Freenet attackiert auch die neue Media Saturn Führung

Das hatte man sich bei Media Saturn so schön vorgestellt: Ein paar spektakuläre Rauswürfe, die ein oder andere interne Personalrochade – und dann alles weiter so wie bisher („Ceconomy präsentiert sich der Börse in desolatem Zustand“).

Doch „So nicht!“ meint jetzt Freenet („Freenet vs. Ceconomy: Was wurde aus den 277 Mio. Euro?“) in einem Interview („Freenet-CEO Christoph Vilanek hat radikale Pläne für Mediamarkt und Saturn“) und sorgt damit bei Media Saturn für Wirbel:

„Vilanek forderte, ein neuer Chef dürfe nicht aus den Reihen von Media-Saturn kommen. Manager von außen täten sich bei “fundamentalen Veränderungen” leichter, wie sie bei dem Unternehmen anstünden.“

Das Problem dabei: Ein wirklicher Topmanager wird sich den Posten nicht antun. Sollte sich also tatsächlich jemand finden, dann eher jemand aus der zweiten oder dritten Reihe, was Media Saturn auch nicht viel weiterhilft.

Es rächt sich jetzt, dass der Aufsichtsrat bei der Entlassung der Ceconomy-Führung keinen Plan B hatte. So dürfte die Media Saturn Führung also fürs erste mit ihrer Politik der vollendeten Tatsachen durchkommen.

Allerdings auch nur dann, wenn die Zahlen stimmen – und das dürfte bei der aktuellen Strategie weiter schwierig bleiben („Media Saturn im Weihnachtsquartal bestenfalls auf Vorjahr“).

Unterm Strich ist also davon auszugehen, dass die Chaostage bei Media Saturn weitergehen und sich die Ereignisse auch weiterhin überschlagen werden. Und im Zweifel wird dann einfach weiter durchrochiert.

Wer kann von der Lage profitieren?

Für uns bleibt dabei weiterhin vor allem die Frage spannend, wer die Gunst der Stunde für sich nutzen kann:

Siehe zum Umbruch in der Elektronikbranche auch die Exchanges #211: Was kommt nach Media Saturn?

Die Zahlen für das Weihnachtsquartal will Ceconomy am 8. Februar vorlegen. Im Januar gabs aber schon mal eine neue neue Präsentation für die Investoren (PDF).

Früher Beiträge zum Thema:



Kategorien:Elektronikhandel

  1. Der Freenet Vorstand hat sich bei seinem Einstieg bei Ceconomy komplett verzockt. Das Ceconomy operativ riesige Herausforderungen hat und zudem auch keine „leichte“ Gesellschafterstruktur, ist zum Zeitpunkt des Einstiegs von Freenet ja weitläufig bekannt gewesen. Sich jetzt hinter Analysten zu verstecken, die den Wert von Ceconomy damals höher gesehen haben, ist (freundlich gesagt) wenig souverän. Die Freenet Aktie ist im übrigen auf 5-Jahres-Tief, da könnte ja auch jemand die Führungsfrage stellen.

    • Verzockt ist m.E. die korrekte Bezeichnung.
      Im eigenen Unternehmen gab es genügende Fachleute, bei denen sich der Vorstand hätte über Media & Co. informieren können, bevor man dieses Invest getätigt hat.
      Ob es sich um Eitelkeit handelt, um sich für jahrelange Drangsalierung zu revanchieren, die vermeintlich gute Story für die eigenen Aktionäre oder tatsächlich die Hoffnung mehr Einfluss auf den Einkauf bei Ceconomy nehmen zu können, bleibt wohl das Geheimnis der Verantwortlichen. Ausbaden müssen es wohl die Aktionäre.

Trackbacks

  1. Freenet-Beteiligung: Ceconomy findet neue Führung – Der SH-Investor

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