Westwing freut sich über 175 Mio. Dollar Umsatz im Jahr

Westwing gibt erstmals Einblicke in die Geschäftszahlen. Der Shoppingclub für Heim und Wohnen sieht sich bei einem "annualisierten Umsatz" von 175 Mio. Dollar (rd. 135 Mio. Euro) auf einem guten Weg zum Break-Even (PDF):

Westwing2012

"Westwing Home & Living, der international führende Shoppingclub für Wohnaccessoires und Möbel, begrüßte in
den vergangenen Tagen sein 8-millionstes Mitglied.

Aktiv in 10 Ländern weltweit erreichte das Unternehmen mit
diesem starken Wachstum jüngst einen annualisierten Umsatz von über 175 Mio. US$.

„Allein in den letzten zwölf Monaten
konnten wir unseren Umsatz auf Grund der außergewöhnlich hohen Kundenloyalität verfünffachen“, berichtet
Stefan Smalla, Gründer und CEO von Westwing.

„Unsere Kunden bestellen im länderübergreifenden Schnitt 3-4
Mal pro Jahr mit einem Warenkorb im Wert von 150 US$.“

Über 8 Mio. Mitglieder, 90% davon weiblich, haben sich bereits im Westwing Shoppingclub
angemeldet und zeigen außergewöhnlich hohe Loyalität: 70% aller Einkäufe werden bereits von
Bestandskunden getätigt.

Schon heute erfolgen 25% aller Bestellungen über mobile Endgeräte, mit steigender
Tendenz."

Westwing hat ein Einkaufsteam von 160 Mitarbeitern und bisher 100 Mio. Dollar (rd. 77 Mio. Euro) an Venture Capital eingesammelt – unter anderem von Access
Industries, Holtzbrinck Ventures, Investment AB Kinnevik und Summit Partners.

Als einer der großen E-Commerce-Aufsteiger im Markt für Wohnen und Einrichten präsentiert sich Westwing auch auf der K5 Konferenz der 500 stärksten Online-Händler am 12./13. September in München.

Ein ausführliches Interview-Porträt hatte kürzlich die Zeitschrift Möbelkultur.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Samwer Report, Shopboerse, Vente Privee

15 replies

  1. @Jochen Krisch:
    findest Du es nicht etwas… unkritisch, wenn so eine schwammige, nicht näher dokumentierte, bzw. erläuterte Kennzahl wie annualisierter Umsatz einfach weiter verbreitet wird? Wie wurde der Umsatz annualisiert?
    Wenn man sich als Journalist versteht, sollte man diese Zahl entweder kritisch kommentieren, hinterfragen, beleuchten, Rückfrage halten oder gar nicht weiterverbreiten. VIelleicht noch als „Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Samwer“

  2. Mal abgesehen davon, dass ich mich nicht als Journalist, sondern als Blogger verstehe, finde ich, man muss sie aufgreifen, weil so eine Meldung sehr viel über das Selbstverständnis eines Startups aussagt.
    Zudem gehe ich davon aus, dass Exciting Commerce Leser genügend Ahnung haben, um solche Zahlen/Meldungen selber einordnen zu können. Ich finde, genau die Obskurität der Zahl spricht für sich selbst.
    Ansonsten: Wir haben es in der neuen Exchanges-Ausgabe kommentiert, die am Freitag erscheint. Und dort ja auch in der Vergangenheit schon ausgiebig über Fab.com und andere PR-Phänomene gelästert.

  3. Eine klassische Samwer Pressemitteilung. Westwing braucht eine neue Finanzierungsrunde, also werden vorher Erfolgsmeldungen rausgejagt. Die genannten 175 Mio. Dollar sind das brutto Bestellvolumen und keine echten netsales.

  4. Fairerweise muss man auch sagen, dass Jochen die Berechnung solcher Umsätze in seinem Podcast zu den Samwers sehr gut beleuchtet hat. Novemberumsatz vor Retouren x 12. Im Westwing Business liegen die Retouren wahrscheinlich unter 10%, aber der November dürfte für ein 100% Umsatzplus gesorgt haben. Das gleiche gilt auch für den Umsatz im Ostergeschäft. Also: 175×0,9/12-50% = normaler Monatsumsatz…. oder zumindest näher an der Wahrheit (5-10 Mio. pro Monat). Das damit extrem schlechte KPIs (Umsatz/Mitarbeiter, Umsatz/Mitglied, Fixkosten bei 10 Ländern vs. Außenumsatz) erreicht werden ist nun einmal teil dieses Geschäfts.

  5. @Jochen Krisch.
    Okay, dann Blogger. Aber trotzdem sollte man solche Zahlen nicht einfach unkommentiert weiterverbreiten. Da reicht es nicht, irendwas WOANDERS zu schreiben. Warum nicht hier?
    Dass es die Leser nicht selber verstehen, sieht man ja an den Kommentaren: „insider“ denkt, dass sei realer Nettoumsatz.
    Und die Meinung von Alex ist, dass man das so zurückrechnen kann / schätzen kann. Aber wer sagt uns denn, dass nicht sogar da noch ein Wachstumfaktor draufgerechnet wurde. EInfach der gleiche Wachstumsfaktor von Nov. 11-Nov. 12. Was natürlich auch total unrealistisch ist.
    Wo gibt es Info über die Annualisierung? Annualisierung heißt ja nicht, dass der beste Wert von etwas genommen wird. Normalerweise würde man für 2013 die Werte aus den ersten Monaten nehmen, eine Schätzung für einen Wachstumfaktor und einen Saisonfaktor

