Pure Player können 2013 mit 5 Mrd. € mehr Umsatz rechnen

Die neuen Quartalszahlen des bvh deuten darauf hin, dass online gerade sämtliche Dämme brechen und der Online-Handel auch 2013 in unvermindeter Dynamik weiter wächst.

Spannend ist das besonders für alle Pure Player, denn für die Online-Spezialisten, die schon in den vergangenen Jahren den jeweils größten Anteil am Wachstum hatten, bedeutet dies, dass sie 2013 mit einem zusätzlichen Marktvolumen von rund 5 Mrd. Euro rechnen können (bei einem im Vergleich zum Vorjahr unvermindert angenommenen Marktwachstum von 42%):

Bvhpp2013

Ein guter Teil der Zusatzumsätze wird wieder auf Amazon entfallen, das 2012 erstmals Deutschland-Umsätze – in Höhe von 6,7 Mrd. Euro – ausgewiesen hat (siehe auch Die Amazon Deutschland Umsätze 2008 – 2012).

Doch auch für die anderen Onliner bleibt weiter reichlich Raum zum Wachsen, denn – von Media Saturn einmal abgesehen – ist von den etablierten Handelshäusern immer noch niemand in Sicht, der online wirklich Gas gibt und den Online-Spezialisten das Feld streitig machen will.

Die Otto-Führung hat gerade erst diese Woche wieder eindrucksvoll ihre "Null Bock auf Wachstum"-Einstellung untermauert.

Das ist und bleibt das Faszinierende an der Marktentwicklung: Der etablierte Handel sitzt weiter da, wie das Kaninchen vor der Schlange (die neuerdings "Tsunami" heißt), und dreht sich nur hin und wieder mal im Kreis.

Für Exciting Commerce bleibt das Spannende, dass wir mit unserem konsequenten Pure-Play-Fokus dieses mittlerweile riesige Marktsegment nun schon seit acht Jahren quasi im Alleingang bedienen – und das, obwohl der Markt in dieser Zeit alleine hierzulande von 3 Mrd. Euro auf dieses Jahr wohl 15+ Mrd. Euro explodiert ist.

Bewusst bieten wir seit 2011 als Alternative zu den herkömmlichen Veranstaltungen mit der Exceed und der K5 Konferenz spezielle Konferenzformate für die Wachstumstreiber an. Die K5 Liga unterstützt diese Marktsegmente inzwischen zudem dienstleistungsseitig.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

8 replies

  1. Jochen, eine Sache versteh ich nicht. Du schreibst:
    „Die Otto-Führung hat gerade erst diese Woche wieder eindrucksvoll ihre „Null Bock auf Wachstum“-Einstellung untermauert.“
    Und verweist selbst auf den Artikel, wo folgendes drin steht:
    „Bis 2015 werden rund 300 Mio. Euro in die Online-Aktivitäten investiert. Die Umsätze über das Internet sollen damit von 5,7 auf 8 Mrd. Euro gesteigert werden.“
    Was ist an 300 Mio Investment und 2,3 Mrd Euro mehr Umsatz in drei Jahren „Null Bock auf Wachstum“?

  2. „Null Bock auf Wachstum“ finde ich als Linktext auch komplett fehl am Platz.
    Otto sagt lediglich, dass sie von solch „ungesundem“ Umsatzwachstum nichts halten und lieber nachhaltig Geld verdienen möchten.
    Das hat nichts mit „Null Bock auf Wachstum“ zu tun, sondern ist im Gegensatz zu den aktuellen Geschäftsgebaren von Rocket und Co. eine bodenständige und nachhaltige Strategie.
    Der Otto Konzern hat eine komplett andere Unternehmensphilosophie und insbesondere -ziele als Zalando etc. und dementsprechend ist deren Herangehensweise.
    Dies aber durch solche Linktexte und Äußerungen zu bewerten, ist ziemlich mutig, wenn nicht fragwürdig.

