Shopping Clubs: Hat (sich) Limango zu früh an Otto verkauft?

Hinterher ist man immer schlauer. Aber wenn man die aktuellen Entwicklungen ("Amazon übernimmt BuyVIP") und die zum Teil hohen Bewertungen im Bereich der Shoppingclubs ansieht, dann fragt man sich unwillkürlich: Hat (sich) das Limango-Team im Januar 2009 zu früh und damit unter Wert an Otto verkauft?

Für Otto war Limango ohne Zweifel ein Glücksgriff, ein Club, der eher auf nachhaltiges denn auf schnelles Wachstum setzt und erst seit kurzem etwas aggressiver an die Öffentlichkeit tritt:

"Limango sieht sich als Nummer drei im Markt, will aber nun mit
Ottos Hilfe an die Spitze. Bis Ende 2012 –
so der Plan – soll Limango die Zahl seiner Mitglieder von 1 auf 4 Millionen
ausbauen."

Limango

In Deutschland ist bisher das Berliner Unternehmen Brands4Friends der Marktführer. Vente-Privée ist
hierzulande tätig, und auch Ebay versucht sich inzwischen in diesem
Metier.

„Ebay fürchte ich allerdings gar nicht", sagt Geschäftsführer Sven van den Bergh. "Dagegen ist Amazon
sicher ein wichtiger Konkurrent."

Jetzt umso mehr. Denn Amazon will nun mit BuyVIP angreifen – und man kann gespannt sein, wer langfristig gegen Vente-Privée standhalten kann.

Strategisch gesehen besteht bei Limango derzeit die Gefahr, dass durch neue Initiativen wie das Limango-Outlet oder Kooperationen wie mit Dawanda das Konzept zunehmend verwässert wird.

Man kann es aber natürlich auch positiv sehen: Limango arbeitet an seinen Alleinstellungsmerkmalen. Mit welchem Erfolg, wird sich weisen, denn Vente-Privée agiert hier immer noch zielführender als all seine Nachahmer zusammen.

Frühere Beiträge zum Thema:




Kategorien:Shopboerse, Vente Privee

  1. ach, jetzt ist die koop mit dawanda plötzlich eine Verwässerung des Konzepts (von beiden).
    Damals meintest du:
    „Die Idee ist durchaus reizvoll“
    hab ich schon damals geschrieben/kommentiert:

    und ich verstehe überhaupt nicht was die beiden gemeinsam haben.
    Die einen (limango) bieten Massenware an
    und die anderen (dawanda) „nicht“.. naja, theoretisch ;)

    Und dann wird wieder geschmuzelt über meine Kommentare. Musste mal raus, sorry.
    Gleiches übrigens zu Magento ist toll… Magento ist nicht toll…
    Einmal so, ein anderes mal so.

  2. Der Beitrag, auf den Du anspielst, stammte von Anne Glas. Und bei ihr ging es ja eher um die Umsetzung als um die strategische Relevanz. Es wird aber immer so sein, dass unterschiedliche excom-Autoren zu unterschiedlichen Einschätzungen kommen.
    Ansonsten hat nie jemand behauptet, dass Magento das ultimative Shoppingsystem ist, sondern nur, dass Magento eine aus vielerlei Gründen beachtenswerte Alternative ist (bis bessere kommen).
    Exciting Commerce hat sich nie als Magento-PR-Blog verstanden (auch wenn das einige unterstellt haben.) Und momentan ist eben z.B. Oxid strategisch besser unterwegs als Magento.
    PS: Schmunzeln muss ich über Deine Kommentare vor allem deshalb, weil sie zu 90% negativ sind, sprich kritisieren, ohne Perspektiven/Alternativen aufzuzeigen :-)

  3. Hmmm… Zwei Posts vorher zitierst Du noch Mark Suster, der einen früheren Exit für viele Firmen für sinnvoll hält, aber Limango war zu früh? Naja, wenigstens haben die sich nicht zulange Zeit gelassen, denn bei Brands4Friends sind die Exit-Optionen ja jetzt laut Deinen Posts auch sehr dürftig…

  4. Der angesprochene Beitrag stammt zwar von Marcel Weiß, aber Mark Suster hält einen früheren Exit nicht für „viele Firmen“ sinnvoll, sondern sagt, dass es bei „manchen Unternehmen“ sinnvoll sein kann, mit weniger Kapital einen früheren Exit anzustreben.
    Limango hat statt der VC-Runde den Exit gewählt. Ob das eine gute Entscheidung war, das sei dahingestellt. Mich persönlich hat der frühe Exit gewundert. Mehr als diese Verwunderung soll dieser Post nicht zum Ausdruck bringen :-)
    Im Prinzip ist es dasselbe wie jetzt bei BuyVIP und Privalia. BuyVIP begnügt sich mit dem Spatz in der Hand, Privalia will die Taube auf dem Dach …

  5. Ich glaube, damit ueberschetzt Du das Potenziel von BuyVIP. Mag sein, dass sich das innerhalb Amazons verbessert, aber ohne den Exit waeren die in absehbarer Zeit entweder pleite oder ein ganz kleiner Nischenplayer. Dafuer haette dann aber niemand mehr 70 Mio. bezahlt. Das Geschaeftsmodell ist super, das wird sich weiter durchsetzen, Platz ist aber imho fuer nur ganz wenige Player. Wenn die Verlierer immer noch mit 70 Mio. bewertet werden, ist das ein sehr fetter Spatz. So oder so, eben exciting und das ist ja Sinn dieses Blogs, gelle?

  6. Die 70 Mio. sind ja aus Investorensicht zu bewerten. Und für die ist es eben vergleichsweise wenig, wenn man sich die Bewertungen der anderen (s. Privalia, ShowroomPrive, etc.) ansieht.

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