Von Zalando gab es heute das erste große Strategie-Update, seit Shein Zalando den Rang abgelaufen hat.
Demnach sieht sich Zalando jetzt nicht mehr als „Starting Point for Fashion / erste Anlaufstelle für Mode“, sondern vor allem als „go-to-destination for quality fashion & lifestyle shopping and inspiration“ bzw. „erste Anlaufstelle für qualitativ hochwertiges Mode- und Lifestyle Shopping und Inspiration“ (PDF-Quelle)
Zalando will also aus der Not eine Tugend machen und mehr auf Klasse statt auf Masse setzen und dabei unterm Strich mehr Geld mit Marken verdienen.
Zalando setzt auf Absicherung statt auf Angriff
Wie weit Zalando mit solch einer Absicherungsstrategie kommt, wird man sehen. Denn strategisch gesehen hat Zalando mit zwei Problemen zu kämpfen:
- Zum einen mit Shein, das ebenfalls auf ein Marktplatzmodell und entsprechende Services setzt („Shein peilt in drei Jahren Marktplatz-Umsätze von $20 Mrd. an und startet Anreizprogramm“) und zunehmend höherwertige Marken umwirbt bzw. im Zweifel eben übernimmt („Was der Shein-Deal mit Forever 21 für den Modehandel bedeutet“).
- Zum anderen ist es Zalando in den letzten Jahren nicht gelungen, Zara oder H&M für sich zu begeistern und ist damit für die Masse der Kund:innen immer nur semi-attraktiv.
Wachstumsraten von 5-10% sind jedenfalls zu wenig, um sich weiter als führende Modeplattform zu behaupten. Nur zur Erinnerung: Zalando hatte sich für 2025 mal ein GMV von 30 Mrd. Euro vorgenommen. Jetzt wäre man schon froh, wenn man 2028 bei 22 Mrd. Euro landet.
Das Problem vieler (krisengeplagter) Online-Player ist gerade, dass sie sich nicht mehr vorstellen können, wie der Online-Markt bis 2030 explodieren wird bzw. ihnen nach den Turbulenzen der vergangenen Jahre zum Teil auch einfach die Energie fehlt.
Entsprechend mut- und kraftlos wirkte auch das, was Zalando da heute präsentiert hat.
Zalando ist in den GLORE50 vertreten.
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