt, das darf man auf keinen Fall verlinken. Schließlich macht man sich mit einem Link sofort alle Dinge zu eigen, die der Linkempfänger jemals getan und gesagt hat.

        Wer Ironie findet, darf sie behalten ;)

  4. Das JAGO insolvent ist erstaunt mich kein bisschen, denn die konnten offensichtlich nicht richtig kalkulieren.

    Die haben ein Top-Produkt von mir ebenfalls angeboten, zu einem Preis der unmöglich Gewinn abwerfen konnte.
    Aber Hauptsache anderen (kleineren) das Geschäft kaputt machen.

    Schadenfreude kann ich mir nicht verkneifen!

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