Was machen die Elektronikversender in der zweiten Reihe?

von Matthias Hell

Dass das Elektroniksegment zu den Vorreitern im Onlinehandel
zählt, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass die ersten Marktteilnehmer in
diesem Bereich bereits 2012 die Umsatzschwelle von 500 Mio. Euro übersprangen, bzw.
sich daran machen, diese Marke in diesem Jahr zu knacken (siehe auch "E-Commerce XXL: Wie groß kann der Online-Handel werden?").

Elektronikversender2012msh

Gleichzeitig führt das
allerdings dazu, dass sich der Fokus oft auf die Spitzengruppe rund um
Cyberport, Notebooksbilliger und Alternate verengt. Dabei ist ein Blick auf die
zweite Reihe der Elektronikversender – die zum Teil ebenfalls Umsätze im
dreistelligen Millionenbereich erzielen – auch ausgesprochen aufschlussreich:

  • Computeruniverse,
    der neben Cyberport kleinere Elektronikversender im Burda-Portfolio, kam 2011
    auf einen stagnierenden Umsatz in Höhe von 78,1 Mio. Euro. Als Konsequenz hat
    das Unternehmen inzwischen den Einkauf im wichtigen Postengeschäft an Cyberport
    ausgegliedert
    .
  • Die Stagnation hinter sich gelassen hat dagegen Notebook.de, das 2012 um 40 Prozent auf 50 Mio.
    Euro
    wachsen konnte. In diesem Jahr plant der Onlinehändler die Eröffnung
    einer zweiten stationären Filiale in Frankfurt.

Wie der Überblick zeigt, unterscheidet sich die zweite Garde
der Elektronikversender in einiger Hinsicht von den Spitzenreitern der Branche:
So ist vor allem die Umsatzentwicklung von einer recht hohen Volatilität gekennzeichnet,
was in vielen Fällen durch kurze Produktzyklen und schnell wandelnde
Markttrends bedingt ist. Unter anderem beim rasanten Siegeszug der Tablets und
Smartphones ist es den großen Elektronik-Onlinehändlern deutlich besser
gelungen, auf die Marktentwicklung zu reagieren.

Zudem verfügen die meisten kleinen Elektronikversender über
ein recht ausgeprägtes Standbein im stationären Handel, was sich jenseits aller
Multichannel-Theorien angesichts der tatsächlichen Branchenentwicklung inzwischen
eher unvorteilhaft auswirkt.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

1 Antwort

  1. In der Tat interessant, auch mal die zweite Reihe zu betrachten.
    So unterschiedlich wie die Umsatzentwicklungen sind auch die Geschäftsmodelle. Erstaunlich finde ich die Entwicklung von notebook.de. Wenn die Zahlen in Euro und nicht in Lire ausgedrückt sind, ist es enorm, dass ein Unternehmen, das nicht einmal eine Kapitalgesellschaft ist, sich so rasant entwickelt.
    Dagegen ist die Entwicklung von PC Spezialist eine Nullnummer. Wie kann ein Unternehmen, das sich selbst eine hohe Einkaufskompetenz zuschreibt und eine in allen Bereichen starke Struktur haben sollte, seine Umsatzziele so deutlich verfehlen?

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