Die Yalook Story: Wie Otto mit Innovationstreibern umgeht

In dieser Woche ließ Otto die Bombe platzen. Die Otto-Gruppe will ausgerechnet Yalook aufgeben, einen der ganz ganz wenigen Lichtblicke im Konzern. Unter Innovationsgesichtspunkten ist dies ein fatales Zeichen. Zumal es so ziemlich alles konterkariert, was Otto in letzter Zeit öffentlich propagiert hat.

Yalook

Wer die Modezukunft online prägend mitgestalten will, der braucht Konzepte wie Yalook, die bewusst neue Wege gehen und den Online-Modehandel neu denken.

Warum das überraschend frühe Aus für eines der spannendsten Konzepte im Otto-Reich? Hat die Otto-Führung allen Ernstes erwartet, dass ein Mode-Startup wie Yalook keine zwölf Monate nach dem Start profitabel wirtschaftet und eine Umsatzrendite von 4% erzielt?

Yamagbig

Wie also konnte Yalook in kürzester Zeit so in Ungnade fallen?

Hellhörig werden ließ einen schon im Juni der Geschäftsbericht (PDF) der Otto-Gruppe, wo (nicht nur) Yalook komplett übergangen wurde. Und das, obwohl der Geschäftsbericht unter dem Motto "Neues Denken" stand.

Yalooktrends

Exciting Commerce hat Yalook von Beginn an begleitet (s. Beitragsliste unten) – und zwar durchaus skeptisch. Denn das Startup kam zwar mit vielen, guten Ideen, die allerdings nicht in jedem Fall optimal umgesetzt waren.

Yalook zeigte aber vom ersten Moment an, wie erfrischend und lebendig ein Online-Modeshop sein kann, der seinen Nutzern mehr bieten will als den google-optimierten Einheitslook. 

Yamaglivestream

Spätestens mit den Heimat- und Regiolooks hat das
Yalook-Team dann aber alle Bedenken zerstreut und eindrucksvoll bewiesen, dass es (nicht nur) für die Otto-Gruppe ein Quell der
Innovation, um nicht zu sagen: der Inspiration sein kann.

Yalookhamburg

Vielleicht auch irgendwie bezeichnend, dass die Nachricht von der Schließung das Team just in dem Moment ereilte, als Yalook seine wegweisenden Trendmaps der Öffentlichkeit vorstellte.

Um das Team muss man sich sicherlich keine Sorgen machen. Die sollten anderwo, im Optimum bei internationalen Mode-Playern wie Asos, Yoox & Co., mit Kusshand aufgenommen werden.

Ernsthafte Sorgen sollte man sich allerdings spätestens jetzt um den Otto-Konzern machen (s. auch Wie die Otto-Führung die Zukunft meistern will).

Wer mit seinen Innovationstreibern so umgeht, der muss sich nicht wundern, wenn er nicht nur in der öffentlichen Wahrnehmung mehr und mehr zurückfällt.

Die Yalook-Story bei Exciting Commerce:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

  1. Wenn es keine anderen Gründe geben sollte ist es nach den bekannten Informationen und unter Innovationsgesichtspunkten, auch nach meiner Meinung, ein fatales Zeichen. Jedes Unternehmen, in der Größe einer Otto Gruppe, benötigt ein InnovationLab als Spielwiese. Wenn damit auch noch ein positives Ergebnis erreicht würde (auch wenn es keine 4% sind), wäre das ein tolles Ergebnis.
    Wenn es sich hierbei um eine reine Controlling-Entscheidung handeln sollte, kann ich mich der Meinung, dass man sich spätestens jetzt, um den Otto-Konzern ernsthafte Sorgen machen sollte, nur anschließen.
    Eine gute Begründung für diese Entscheidung würde sich bestimmt positiv auf die Wahrnehmung der Otto Gruppe auswirken. Auch als Signal für die Mitarbeiter, die bis jetzt noch den Mut hatten neue Wege zu gehen und etwas bewegen zu wollen.

  2. Auf Basis der veröffentlichten Gründe für das Ende von Yalook kann ich die Entscheidung auch nicht nachvollziehen.
    Konzernbereinigung hin oder her, hier hat es den falschen erwischt. Yalook war ambitioniert, im Gegensatz zu vielen anderen E-Commerce Ideen, seien sie nun von Otto oder aus dem „Hause Samwer“.
    Geht man mal davon aus, dass die Entscheidung doch vernünftig war, wirft das Ende von Yalook aber auch einen Schatten auf den E-Commerce-Markt in Deutschland. Vielleicht ist unser Heimatmarkt einfach zu klein oder nicht offen genug gegenüber Neuem, um Experimenten und Innovationen einen Nährboden zu bieten.
    Am Geld kann es ja eigentlich nicht gescheitert sein – Otto hätte hier ja auch mit VC arbeiten können, und sei es aus dem eigenen Hause.
    Die Ideen, die im Yalook-Team stecken, werden jetzt hoffentlich an anderer Stelle sichtbar. Regio-Looks / Trendmaps bei otto.de übersteigen derzeit allerdings noch meine Fantasie…

  3. Das Team hat die Kudos gesammelt, tolles Projekt, interessante Ideen. Ich stimme zu, dass die woanders unterkommen. Otto schmeißt eint Startup weg, ist auch in Ordnung. Wir kennen die Gründe nicht. Die Frist von 12 Monaten hat es ja auch schon an anderer Stelle gegeben. Dinge passieren.

  4. …alte Männer in grauen Anzügen, sie werden diese Entscheidung getroffen haben, schade, eines der wenigen wirklich schönen und innovativen Projekte der letzten Monate wird zu Grabe getragen. Damit hat Otto seinen Zugang zu der Generation <40 verloren. Welcher Digital Native will schon freiwillig was mit Otto zu tun haben?

  5. …ich frage mich, ob den Herren bei der Entscheidung bewusst war, in welchem Maße sie mit dieser halbherzigen Aktion die Beziehung zu den Premiummarkenherstellern und damit sich selbst und OTTO kurz- und mittelfristig schaden.

  6. ich liebe Yalook
    bitte nicht schließen!

  7. Ich kann es auch absolut nicht verstehen!
    So etwas wie yalook.com findet man nicht noch einmal, man kann nur hoffen das es vielleicht irgendwann nochmal etwas vergleichbares geben wird!
    Also auch von mir: Bitte stellt es nicht ein!

Trackbacks

  1. About You: Hat Collins von Yalook, Refashion & Co. gelernt? « Exciting Commerce
  2. Visual Merchandising: Wo der Online-Handel extremen Aufholbedarf hat «
  3. Yalook, About You und das Überleben in der Otto-Gruppe – Exciting Commerce im 12. Jahr

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