  3. Der E-Commerce-Markt wächst aktuell um über 35% – pro Jahr!
    Wenn Otto bis 2015 um 40% wachsen will – von 5,7 Mrd. auf 8 Mrd., dann klingt das im ersten Moment ambitionierter als es ist, zumal es bei Otto ja im wesentlichen um Umsatzverlagerungen von Papier zu Online geht.
    Der Versandhandel ingesamt wächst aktuell um 15-20% pro Jahr. Otto ist im letzten Jahr um 0,2% „gewachsen“ und hat dabei im Versandgeschäft über 1.300 Stellen abgebaut.
    Und was die Verlinkung angeht: „Nachhaltiges Wachstum“ ist doch genau Otto-Speak für „Null Bock auf Wachstum“.
    Natürlich ist gegen „nachhaltiges Wachstum“ an sich nichts einzuwenden, aber wer sich dabei dem Markt verweigert und soviele Marktanteile verliert wie Otto, der muss sich nicht wundern, wenn er von Amazon & Co. überrollt wird und nicht mehr als ernsthafter Player in diesem Markt wahrgenommen wird.
    Darum gings ja im Beitrag: Otto, Douglas/Thalia, Karstadt, Rewe, Deichmann und die traditionellen Handelshäuser haben der Online-Dynamik aktuell strategisch nichts entgegenzusetzen.

  4. Und die anderen müssen erstmal beweisen, dass sie Geld verdienen können. Das wird gerne unterschlagen bzw. nur im Nebensatz erwähnt. Marktanteile kann jeder mit dem nötigen Kleingeld kaufen, das ist keine Hexerei.
    Ich selbst arbeite u.a. seit Jahren für ein „kleines“, eigenfinanzietes E-Commerce-Unternehmen, welches von Anfang an profitabel gearbeitet hat und mittlerweile einen siebenstelligen Jahresgewinn erwirtschaftet.
    In all den vergangenen Jahren haben wir schon viele Player mit Investoren und viel Geld kommen und wieder gehen sehen, weil sie erst später schmerzhaft gemerkt haben, dass zum nachhaltig profitablen Arbeiten mehr als nur Wachstum und Umsatz zählt und sich keine potentiellen Exitpartner gefunden haben.

  5. Das ist nicht der Punkt. Jeder kann und soll so wirtschaften, wie er will. Je nachhaltiger und profitabler, umso besser. Es gibt genügend Beispiele für E-Commerce-Unternehmen, die ihr Geschäft solide und profitabel betreiben.
    Doch sollte man die Marktentwicklung nicht übersehen: Der Online-Markt explodiert gerade. Und die Frage ist, wer in den nächsten fünf bis zehn Jahren die Rolle übernimmt, die bisher der stationäre Handel eingenommen hat.

  6. Das hat imho aber wiederum auch nichts mit dem „Vorwurf“ der „Null Bock auf Wachstum“-Einstellung zu tun.

  7. Nur mal so am Rand gefragt: Von wem wirst du für das Bild-Niveau des OTTO-Bashings (oft basierend auf falschen Tatsachen und verdrehten Fakten) bezahlt?
    Oder ist das einfach Strategie weil man dadurch mehr Kommentare und Leser bekommt?
    Weil mit Journalismus hat das imho nichts zu tun

  8. Exciting Commerce ist in erster Linie ein Blog. Und ein Blog enthält im Idealfall Meinungen und Ansichten, die nicht dem Mainstream entsprechen. Insofern will es Leser ansprechen, die sich für alternative Sichtweisen interessieren, nicht mehr und nicht weniger.
    Was das Thema Otto angeht, werden vor allem die Beiträge und Anmerkungen als irritierend wahrgenommen, die nicht auf PR-Linie liegen. Übersehen werden dabei gerne die vielen anderen Beiträge – über Project A, eventures und die anderen Aktivitäten der Otto-Gruppe.

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