Spryker holt sich 22 Mio. Dollar Wachstumskapital aus London

Spryker gibt weiter Gas und kann sich über eine Wachstumsspritze in Höhe von 22 Mio. Dollar freuen:

„Die Runde wird vom Londoner Wachstums-Investor One Peak Partners angeführt, die bestehenden Investoren, darunter Project A, investierten erneut.

Spryker wird die Finanzierung dazu verwenden das Wachstum weiter zu beschleunigen, mit Fokus auf internationaler Expansion und der Weiterentwicklung des Produkts.“

Spryker hat sich zuletzt mit guten Zahlen präsentiert („Spryker wächst “hochprofitabel” auf 10 Mio. Euro“). Nicht mehr an Bord ist seit Herbst allerdings Spryker-Gründer und Finanzchef Nils Seebach.

Kapitalseitig spielt Spryker damit zunehmend in einer Liga mit NewStore, das sich zuletzt weitere 50 Mio. Dollar sichern konnte. Siehe auch NewStore: Stephan Schambach holt $30 Mio. für seinen 3. Wurf.

Mehr zu den Umbrüchen im Techbereich auch in den jüngsten Shoptech-Exchanges #184.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shoptech

  1. Johannes Altmann hierzu (und die Kommentare unter dem Beitrag lohnen sich wirklich):

    Mal ein paar spannende Kommentare zur Marketingmaschine @sprysys. Schade dass es niemanden gibt, der sich einfach mal neutral ansieht was geht, was nicht geht. Es bleibt die große Show der Graf-Connection. https://excitingcommerce.de/2017/10/14/shoptech-spryker-wachst-hochprofitabel-auf-10-mio-euro

    • Da muss ich Jochen Altmann und den Antagonisten in den Kommentaren beipflichten. Das ‚Old Boys Network‘ vermischt leider immer öfter ihre augenscheinlich redaktionell-investigative Arbeit mit Ihrem gegenseitigen Rückenkratzen. Über alle Kanäle hinweg wird sich gegenseitig Puderzucker zugehüstelt, sich promotet, eingeladen, auf Bühnen und vor Mikros gezerrt und hochgelobt.

      M.E. sollten hier im Fachblog alle Themen gleich kritisch beleuchtet werden oder gar nicht. Advertorials, die dann vom Autor mit semantischen Verbiegeübungen pseudo-gerechtfertigt werden, sollten schlicht als solche gekennzeichnet oder am besten einfach weggelassen werden. Kommt Jungs, das könnt ihr besser!

  2. und ich hab mich schon gefragt, wo die Glückwünsche und Respektsbekundungen bleiben. Schließlich bekommt man 22 Mio. Dollar nicht einfach so nachgeworfen …

    • Die hast du und das Old Boys Network doch schon gut abgedeckt, fehlt also nur noch die neutral-kritische Betrachtung des ganzen Spektakels – etwas, was sich ExcitingCommerce ja zu allen anderen Themen und Firmen auf die Fahne schreibt. Denn erfolgreich Geld einsammeln und erfolgreich nachhaltigen Firmenwert aufbauen sind bekanntlich zwei Paar Schuhe…

      • Es schlägt genau in die Kerbe, in die auch gehauen wird, wenn bei positivem Börsenumfeld wöchentlich ein Update kommt wie stark der Glore 25 gestiegen ist, die Threads aber komplett ausfallen oder maximal monatlich kommen, wenn der Glore mal in die andere Richtung geht.

        Objektivität und Neutralität ist leider nicht gerade die Stärke von ExcitingCommerce.

      • mit dem Eindruck lebt Exciting Commerce jetzt schon seit 13 Jahren. Wer Dinge anders macht und über Newcomer und Angreifer schreibt, die anderen das Leben schwer machen, wird nie einen Popularitätswettbewerb gewinnen.

      • Ich würde den Blog nicht seit 9 Jahren lesen und auf fast jeder K5 dabei sein, wenn ich es nicht gut finden würde, dass hier über Angreifer und Newcomer berichtet wird.
        Es geht dabei eben nur darum, eine gewisse Objektivität zu wahren, fair zu bleiben und auch mal Kritik und andere Meinungen anzunehmen. Das vermisse ich hier allerdings immer mehr.

      • Das sehe ich naturgemäß anders. Die Kommentare sind offen wie eh und je und werden bei neuralgischen Themen ja auch eifrig genutzt.

