Hermes will 100 Mio. € Zusatzkosten an den Handel abwälzen

Niemand versucht gerade so dreist von den eigenen Versäumnissen und Fehleinschätzungen abzulenken wie die Logistikbranche („Crossover Exchanges #12: DHL und Hermes in der Krise“). So rechnet Hermes für die kommenden Jahre mit zusätzlichen Kosten von 100 Mio. Euro und entsprechenden Preiserhöhungen, die es PR-seitig gerade allen Ernstes als Investitionsprogramm verkauften will.

Defacto wollen Hermes & Co. jedoch mit den Preiserhöhungen ihre überholten Geschäftsmodelle retten. So leiden gerade alle Paketdienste darunter, dass sie Amazon und das Marktpotenzial unterschätzt haben und sich nicht frühzeitig auf die neuen Gegebenheiten eingestellt haben.

Preiserhöhungen sind jetzt der Strohhalm, an den sie sich klammern. Diese werden ihnen aber langfristig nicht helfen, solange sie sich weiter vor allem als Paketschubser positionieren. Siehe dazu unter anderem auch Weil Amazon Logistics eben genau weiß, was in den Paketen ist bzw. die Exchanges #208 mit den 10 Hypothesen für die Logistik von morgen.

Bei Hermes sollte man zudem auch immer im Hinterkopf behalten, dass die Otto-Gruppe gerade versucht, Kapitalgeber für Hermes zu finden („Wer würde jetzt in Hermes investieren – und wer in Picnic?“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Logistik

  1. „…Investiert … in Lohn-und Personalkosten…“ Was ist denn das für ein Bullshit? Eine Investition hat einen ROI, aber Lohn-und Personalkosten haben keinen, das sind einfach nur höhere Kosten, genau wie Diesel und Strom.
    Mann-o-mann…

    • In einem Markt mit unendlich vielen Arbeitnehmern mögen Lohn- und Personalkosten „einfach nur Kosten“ sein, aber das ist schon lange nicht mehr so (willkommen im Hier und Jetzt).
      „Investition“ finde ich durchaus gerechtfertigt als Wort, denn ohne Personal keine Lieferungen, daher haben Personalkosten sehr wohl einen ROI im Sinne höhere Retention = höhere Produktivität.

      • Das ist aber gerade im Falle von Hermes 3x um die Ecke gedacht, weil Hermes ja mitnichten in eigenes Personal „investiert“, sondern sie wollen (nee, sie müssen!!!) ihren Subunternehmen mehr Geld geben, damit die ihre Leute besser bezahlen können und ja, dafür gibt es ja die extrem wirksamen Compliance-Regeln für Subs, die in den letzten Jahren bei den Subs der Paketdienste zu fantastischen Arbeitsbedingungen geführt haben.
        Ich bleibe dabei: Bullshit.

        Und übrigens: Es hätte völlig gereicht, wenn Hermes sowas gesagt hätte:

        Wir haben uns mit den anderen Paketdiensten in den letzten 10 Jahren einen ruinösen Preiskampf geliefert, der dazu geführt hat, dass

        a) es in D die günstigsten Paketraten in ganz Europa gibt
        b) wir wegen der geringen Margen kein Geld mehr für Investitionen haben
        c) mit zunehmender (Amazon-) Paketmenge die Bilanz immer röter wird

        Und deswegen müssen wir das jetzt alle mal ändern. Und dafür werden die Online-Händler, die in den letzten Jahren von den lächerlichen Preisen profitiert haben bluten.

        Dieses ganze Bullshit-Gelaber ist einfach nur unsäglich.

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