Wie könnte eine gute Mobile-Strategie für QVC aussehen?

So gut wie alle Online-Händler, die relevant bleiben wollen, werden sich in den kommenden Jahren Gedanken machen müssen, ob und wie sie sich als Mobile-Player neu erfinden wollen. Die einen haben dafür bessere Karten. Für andere wird es eher schwieriger. Aber nichts ist unmöglich, wie sich am Beispiel von Reuter oder IKEA zeigen lässt.

Ein wirklich mächtiger Mobile-Player könnte QVC werden, wenn es auf dem Smartphone seine Stärken ausspielen würde. In der aktuellen App geschieht dies nicht. Diese überträgt im Wesentlichen das (maue) Online-Erlebnis vom Desktop auf den kleinen Screen:

Dabei macht QVC dieselben (Denk-)Fehler, wie sie viele machen, die immer noch glauben, dass Mobile- im Kern dasselbe ist wie Online-Shopping. Und die in ihren Strategien und Konzepten nicht berücksichtigen, dass Mobile zum Teil komplett anderen Logiken und Mechaniken folgt.

Mobile Commerce hat mit E-Commerce in etwa soviel zu tun wie ein Smartphone mit einem Laptop oder PC. Das sollte man sich immer mal wieder vor Augen führen, wenn man Shopping-Anwendungen für das Smartphone entwickelt.

Wie aber könnte eine gute Mobile-Strategie für QVC aussehen?

QVC könnte das, was es im Kern auszeichnet, nämlich das Live-Erlebnis – ein endloser Strom an spannend präsentierten Produkten und „sensationellen Angeboten“ – problemlos auf das Smartphone übertragen. Und zwar in Form von laufenden Updates:

  • Wohl kaum ein anderer Händler könnte aus sich heraus leichter einen Feed generieren (siehe Wer gewinnt das Feed-Rennen gegen Instagram & Co?) mit spannenden Updates und ergänzenden Hinweisen zum laufenden Programm.
  • Mit diversen Vorschauen, Rückschauen, Querverweisen (in Form von Soundbytes, Packshots, Videoschnipseln, etc.) und persönlichen (Text-)Nachrichten der Präsentatoren und prominenten Gäste könnte sich gleich eine ganze Hundertschaft von Bots austoben, ohne den Nutzern allzu sehr auf den Geist zu gehen.
  • Und wohl niemand könnte diesen (Shopping-)Feed dann problemloser anreichern mit gesponserten Angeboten, Werbehinweisen, etc. und dabei Zusatzerlöse ohne Ende generieren (so dass sich selbst Amazon, Google und Facebook die Augen reiben).

Warum macht QVC das nicht? Gute Frage. Vermutlich, weil auf der Entscheidungsebene das strategische Bewusstsein und das Verständnis für die mobilen Möglichkeiten fehlt. Und weil man sich auf der operativen Ebene zu sehr an althergebrachten E-Commerce-Konzepten und Präsentationsformen orientiert.

Siehe passend dazu auch die Präsentation vom Investorentag (PDF) von letzter Woche:

Wer sich für das Thema interessiert: Ausführlich haben wir uns mit dem enormen Nachholbedarf im Mobile Commerce in den Exchanges #240 befasst:

Und um den Handel in Sachen Mobile auf ein paar andere Ideen zu bringen, gibts ab kommenden Jahr auch MORE Mobile Events in München, Zürich, Leipzig und anderen Orten. Los gehts bereits am 11. Dezember in Hamburg.

Und der Vollständigkeit halber der Hinweis: Die QVC-Mutter Qurate ist in den GLORE50 vertreten.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Live Shopping, Mobile

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