Umbrüche im Buchmarkt: The Future of Digital Distribution

von Matthias Hell

Unter der Rubrik Buchlos in die Zukunft
bringen wir jede Woche das Spannendste zu
den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche.

Neue Vertriebsmodelle

Random House: Gleich drei rein digitale Imprints startet Random House – und zeigt damit, wie sehr neue, schlanke Publishing-Modelle inzwischen auch bei den Großverlagen angekommen sind. Der Nachfrage folgend setzt Random House dabei auf Genreliteratur: "Alibi" bringt Mystery-Titel, "Hydra" Science Fiction und "Flirt" Jugendromane. (Pressemitteilung)

Simon & Schuster: …und noch ein amerikanischer Traditionsverlag, der den digitalen Trend nicht verschlafen will – Simon & Schuster hat mit tatkräftiger Unterstützung der Spezialisten von Author Solutions den Self-Publishing-Dienst Archway Publishing gestartet (via Publishers Weekly)

Bittorrent: Die Marketing-Partnerschaft mit Bestseller-Autor Tim Ferriss, über die wir an dieser Stelle vergangene Woche berichteten, nimmt ReadWrite zum Anlass, um sich mit den Plänen von Bittorrent zu befassen, sich als Vertriebsplattform für legale Inhalte neu zu erfinden:

"The San Francisco-based company is working hard to rebrand itself as a
legitimate partner for content creators, and there's no better way to do
that than by partnering with established creators like Ferriss.

It's all part of the company's effort not to just to distance itself
from piracy, but to figure out how it can be a bigger part of the
legitimate future of digital distribution."

Plympton: Das Publishing-Startup Plympton hat sich auf digitale Serienformate spezialisiert. Wie die Verlagsgründer in einem informativen Porträt berichten, bringen die Serien-Veröffentlichungen eigene Anforderungen an Autoren, Verleger und Marketing mit sich. (via Publishing Perspectives)

Neue Leseformen

Digitales Lesen:
Die eBook-Plattform Skoobe hat eine Studie zu den durch die
Digitalisierung ausgelösten Veränderungen im Leseverhalten in Auftrag
gegeben. Spannendstes Ergebnis: eReader und digitale Formate fördern die
Entdeckerlust (Pressemitteilung):

"Viel
mehr als vor dem digitalen Lesen haben die Befragten unserer Studie mit
neuen Büchern experimentiert.“ So sagten vier von fünf Befragten, dass
sie häufiger spontan unbekannte Bücher anlesen. Fast drei Viertel (72
Prozent) haben Leseproben genutzt, fast die Hälfte (47 Prozent)
überfliegen Bücher häufiger als früher. Knapp zwei Drittel (65 Prozent)
haben Bücher gelesen, die sie vorher nicht beachtet hätten.

 „Diese
Ergebnisse zeigen, dass E-Books eine neue Dimension des Umgangs mit
Büchern erschließen, indem sie gezielte und kalkulierte
Oberflächlichkeit als Elemente eines dennoch fundierten Auswahlprozesses
ermöglichen. So entstehen paradoxerweise gleichzeitig mehr Breite und
mehr Selektivität."

Social Reading: Für Literatur-Fans der alten Schule klingt Social Reading ein bisschen nach einer Innovation, die keiner wirklich braucht. Deutlich anschaulicher lassen sich die Vorteile des Lesens im Netzwerk-Verbund herausarbeiten, wenn man das Ganze im Kontext von Fach- und Studienliteratur betrachtet. (via Good eReader)

Struktureller Wandel

Amazon 1: Die vom Literaturagenten Larry Kirshbaum geleitete Print-Verlagssparte von Amazon wird Anfang 2013 via Luxemburg auch nach Europa kommen. Spannend wird, ob sich dann auch die europäischen Buchhändler zu einem Vertriebsboykott durchringen… (via Paid Content)

Amazon 2: Schon heute deutliche Auswirkungen auf den europäischen Literaturbetrieb hat Amazons Fremdausgaben-Programm "Crossing". Wie Buchreport auf Basis einer Auswertung des Verlags Open Letter schreibt, gehört Amazon zu den wichtigsten Übersetzen – und können vor allem französische und deutschsprachige Titel davon profitieren.

Amazon 3: Digitale Formate und die Marktmacht von Amazon lassen neue Wege der Literaturvermittlung entstehen: So betätigt sich die Literaturagentur Curtis Brown nun selbst als Verleger und setzt dabei auf eine Self-Publishing-Lösung mittels Amazons Kindle Direct Publishing. (via The Bookseller)

Buchhandel im Umbruch

Buchhändler-Shops: 88 Prozent der deutschen Buchhandlungen betreiben einen eigenen Onlineshop, so eines der Ergebnisse einer Umfrage von Buchreport. Amazon dürfte sich trotzdem nicht bedroht fühlen.

Fnac: Der französische Groß-Medienhändler setzt den Rückbau fort und hat nun den Rückzug aus Italien angekündigt. Im französischen Kernland betreibt die Fnac aber immer noch stolze 164 Filialen. (via Le Monde)

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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