Sarenza vs. Spartoo: Wer wird das europäische Zappos?

Wer wird das europäische Zappos? In Frankreich liefern sich die beiden jungen Schuhversender Sarenza und Spartoo ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Vorherrschaft im Online-Schuhmarkt:

Sarenzavsspartoo

  • Sarenza (links) hat seinen Umsatz 2008 von 8,7 MIo. Euro (2007) auf 20 Mio. Euro gesteigert.
  • Spartoo (rechts) ist 2008 von 5 Mio. Euro (2007) auf 15 Mio. Euro gewachsen, peilt für 2009 einen Umsatz von 25 Mio. Euro und für 2012 die 100 Mio. Euro an

Spartoo hat bisher in zwei Finanzierungsrunden 5,5 Mio. Euro Eigenkapital aufgenommen. Die Sarenza-Chefs, die das ursprüngliche Gründerteam ablösten, mussten nach rund 10 Mio. Euro Investorenkapital diesmal selber in die Taschen geifen und in der aktuellen Finanzierungsrunde 2 (von 3) Mio. Euro zuschießen.

Beide Unternehmen sind 2005 gestartet und wollen europaweit expandieren. Spartoo ist seit kurzem auch in Italien vertreten.

Der Anstoß zu diesem Beitrag kam von Thorsten Boersma, der gestern der Frage nachging: „Was kann der deutsche Onlinemarkt für Schuhe von Zappos und Sarenza lernen?“

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

1 Antwort

  1. tja, braucht es ein europäisches Zappos und wer strebt eine Category Killer Position (richtig geiler Ausdruck) an, wie Thorsten Boersma so schön fragt.
    Ich bin sehr skeptisch ob sich der (deutsche/europäische) Online-Schuhmarkt so stark entwickelt, wie es gerne herbei geschrieben oder gesehnt wird.
    Warum ?
    Ein solcher Europa-Zappos kann nur aus dem Bereich,
    reiner Online Händler
    stationärer Schuhhandel (Masse)
    oder
    stationärer Schuhhandel (Mode)
    kommen.
    Im stationären Schuhhandel stehen sich grob definiert die beiden Pole
    Masse versus Individualität gegenüber.
    Das gilt auch für den Online-Schuhmarkt.
    Der Schuhmarkt im Segment der Masse ist von einem ruinösen Preiskampf mit immer geringeren Margen geprägt.
    Hier sind nur noch Skaleneffekte über Masse, Verdrängung und ev. Eigenmarken zu erzielen.
    Das Onlinegeschäft wird bei diesen Unternehmen als Mitläufer gesehen, es wird auch nicht verstanden.
    Die Entscheider sind sog. Internetausdrucker ;-)
    Der Schuhmarkt im Segment Mode und Individualität wird von vielen kleinen Retailern geprägt und Ketten mit ca. 20-30 Läden, eine Ausnahme ist Goertz, wo man versucht mit neuen Formaten der Marktsegmentierung zu entsprechen und Flächen zu bespielen.
    Wenn überhaupt jemand einen Category Killer aufbauen kann, dann kommt er aus diesem Marktsegment.
    Und es gibt folgende Besonderheiten zu beachten.
    – der europäische Schuhmarkt ist komplett anders strukturiert als in den USA
    – Schuhe sind ein hoch emotionaler Kauf und werden zu 80% von Frauen getätigt
    – der Einkauf erfolgt in einem langen Vorlauf von ca. 6 Monaten, zwei mal pro Jahr
    – es gibt so gut wie keine Nachordermöglichkeit, also ein plötzlicher Renner ist nicht mehr lieferbar
    – die stationären Retailer haben für bestimmte Marken Gebietsschutz,
    – die Einkaufskompetenz ist im Schuhandel mit der wichtigste Faktor
    Diese Kernpunkte muss ein Online Retailer im Schuhbereich mit berücksichtigen, incl. der Einkaufskompetenz.
    Ein reiner Online Händler hat nicht diese Einkaufskompetenz und er bekommt diese wenigen TopEinkäufer auch nicht.
    So sehe ich wenig Sinn darin, wenn z.Bsp. zalando Schuhmarken anbietet, die ich an jeder Ecke, auch im Netz bekomme, da ist kein USP.
    Die haben nicht einen der derzeit angesagten Brands aus dem Schuhmarkt.
    Den stationären Retailern fehlt das Wissen um die entsprechenden Prozesse im Internet,
    Ich hatte excitingcommerce.de testweise Entscheidern ausgedruckt vorgelegt, die Reaktionen würden eine hervorragende Sitcom ergeben ;-)
    grüße
    von free feet

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