        Es gibt allerdings solche und solche Kritik. Und aus meiner Sicht spricht nichts gegen grundsätzlich unterschiedliche Auffassungen zu Themen wie Spryker & Co., zu den GLORE25-Updates oder zur Ausrichtung/Qualität von Exciting Commerce im allgemeinen.

        Objektivität und Ausgewogenheit sind Kriterien, denen ein Blog wie Exciting Commerce nur sehr bedingt genügen kann, das bei Themenauswahl und Ausrichtung bewusst auf persönliche Akzente setzt.

    • Da hast du Recht, Jochen.

      Glückwunsch nach Hamburg zur der tollen Finanzierung und weiterhin viel Erfolg!!

    • Die 22 Mio. Dollar (auch in Euro wäre die Zahl immer noch toll ;-) ) sind wirklich ein Grund die hervorragende Marketing- und Funding-Arbeit zu loben!
      Trotzdem solltest du dir die Kritik zu Herzen nehmen, dass vielen Lesern die etwas reflektiertere Berichterstattung zu Spryker, Glore15, etc. einfach vermissen. Das kannst du besser! Denn für deine kritischen Meinungen lesen wir (noch) dein Blog…

      • Mit Feedback außerhalb der geeichten Meinungslinie kommt man hier grundsätzlich nicht weit … Der Knaller ist aber, dass der Betreiber/Autor als selbsternanter Branchen-Analyst oben sagt „Objektivität als Kriterium kann ich nur bedingt genügen“. Holy Kaw!

      • Und das ist doch genau die Aufgabe guter Analysten: dass sie Entwicklungen intensiv verfolgen, sich eine Meinung bilden und aus ihrer Warte heraus Einschätzungen abgeben (für die sie dann mehr oder weniger freundlich kritisiert werden.)

        Analysten werden nie – im journalistischen Sinne – objektiv sein können, weil sie bestimmte Grundannahmen treffen und Hypothesen entwickeln, auf Basis derer sie argumentieren.

        Um das volle Meinungsspektrum abzubilden, braucht bzw. bräuchte es eine Vielzahl von Analysten unterschiedlichster Ausrichtung. Ich sehe Exciting Commerce nicht als das Maß der Dinge, sondern immer nur als eine Stimme von vielen. Entsprechend erwarte ich auch nicht, dass alle die Meinungen teilen, sondern, ganz im Gegenteil, dass andere zu anderen Einschätzungen kommen.

  3. Eines vorweg – und das ist auch tatsächlich ernst gemeint! Chapeau an alle Beteiligten zu diesem Deal!

    Ich habe den Ansatz von Spryker zugegebenermaßen von Beginn an skeptisch verfolgt – weniger aus technischer Sicht, sondern vielmehr aus manch „darstellerischer“ Sicht und habe mir aufgrund einer aktuellen Pressemeldung das Ganze jetzt nochmals ein wenig angesehen. 

    Stein des Anstoßes war bzw. ist eine Meldung auf dem Blog der Schweiter E-Commerce- Beratung Carpathia von Thomas Lang mit folgendem Titel “Siroop setzt neu auf eine eigenentwickelte Marktplatzlösung” vom 05.02.2018. Moment mal – Spryker war doch das erste “Leuchtturm-” und Vorzeigeprojekt von Spryker.

    Aber erstmal zurück in die Vergangenheit: In einem Interview mit dem Spryker CEO Alexander Graf liest man im Blog der Agentur Votum – einem der ersten Spryker-Partner – (Randnotiz: Votum heißt inzwischen Turbine Kreuzberg) folgendes:

    “Die E-Commerce-Lösung soll agil und schnell implementiert werden können, um die benötigte Dynamik in der E-Commerce-Landschaft zu gewährleisten. Für diese Wünsche sind die Unternehmen dabei nicht durch ein Standard-Shopsystem zufrieden zu stellen und nicht bereit eine komplett selbst entwickelte E-Commerce-Lösung zu etablieren.”

    Wenn man dazu die aktuelle Siroop-Pressemeldung über den Wechsel hin zu einer kompletten Individualentwicklung betrachtet, steht hier u.a. folgendes:

    “Darüber hinaus ist mit dem neuen Shop die Basis geschaffen, schnell weitere technische Neuerungen für Kunden sowie Händler zu entwickeln. So bietet sich siroop-Kunden neu die Möglichkeit, eine Wunschliste anzulegen und Produkte für einen späteren Kauf zu speichern. Im laufenden Jahr werden weitere Features folgen. Dank dem neuen Shop kann siroop die Wünsche sowie Bedürfnisse der Kunden noch zielgerichteter umsetzen.”

