Shopify wird zur Shopify-Plattform mit App Store und API

So sehen Shoppingsysteme mit Zukunft aus: Shopify, eine E-Commerce-Lösung, die sich vornehmlich an kleinere Händler wendet, ist – nach Ebay ;-) – eines der ersten kommerziellen Shoppingsysteme, das sich als Plattform begreift – und neben einer API (Programmierschnittstelle) nun auch einen App Store für ergänzende Module und Applikationen herausgebracht hat.

Shopify

Heutige Shopsysteme sind funktional meist zu überladen, während allzuoft ausgerechnet die für den Händler ausschlaggebenden Komponenten fehlen. Dies macht die Wahl des Shopsystems gerade für innovationsfreudige Händler oft zur Qual (s. Auf der Suche nach dem optimalen Shoppingsystem)

(Nicht nur Open Source) Shopsysteme müssen sich deshalb künftig fragen: Was ist die unbedingt notwendige Kernfunktionalität? Und was sind (mehr oder weniger nützliche) Zusatzmodule, die dann von der eigenen oder fremden Entwicklungsabteilungen angeboten und bei Bedarf aktiviert werden können?

Oxid hat dies im Rahmen seiner Re-Programmierung getan und besteht seitdem aus einem – im Vergleich zur Vorgängerversion – funktional entschlackten Basissystem – und einer eFire genannten Erweiterungsplattform mit frei zuschaltbaren Services für die Vermarktung, Suche, Bezahlung, etc. (s. Oxid tritt mit Open Source Version gegen Magento an)

Shopify geht – zunmindest konzeptionell – noch einen Schritt weiter und begreift sich komplett als Plattform. Shopify-Chef Tobias Lütke erläutert die Grundidee ("So, about this Shopify Platform"):

"There is this small nucleus of core functionality that all
software has to provide (and most do). These are things like inventory
management, order processing, payment processing, shipping support and
so on.

However after you are done with all those
features something funny happens. The next feature everyone wants is
different for each store. Some people want live auctions, some people
want a wholesale area, some people want community forums, license key
generation, digital delivery, integrations with MS Commerce Server,
Oracle Inventory, international tax form printers, etc.

None
of these features is particularly hard to implement. The problem is
that they fail our basic test which we use to determine whether we
should implement a feature or not: Implement what most people need most of the time.

Shopfiyappstore

I’m a firm believer that every time you add a feature to you are
diminishing all other features. Adding features and especially adding
elements to a user interface is not something to take lightly.

So
that is the solution. Facebook and Salesforce showed us the way and
this is what we are bringing to e-commerce: We are turning Shopify into
a development platform and our merchants can supplement the pristine
Shopify core with only the additional features they need. E-commerce à
la carte."

Ein wirklich zeitgemäßer Ansatz, der das Web als Baukasten sieht und der sich hoffentlich auch bei E-Commerce-Systemen in den kommenden Jahren durchsetzen wird.

Im Open Source Bereich hat sich der Plattformansatz sehr bewährt (s. die Fülle an Firefox-Plugins) und ist auch im E-Commerce Bereich bei Magento (s. Magento Connect) und Oxid (s. Oxid Exchange) auf dem Vormarsch. Schön an Shopify ist aber auch, dass es sich an die von Facebook und vom iPhone bekannte Nomenklatur hält.

Das Shopify-Team kommt aus dem Open Source Umfeld. Insofern ist die Offenheit für externe Anwendungen, Schnittstellen und eine Plattformstrategie nachvollziehbar. Ein gutes interview mit Tobias Lütke hat das Openvista Bootstrap Blog

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Facebook, Open Source, Optaros

1 Antwort

  1. Hallo Jochen, das hört sich wirklich spannend an und das ist ein gewaltiger Schritt in die rictige Richtung. Entscheidend wird die Offenheit der API sein. Out-of-the-box Baukästen (z.b. auch im Communitybereich) können mich trotz zahlreicher Bauteile nicht für den professionellen Einsatz überzeugen
    Können aber die eigenen Entwickler basierend auf dem Baukasten weiterentwickeln wäre das ideal.
    „Schaun mer mal“ würde euer Kaiser sagen.

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