bvh-Zahlen 2011: E-Commerce wächst weit dynamischer als erwartet

Passend zu unserer Wachstumskonferenz für die Top 500 des deutschen Online-Handels hat der Versandhandelsverband bvh heute seine ohnehin schon ambitionierten Marktprognosen von Februar noch einmal stark nach oben korrigiert.

Statt der im Februar prognostizierten 31,9 Mrd. Euro soll der Markt nun alleine 2011 um eindrucksvolle 2,1 Mrd. Euro wachsen – auf dann 32,4 Mrd. Euro.

Das ist sowohl absolut (+2,1 Mrd. Euro in einem Jahr) als auch relativ (+7%) gesehen das mit Abstand höchste Marktwachstum, das der Distanzhandel in der Internetära je gesehen hat. Üblich waren bisher Wachstumswerte zwischen 2% und 5% (auf weitaus geringerem Niveau).

Bvhzahlen2011

Das Wachstum treiben wie in den USA im Wesentlichen die Pure Player. Die Zalandos und die Brands4Friends haben in den letzten zwei, drei Jahren auch hierzulande gezeigt, wie sich für den E-Commerce komplett neue Bevölkerungsschichten erschließen lassen, die bisher vorwiegend im Laden gekauft haben. Ein Umstand, der mittlerweile nicht nur die Media Märkte an den Rand der Verzweiflung treibt.

Spürbar gut hat dem E-Commerce-Markt auch getan, dass parallel zu dieser Entwicklung ineffiziente Marktteilnehmer wie Quelle & Co. vom Markt verschwunden sind, so dass viele Internet-Dienstleister heute nicht mehr primär darauf gucken, wie sie den Dinos mühsam das Überleben sichern, sondern wie sie neue, zukunftsträchtige Marktteilnehmer (u.a. viele Markenhersteller, etc.) fördern und in ihren Wachstumsprozessen unterstützen können (s. Von allem das Doppelte).

All dies sind Themen, die uns auch auf der K5 Konferenz im Herbst beschäftigen werden: Wie können sich (Online-)Händler auf die neuen Marktdynamiken einstellen? Wer profitiert von diesen Entwicklungen, wer wird sich eher schwer tun? Die ersten Speaker stehen inzwischen fest. Weitere folgen.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Uncategorized

3 replies

  1. Apropos „Pure Player“, Zalando legt jetzt neuerdings bei Neukunden Kataloge in die Pakete. :-)

  2. Ein Einwand zur Formulierung „viele Internet-Dienstleister … neue, zukunftsträchtige Marktteilnehmer … fördern und in ihren Wachstumsprozessen unterstützen…“:
    Dieser Eindruck entsteht für mich aktuell nicht. Vielmehr sehe ich bei Internet-Dienstleistern immer wieder, dass diese die gleichen/alten Konzepte verkaufen und die richtigen Innovationsprozesse eigentlich vielmehr aus den Unternehmen kommen.
    Von daher ist für mich die zentrale Frage nicht, wie man sich auf einen dynamischen Markt als Händler einstellt, sondern vielmehr die Frage wie man den Markt dynamisch macht (Innovation, schlanke Prozesse, „fail fast“, …). Das Potential für noch mehr Wachstum vorhanden ist zeigt ja die Europe-Shopping-Studie.
    P.S.: Fallzahl n=1 & Mitarbeiter eines Unternehmens aus der „alten“ Versandhandelswelt

  3. Bei den Dienstleistern stimm ich zu. Da würde ich mir auch mehr Progressivität wünschen. Aber aus meiner Sicht ist der Wandel spürbar und es geht zumindest voran.
    2015 werden von einem – konservativ geschätzt – Marktvolumen von 41 Mrd. Euro 19 Mrd. Euro auf die Pure Player entfallen. Das ist schon annähernd das Volumen, das der Versandhandel 1997 als Ganzes hatte.
    Das führt schon zu ganz andere Dynamiken, wenn hocheffiziente Onliner, die ja mit weitaus weniger Personal auskommen, den Markt gestalten (um nicht zu sagen: dominieren).
    Ich habe manchmal das Gefühl, das (markt-)gestalterische Element wird unterschätzt, weil man ja aus einer vergleichsweise statischen Welt kommt.

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