    Äh, moment mal… ich kapier´s noch nicht ganz…. Also weiter “im Text”.

    Im damaligen “Interview” mit Alexander Graf liest man in der Folge unter anderem diesen Absatz:

    “Die Performance der E-Commerce-Lösung ist ein Hauptaugenmerk von Spryker. Schnelle Skalierung von Plattformen mit zunehmendem Traffic und wachsendem Produktangebot sind mit Hilfe von Spryker einfacher abbildbar. Dies unterscheidet Spryker von herkömmlichen Shopsystemen, die in der Regel in einer schnellen Skalierung an ihre Grenzen stoßen.”

    Dazu wieder ein Absatz aus der aktuellen Pressemeldung von Siroop:

    “Mit der Lancierung der neuen Plattform werden bereits erste Neuerungen für siroop-Kunden spürbar. Der neue Shop zeichnet sich durch deutlich schnellere Ladezeiten aus.”

    Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei, daher hier noch ein weiteres Spryker Argument aus der Vergangenheit:

    “In den Gesprächen mit Managern verschiedener E-Commerce-Projekte habe ich oft den Eindruck, dass die Ambitionen aufgrund diverser Erfahrungen in IT und E-Commerce in letzter Zeit eher zurückgefahren werden. Man sollte doch zunächst mal den Standard beherrschen, bevor man sich an das Besondere heran traut. Es ist nicht an der Zeit, seine eigenen Ansprüche zurückzufahren. Im Gegenteil: Es ist an der Zeit, schleunigst der Beste darin zu werden, die eigenen Kunden zu bedienen.

    Dementsprechend wird andersrum ein Schuh draus: Sehr wohl beherrscht Spryker den Standard. Im Gegensatz zu diversen anderen Systemen erlaubt Spryker jedoch, aus den Standardprozessen auszubrechen und spezifische USPs bis zu ganz eigenen Geschäftsmodellen herauszuarbeiten.”

    Und weil´s so “schön” ist dazu nochmal ein Absatz aus der aktuellen Siroop-Pressemeldung:

    “Mit der Entwicklung der eigenen Shoplösung stärkt siroop den Technologie-Bereich weiter, um eine bessere Verzahnung der Systeme gewährleisten zu können. Im Gegensatz zu einem klassischen Onlineshop ist bei einem Marktplatz ein komplexes Zusammenspiel aus Händler-, Produkt- und Bestelldaten sowie Waren- und Zahlungsflüsse über diverse Schnittstellen notwendig. Mit dem neuen Shop konnten Daten und Prozesse im Hintergrund verbessert werden.”

    Obwohl, einer geht noch…..

    “Spryker ist all-in mit agiler Vorgehensweise. Unserer Meinung nach ist es intelligenter zehn kleine Wetten in Form einzelner implementierter Use Cases einzugehen als eine große. Durch intelligente Kombination von sicheren und experimentellen Wetten garantiert man die wirtschaftliche Absicherung von Projekten mit großen Lern- und Hebeleffekten, die wiederum in neuen Wetten resultieren können.” (Quelle: https://www.internetworld.de/e-commerce/e-commerce-services/sechs-mythen-spryker-1382994.html – Pr-Anzeige!)

    Der (neue) Siroop CTO wird hierzu wie folgt zitiert:

    „Unser Ziel ist es, eine Plattform, Organisation und Kultur bei siroop zu schaffen, die es uns ermöglichen, viel zu experimentieren und schnell zu lernen“, so Fornasier. Seit dem Start testet siroop laufend wie das Angebot beim Kunden ankommt, analysiert das Feedback und entwickelt den Marktplatz auf dieser Basis weiter.”

    Am Ende war und ist Spryker unserer Meinung nach einiges an heißer Luft und Bullshit-Bingo, bei dem sicherlich die Bekanntheit und Vernetzung der Protagonisten für erste “Peaks” gesorgt haben. Wie sich im Siroop-Fall aus meiner Sicht aber sehr schön und deutlich abzeichnet, geht es am Ende des Tages aber um deutlich mehr…

    Keine Technologie der Welt – und wird sie auch mit noch soviel „Feenstaub“ bepudert – kann zaubern bzw. Wunderdinge vollbringen. Der Erfolg für ein Digitalisierungsprojekt liegt in meinen Augen daher ganz wesentlich an den beteiligten Akteuren, deren Vorstellungen und Know How bzw. Erfahrungen.

