Thinking Bigger: Die Gründermetropole Berlin unter der Lupe

Die Financial Times Deutschland hat ein hervorragendes Porträt über die Gründermetropole Berlin, das ursprünglich in der Zeitschrift Capital erschienen ist und sehr gut die aktuelle Stimmungslage zwischen Anspruch und Wirklichkeit wiedergibt ("Die Rückkehr der Internetpioniere"):

"Stefan Glänzer kann sich regelrecht in Rage reden über die mangelnde
Kreativität der heimischen Internet-Startups.

"In Deutschland fehlt der
Internationalisierungsdrang", kritisiert der Firmenpate. "Ein Startup
muss sofort international denken, das Businessmodell ist mir am Anfang
ganz egal. So ist auch die angelsächsische Denke."

Viele Finanziers in Deutschland seien nicht mehr bereit, ein Risiko
einzugehen, klagt Glänzer. "Sie verwalten das Geld eher wie
Sparkassenkapital."

Diese Lücke will er füllen, ebenso wie die
Samwer-Brüder, Lars Hinrichs, der die Geschäftskontaktbörse Xing an die
Börse gebracht hat, oder Lukasz Gadowski, Gründer des Leipziger
T-Shirt-Versands Spreadshirt."

Wenn alles klappt, wollen die deutschen spätestens in fünf Jahren auch international vorne mitspielen:

"Viele [internationale Investoren] haben Nachholbedarf bei Investments in Deutschland, etwa der
Wagnisfinanzierer Accel. Rund 1,5 Mrd. Euro hat das
Branchenschwergewicht in 58 europäische Unternehmen investiert – davon
sind nur drei aus Deutschland.

Sven Schmidts Job ist es, das zu ändern.
"Das Geschäft ist global", konstatiert Schmidt, der einst als Gründer
das Familiennetzwerk Verwandt.de ins Leben rief. "Und man kann
inzwischen auch von Deutschland aus einen Weltmarktführer bauen."

Mit
weniger mag sich auch Lukasz Gadowski nicht mehr zufriedengeben. "Noch
ist unser Ökosystem nicht so stark, dass wir es schaffen, wirklich
geniale Unternehmen zu bauen, die ganz vorne auf Weltniveau mitspielen",
sagt der Business-Angel vom Monbijouplatz.

Mit Kopien amerikanischer
Originale und risikoscheuen Venture-Capitalisten, die wie Beamte
aufträten, sei der Sprung nach ganz vorn jedenfalls nicht zu schaffen,
ätzt er.

"Aber in fünf Jahren sind wir so weit", ist sich Gadowski
sicher. "Dann machen wir die nächste SAP!""

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Kategorien:exceed, Shopboerse

1 Antwort

  1. Wer hat denn die ganzen „Kopien amerikanischer Originale“ mit aufgebaut? Irgendwie merkwürdig!

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