Otto-Gruppe reicht SportScheck an Karstadt Sports weiter

Jahrelang galt SportScheck als unantastbar im Otto-Konzern. Jetzt will man sich doch trennen und SportScheck an Karstadt Sports abtreten:

„Die Otto Group hat entschieden, ihre Konzerngesellschaft Sportscheck GmbH, Unterhaching bei München, an die Galeria Karstadt Kaufhof zu veräußern. Mit diesem Schritt gibt die Otto Group dem Multichannel-Einzelhändler unter Abwägung aller Optionen die beste Chance auf eine nachhaltige Perspektive.

Nach dem erfolgten Verkauf soll die Sportscheck GmbH in das Omnichannel-Angebot der Galeria Karstadt Kaufhof integriert werden. Damit entsteht einer der größten Player im Sportartikelhandel.“

Unlängst hatte Otto bereits den für das stationäre Geschäft zuständigen Konzernvorstand verloren („Über die Nachfolge wird zu gegebener Zeit berichtet“).

Zudem hatte sich Otto bei seinen Auslaufmodellen, die immer noch für 2,7 Mrd. Euro des Konzernumsatzes stehen, zuletzt bereits die Heine-Führung komplett gespart und die Schwab-Führung halbiert.

Um die wirklich harten Entscheidungen drückt sich der Konzern allerdings weiter herum, denn nicht alles, was unter der „fokussierten Wachstumsstrategie“ (siehe oben) läuft, hat ja Zukunft.

Selbst ein Otto.de muss sich erst noch beweisen („Wie zielführend ist die Plattform-Strategie von Otto.de?“). Umso spannender die jüngste Meldung („Otto.de tauscht den Vorstand für das Marktplatzgeschäft aus“).

Wie die Vergangenheit der Zukunft irgendwann das Genick brechen kann, hatten wir in den Exchanges 227 besprochen:

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

1 Antwort

  1. Vielleicht sollte sich jemand mal die Zeit nehmen und sich Otto in Gänze anschauen: Viele Leute aus der ersten und zweiten Reihe sind gegangen, ob freiwillig oder nicht. Viele Firmen im Konzern scheinen Baustellen zu sein, auch wenn man das immer mal wieder dem so nützlichen „Kulturwandel 4.0“ zuschreibt. Die operative Ertragskraft ist auch seit langer Zeit nicht mehr da. Letztes Jahr wurde Tafelsilber verkauft, dieses Jahr jetzt der erste große Verlustbringer mit Mitgift entsorgt. Vor zwei Jahren hieß es, bei Otto würde man wie wild in die neue Plattform und das Wachstum investieren. Vor ein paar Monaten ließ Alexander Birken persönlich verlauten man müsse wieder sparen. Das Eigenkapital ist eh nicht üppig, Teile davon wurden durch eine ungewöhnliche Hybridanleihe in 2018 noch aufgepeppt. Quo Vadis, Otto?

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