    Noch ein Wort zur Historie: Gestartet war/ist Spryker ja als E-Commerce Framework – sicherlich auch deswegen, um etwaigen Konkurrenzsituation mit anderen Systemen ein wenig aus dem Weg zu gehen. Im letzten Jahr erfolgte dann eine große Neupositionierung als E-Commerce-Betriebssystem um ganz aktuell einen neuen Schwenk hin zur IoT Plattform zu machen. Man könnte hier jetzt natürlich argumentieren, dass es für ein “Startup” ganz normal ist, laufend Kurskorrekturen vorzunehmen. Man könne im anderen Fall aber auch argumentieren, dass es einfach “nur” Stochern im Nebel und die Suche nach einer sinnvollen Positionierung sowie der Suche nach einem echten USP oder – etwas krasser ausgedrückt – der eigenen Daseinsberechtigung ist.

    • Sehr gute Einschätzung Josef!

      Ich habe bis heute nicht den Alleinstellungsmerkmal von Spryker verstanden. Commerce OS / IoT Plattform was denn nun? Zumal der interessanteste Aspekt die Vernachlässigung vom ERP ist. Aus eigener Erfahrung wird speziell dieser Aspekt bei den potentiellen Spryker recht klein geredet, obwohl essentiell für den Prozess. Auch wenn SAP als zu träge gesehen wird, ist die das Zusammenspiel zwischen S/4, Hybris und der SAP Cloud Platform wegweisend im Retail. Vor allem die SAP Cloud Platform bietet eine native Integration ins Backend und stellt Fähigkeiten wie ML, Blockchain, IoT nativ bereit. Was bringt es mir, wenn ich die proklamierten 10 Wetten in einem abgeschlossenen System entwickle und mich dann aufwendig wieder mit den Umsystem (PoS, Marketing, Lager, Stammdaten) verbinden muss?

      Doch zurück zum Thema, 22 Million sind natürlich eine Hausmarke hier würden mich jedoch die Erwartungen von den Investoren interessieren. Wann soll die Kohle wieder zurückkommen? Von den 10 Wetten sicherlich nicht…Von daher wie die Vorredner schon angemerkt haben, wird es sehr spannend wie lange das „Old Boys Network“ die bestehende Story noch weiter ausschlachten kann.

      • Ich warte noch auf den Tag, wo ein Hersteller von eCommerce-Software mal sagt:
        „Wir haben im letzten Jahr 100 Mio. $ Gewinn gemacht.“

        Tolles Funding hatten schon einige. Atemberaubende Bewertungen an der Börse oder bei Übernahmen auch. Aber wurde damit schon jemals signifikant Geld verdient?

  4. Spryker ist eine Wette auf die Zukunft. Es ist das Gegenteil des starren Monolithen. Nachdem dieser von allen verteufelt wurde und keiner mehr 1000 Manntage zahlen will rennt man halt in die andere Richtung und macht alles modular, flexibel und am besten als Microservice, nur weil es toll klingt. Die Vorteile eines performanten Kerns werden dabei außen vorgelassen. Man muss das Rad ja schließlich immer neu erfinden. Das Ganze wird mit einigen Buzzwords verziert … IoT, CarCommerce, Conversational usw. … und schon hat man einen nach außen hin glänzenden Pitch. Commercetools tritt ja mit einer ähnlichen Framework Story an.

    Ich frage mich nur, was außerhalb vom Marketing dann noch übrig bleibt. Denn eins sollte man nicht vergessen: Beim Framework macht man am Ende fast alles selbst. Und dann wird der Rattenschwanz richtig lang. Ich brauche POs, Architekten, Entwickler usw. und ich muss dafür sorgen, dass diese auch bei mir bleiben und nicht wieder nach 3 Jahren das nächste coole Projekt machen wollen. Migration, Sicherheit, Software Testing – auch alles meine Aufgabe. Das erhöht das Projektrisiko, steigert die Kosten und es dauert alles ewig lange. Prima sieht man das bei Commercetools und C.H. Beck(https://twitter.com/commercetools/status/965964409901408259). Herr Graf hatte ja auch schon erwähnt, dass die meisten Cases noch laufen und nicht fertig sind.

    Klar ist die Story cool und verfängt sich prima in den Köpfen, aber am Ende müssen die Kunden mit dem System leben, klarkommen und das nicht nur heute, sondern auch morgen. Und dann zeigt sich, ob die Rechnung von Spryker aufgeht. Die IoT Ausrichtung klingt ebenfalls toll, aber niemand weiß was sich davon und vor allem WIE durchsetzen wird und was Geld bringt. Nur weil Spryker IoT usw. bewirbt, heißt es noch lange nicht, dass man damit Geld verdient. Zu dem: Wo ist der USP dabei? Jeder andere Anbieter mit Microservices bietet das auch an.