  6. Einfach bei Westwing nachfragen. Die werden bestimmt detailliertest Auskunft geben ;-) Und genau weil sie das nicht tun, ist es müßig, darüber zu spekulieren und für alle Beteiligten am fairsten, die PR-Infos einfach 1:1 wiederzugeben. Nicht ohne Grund besteht der Beitrag quasi aus einem einzigen, großen Zitat.
    Andererseits: So wichtig sind die Westwing-Zahlen auch wieder nicht, dass man darüber komplette Abhandlungen schreiben müsste. Spannend ist eigentlich nur, dass sie erstmals Zahlen verlauten lassen und in welcher Form sie das tun. Persönlich finde ich ohnehin die anderen Kennzahlen zu Wiederbestellquoten, etc. spannender.
    insider schreibt: „Die genannten 175 Mio. Dollar sind das brutto Bestellvolumen und keine echten netsales.“ Denke nicht, dass er dann denkt, dass es realer Nettoumsatz ist.
    Bitte nicht missverstehen: Ich verstehe den Punkt, habe aber nicht den Anspruch, in jedem Beitrag bei Adam und Eva anzufangen und alles ausführlich zu erklären bzw. sämtliche möglichen Missverständnisse von vorneherein auszuräumen. Exciting Commerce lebt von knapp gehaltenen Updates und wendet sich in erster Linie an Leser, die Exciting Commerce regelmäßig verfolgen.
    Etwaige Unklarheiten lassen sich ja dann – genau wie jetzt – in den Kommentaren klären (oder eben nicht klären). In jedem Fall denke ich, insider trifft den Nagel ganz gut auf den Kopf. Und ein bisschen will man sicherlich auch Fab.com den Wind aus den Segeln nehmen.

  7. Hallo. Annualisiert heißt x12. Bei dem Wachstum, dass wir haben, machen Jahresumsätze keinen Sinn, weil das letzte Jahr unser erstes vollständiges Geschäftsjahr war. Also haben wir, um der Verständlichkeit der Zahl etwas zu helfen, den letzten Monatsumsatz mit 12 multipliziert – das ist üblicherweise (machen Investoren und andere Startups auch so) die Vorgehensweise. Denn mit Monatsumsätzen agiert bei den ‚großen‘ Unternehmen keiner, also ist man mit einer jahresbezogenen Zahl verständlicher. D.h. zuletzt war unser annualisierter Umsatz $175m, also $14.5m im letzten Monat – keine komplizierten Faktoren, einfach Faktor 12. Gar nicht so obskur … Net Sales vs. Gross Sales: Net Sales sind leicht geringer, auch nicht ungewöhnlich, wegen Retouren (im Home & Living massiv geringer als z.B. in Fashion) und Zeitverschiebungen im Accounting. Und letzter Monat war auch kein besonderer Monat, sondern ganz normal. Der Insider weiß das auch aus unserem Allhands-Meeting, wo wir unsere Zahlen den Mitarbeitern monatlich vollständig zeigen. Es gibt aber in Pressemitteilungen keine Fußnoten oder sowas. Weiß nicht, woher bei uns das Misstrauen kommt – wir haben bisher wenig kommuniziert, aber wenn, dann die Wahrheit – falls nicht, lemme know. In Zukunft: Fragt doch einfach an stefan.smalla@westwing.de bevor die Kommentare so kompliziert werden. ;-) LG Stefan

  8. Vielen Dank, Stefan, für die Aufklärung! Ein bisschen öffentlicher Druck (i.S.v. öffentliches Interesse) machts aber manchmal einfacher, Klarheit zu bekommen :-)

  9. Hmm. Wir haben gestern mieinander gemailt, und Du hast nicht gefragt. Kannst Dich ruhig trauen. Hättest dieselbe Antwort bekommen. :-). Egal, jetzt ist ja hoffentlich klar.

  10. Wie Jochen schon sagt geht wohl tatsächlich auch darum der wahnsinnigen pr-maschinerie von fab etwas entgegenzusetzen. Die wird sogar von journalisten ohne prüfung abgedruckt wie man bei handelsblatt sieht.
    über das zustandekommen dieser zahl von 175 mio kann man diskutieren aber westwing ist ansonsten ein tolles unternehmen das vieles richtig macht und die zielgruppe versteht.

  11. Ich habe allerdings auch (von Deinem Kollegen) die Auskunft bekommen „die Gesamt-Mitarbeiterzahl von Westwing veröffentlichen wir nicht“, was mir signalisiert, „mehr als in der PM steht, geben wir nicht raus“. Das ist auch meine generelle Erfahrung: In 9 von 10 Fällen gibt es keine Auskunft. Ansonsten hätten mich ja noch viel mehr die Deutschland-Umsätze interessiert ;-)

  12. Unsere internationalen Geschäfte zusammen machen den weitaus größten Teil unseres Umsatzes. Genauer wird es nicht :-) Hehe.

  13. Das ist doch schon mal eine Aussage :-) Danke!

  14. Wenn es um Bruttoumsatz vor Stornos geht, dann kann sich jeder Shopbetreiber seine eigene Wunschkennzahl produzieren. Man müsste im Zweifel auch nur selbst für Bestellungen sorgen, die dann zunächst annualisiert werden und später annulliert werden können ;-)
    Mir ist schon klar, dass dies natürlich niemand so macht. Aber man könnte es so machen, wenn man „dummes Geld“ sucht.

  15. Umsatz wird erst gebucht, wenn die Ware versandt wird – würde also so auch gar nicht funktionieren.

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