Bild stoppt Bild-Shop! – Aus nach nur 6 Monaten!

Laut Informationen des Meedia Mediendienstes soll der Bild Shop, der Mitte April mit dem Slogan "Hier kauft Deutschland" an den Start gegangen ist, in seiner bisherigen Form wieder eingestellt werden:

Bildshop2

"Wie MEEDIA erfuhr, wird das bislang auf fünf Säulen basierende
Geschäftsmodell reduziert und auf Bild-nahe Angebote ausgerichtet. Diese
sollen die "Strahlkraft" der Marke nutzen.

Ab 1. Oktober wird es neben
Bild-Produkten (Mobilfunk und Merchandising) vor allem die umsatzstarken
Fußball-Fan-Angebote geben.

Auf die bisherigen Rubriken der wöchentlich wechselnden Themenwelten,
die Top 100 sowie das "Produkt des Tages" wird Springers Web-Shop
dagegen verzichten."

Die Produktion des Shoppingangebots hatte der Springer-Verlag weitgehend ausgelagert an die 004 Beratungs- und Dienstleistungs GmbH.

Aus Exciting Commerce Sicht war der Shop von Beginn an eine Totgeburt, weil hier wieder mal ein Medienhaus blindlings auf seine "hohe" Reichweite spekuliert hat. Ohne zu bedenken, dass für erfolgreichen Online-Handel nicht die Quantität, sondern die Qualität der Reichweite ausschlaggebend ist – und die reicht eben im testosterongeschwängerten Bildreich kaum über das gemeine Fussball-Volk hinaus.

Die verzweifelten Versuche des Springer-Verlags (MyBy, Bildshop, etc.), im E-Commerce Fuß zu fassen, eignen sich für ambitionierte MBA-Anwärter inzwischen auch hervorragend als Case-Study:

"Versetzen Sie sich in die Lage des Verlagsmanagers. Wie müsste ein Shoppingkonzept aussehen, das optimal zur Marke "BILD" passt und mit dem der Springer-Verlag innerhalb von fünf Jahren 500 Mio. Euro Umsatz pro Jahr und eine Umsatzrendite von mindestens 10% erzielen kann?"

Sollte Exciting Commerce Lesern nicht so schwer fallen ;-)

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Uncategorized

  1. Donnerwetter, Jochen!
    500 Mrd. Euro Umsatz, mehr als BP.
    Dann bin ich mal gespannt, wie Exciting Commerce-Leser und MBA-Students diesen Rekordumsatz erreichen wollen :-)

  2. Okay, korrigiert. Jetzt ist es aber fast schon zu einfach :-)

  3. Guten Tag Herr Krisch,
    seit vielen Monaten verfolge ich u.a. über Ihre Webseite die aktuellen Entwicklungen bei Arcandor, Otto, MSH, Axel Springer usw. Es ist mir einfach unbegreiflich, warum die Geschäftsleitung der Unternehmen seit Jahren immer wieder die gleichen Fehler machen (dürfen), dafür immer wieder Gelder zur Verfügung gestellt bekommen und daraus „Webshops“ entwickeln (lassen), die den Namen nicht verdient haben….und dann wird sich gewundert, warum der Umsatz – an Rohertrag gar nicht zu denken – hinter den Erwartungen bleibt. Das ganz wirkt auf mich absolut lächerlich und hilflos….was und wann lernen diese Damen und Herren endlich daraus?
    Nun, meine ganz konkrete Frage an Sie, lieber Herr Krisch: Hat sich jemals jemand aus der Geschäftsleitung solcher Konzerne bei Ihnen gemeldet und um Beratung gebeten?
    Herzliche Grüße
    Ronald

  4. Bestimmt – aber das lehnt er immer ab ;-)
    back2topic:
    Sich alleine das (Standard-Marketing)Team einzukaufen und eine StandardStrategie einzusetzen nach dem Motto „Viel PIs helfen viel“ ist natürlich albern.
    Besonders albern ist allerdings soetwas wie der alberne Artikel auf der 1.(!!!) Seite der Bildzeitung mit der Überschrift „Bild-Shop von Verbraucherschützer kritisiert“ (kein Witz – ist erst 3-4Wochen her).
    NOCH (!!!) alberner ist natürlich das ganze unter den Chefredakteur zu hängen und es als ungeliebtes Stiefmütterchen jämmerlich verrecken zu lassen (oder hat irgendjemand einen Bild-Zeitungs-Beitrag der auch nur ansatzweise den Shop stützt?, oder ne Anzeige?, oder irgendwas?).
    Was bei Quelle der Einkauf, ist bei Bild die Redaktion ;-)
    Und jeder sollte bei seiner Kernkompetenz bleiben…

  5. Wo genau liegt denn die Kernkompetenz bei BILD?

  6. @Timo Schneider hehe
    @Ronald Berater, die der Geschäftsführung nach dem Mund reden können, haben da definitiv bessere Karten :-)

  7. Enteignet Springer! Haben damals die 68er gerufen, sich dann aber doch auf Edel-Bohemian mit SUV, Rechtsschutz und gutem Wein verzogen.
    Das Springer sich jetzt selbst enteignet ist nicht den Wirrköpfen zu verdanken, sondern übrig gebliebene Funktion von Leben und Sterben.
    Springer hat ein Produkt: uneinholbare Reichweite, damit konnte man alles machen. Sogar Steffi Guttenberg über Pornos sinnieren lassen und dabei das Seite 1. Girl nach hinten verschieben
    Jetzt gelten aber andere Regeln. Man braucht ein echtes Produkt, Service und wirkliche Innovation. Man ist fast ebenbürtig mit dem Konsument. Man könnte fast von einem real existierenden Markt sprechen.
    Tschüss Springer und grüß mir Wilhelm II.

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