Netzwerte 09: Die menschliche Seite des Internet

Die Web 2.0 Debatte ist im Zuge der Social Media-isierung extrem verflacht und befindet sich derzeit weit unter dem Niveau von 2006, als die Entwicklungen noch im vergleichsweise überschaubaren Kreis diskutiert wurden.

Netzwertig-Autor Markus Spath hat in seinem persönlichen Blog in dieser Woche sehr treffend beschrieben, warum viele der aktuellen Internetdebatten so müßig sind und "warum es die, die es nicht raffen, nicht raffen."

Auch Peter Kruse ("Wie die Netzwerkkultur die Gesellschaft verändert") ist einer der wenigen hierzulande, die auf der Höhe der Zeit argumentieren ("Schirrmacher ist Zaungast"):

"Das Netz ist kein schrilles Informationsmedium mehr, das man vorsichtig
und möglichst geschickt nutzen sollte, sondern es ist selbst zu einem
faszinierenden Kommunikations- und Lebensraum geworden, den es zu
erkunden und mitzugestalten gilt."

Kruse kritisiert, dass die Netzwerk-Verweigerer die öffentliche Debatte bestimmen:

"sueddeutsche.de: Eine Verweigerung, am Geschehen in den Netzen teilzunehmen, wäre Ihrer Meinung nach also töricht?

Kruse:
Ja, so töricht, wie jede Verweigerung der Teilnahme an sozialer
Gemeinschaft. Das Internet ist ein Gehirn aus vielen Gehirnen – sehr
dynamisch und komplex, unkontrollierbar und überraschend sicherlich,
aber auch mit einer immanenten Tendenz zur stabilen Musterbildung. Wo
Menschen interagieren, entsteht immer Ordnung."

Man muss sich nur mal vorstellen, was passieren würde, wenn sich auch im E-Commerce mehr Experten, Shopbetreiber und Dienstleister ins Netz stürzen und sich weitaus aktiver in die Debatte einbringen würden, anstatt nur kopfschüttelnd am Seitenrand zu stehen und die Entwicklungen mehr oder weniger naserümpfend zu verfolgen.

Denn eines ändert sich ja nicht: Nicht das mühsam angelesene Wissen ist es, das einen zum Experten in einem Feld macht, sondern die eigenen Erfahrungen und Beobachtungen.

Wer nicht im Live Web lebt, wird die Entwicklungen im Live Shopping unterschätzen. Wer nicht im Social Web agiert, wird kein Gefühl für die Entwicklungen im Social Shopping bekommen.

Es ist der menschliche Faktor, der allzuoft übersehen wird, der aber den Entwicklungen die entscheidenden Impulse verleiht. So lässt sich beispielsweise auch die extreme Dynamik im Magento-Bereich erklären. In keinem anderen E-Commerce-Feld wird derzeit so intensiv und durchaus kontrovers debattiert. In keinem anderen E-Commerce-Feld wird derzeit so intensiv die Zukunft gestaltet.

Auf der Echtzeit in Berlin bin ich in dieser Woche gefragt worden, warum ich Exciting Commerce betreibe. Um über Trends und Entwicklungen im E-Commerce zu informieren? Ja, auch. Aber vor allem, um zusammen mit anderen (Innovationspartner, Startups, Investoren, etc.) die Zukunft des E-Commerce zu gestalten.

Exciting Commerce ist kein Informationsmedium im klassischen Sinne, sondern wie jedes Blog ein Networkingtool – in diesem Fall für alle, die sich für Innovationsthemen interessieren und Entwicklungen aktiv vorantreiben wollen. Das wird immer mal wieder übersehen.

Frühere Beiträge zum Thema:



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