    Und hier kann ich mich den Vorrednern anschließen, ich weiß bis heute auch nicht was Spryker mir für mein Geld eigentlich bieten will und wie ich mich damit wirksam von anderen abgrenzen kann, wenn ich fast alles selbst mache. Das ist die Wette auf die Zukunft, die der Kunde auf dem Rücken trägt. Vielleicht hat Siroop das auch schon erkannt.

    • Ist denn „alles in meiner Hand“ nicht genau im Moment der Trend (bei großen Kunden)? Früher gab es kommerzielle Shop-Software mit horrenden Lizenzkosten, bei der ich dann in einem hochagilen Umfeld trotzdem noch ein großes Dev-Team für die Weiterentwicklung brauchte (die dann auch noch dank Closed Source ständig an Machbarkeitsgrenzen stoßen). Dann kommt ein Zalando, macht alles selbst und ist damit schnell und supererfolgreich. Andere (otto.de) springen auf und machen das auch so. Und dann kommen halt die offenen Framworks um die Ecke, die dann sagen: Wenn Du schon alles selbst machst, nimm einen Startpunkt, in den bereits viele Mannjahre Entwicklung eingeflossen sind. Klingt von außen erstmal alles wie eine ganz normale evolutionäre Marktentwicklung.

      • Das ist genau der Punkt. Monoliten bzw. „Standard-“ Software ist ja auch nicht wirklich billiger. Wenn man alles „out-of-the-box“ nimmt, was diese Software vorgibt, spart man Geld gegenüber Spryker und Co. dann kann man online aber auch nur genau das machen und nichts anderes.
        Sobald man richtig Ambitionen hat (und das ist die ZIelgruppe von Spryker), landet man zwangsläufig bei einer Eigenentwicklung. Und die kann man monolitisch bauen oder modular. Ob Modular nun günstiger ist, wird sich zeigen, aber zumindest kauft man sich hohe Flexibilität. Wenn ein Anbieter eines Services (z.B. Suche) nicht so doll funzt, packt man einfach einen anderen dran und muss nicht das komplette System tauschen. Ausserdem nutzt man nur Komponenten, die man für sein Geschäftsmodell wirklich braucht und muss nicht hunderte Features lizensieren, die im eigenen Businesscase gar nicht zum Einsatz kommen.
        Der Ansatz „modular“ macht für mich schon Sinn. Ob Spryker da der Heilsbringer ist, oder ob man sich die Lizenzkosten gleich spart und das Projekt komplett selbst baut, wird die Zukunft zeigen.

  5. Das Konzept „Alles in einer Hand“ zu haben ist sicherlich für ein bestimmtes Kundenklientel die richtige Herangehensweise. Ob das ein Trend ist, kann ich mir nicht vorstellen. Das würde nicht mit SaaS oder kurzen Time to Markets übereinstimmen, die der Markt will. Vielleicht ist das Konzept auch nur eine Randerscheinung. Mir kommt es eher so vor, als ob der Markt alles lieber auslagert und sich nur auf seine Kernkompetenz konzentrieren will. Dazu gehört weder Programmieren, Entwickeln noch Hosten, sondern Kundenbindung und verkaufen. Und hier will es neue Technologie nutzen.

    Ich habe das Gefühl, als ob Spryker und Co. erst einmal soweit wie möglich vom alten Monolithen weg sein wollen. Und das verstehe ich nur zum Teil. Klar, ich möchte eine Software haben, die mich nicht einschränkt und die alles mit sich machen lässt. Ich will Alexa, IoT, Smart Home, VR usw. Alles schön und gut, aber brauche ich dafür immer wieder ein neues PIM? Es gibt doch Funktionen in einem e-Commerce System die sich nur langsam wandeln und die muss ich doch nicht immer wieder neu entwickeln. Da kann ich doch auf bestehendes zurückgreifen und Kosten/Komplexität gering halten. Das Rad gibt es doch schon und das rollt prima. Welche Bereifung drauf kommt und welcher Antrieb dahinter steckt, sollen sich die Leute aussuchen wie es Ihnen passt. Am Ende wird es wahrscheinlich eh eine Mischung aus beiden Konzepten werden. Ein durchentwickelter Kern mit austauschbaren Microservices.

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