Schnelle oder pünktliche Lieferung – was wird wichtiger?

Wie zügig sich der Online-Handel hierzulande durchsetzen wird, wird nicht in erster Linie online, sondern vor allem auch an der Haustüre entschieden ("Paketboten klingeln oft vergeblich").

Man kann sich heute schon vorstellen, wie die Ansprüche an die Lieferqualität steigen, wenn die Masse der Deutschen statt nur überschaubare drei- bis viermal im Jahr in absehbarer Zukunft alle paar Tage online bestellt und auch entsprechend beliefert werden will (siehe auch Wie sich die Online-Vielbesteller auffächern).

Es hat zwar lange gedauert, bis die großen Paketdienste aufgewacht sind ("DHL und die (An-)Forderungen an den Pakedienst der Zukunft"). Jetzt aber lassen sie sich langsam etwas einfallen ("Welchen Service Lieferdienste bieten"), um den Online-Handel voranzubringen.

Viel debattiert wird aktuell über das Thema "Same Day Delivery", getrieben auch durch die US-Debatte um Google, Ebay & Co., die das Thema für sich entdeckt haben. Weniger groß in der Diskussion ist erstaunlicherweise das Thema "Pünktliche Lieferung zur gewünschten Zeit" (siehe auch Lebensmittel.de testet neues Liefermodell in Berlin).

Wer soll das bezahlen?

Wie immer werden derlei Themen hierzulande weniger unter Nutzen- als unter Kostengesichtspunkten diskutiert. Weitgehend ignoriert werden die Vermarktungspotenziale und die Potenziale für zusätzliche Erlöse, die Servicethemen wie diese bieten.

Bei Exciting Commerce propagieren wir schon seit einiger Zeit ein Free Shipping Network, wie wir es in der Exchanges #14 diskutiert haben. Es würde dem Online-Handel branchenübergreifend kostenfreie Lieferservices ermöglichen. Die anfallenden Kosten würden nach Möglichkeit von interessierten Dritten getragen.

Startups wie Instacart (siehe auch Instacart Raises $8.5 Million to Offer Same-Day Grocery Deliveries Nationwide) oder Cardrops ("Cardrops: Wenn der Kofferraum zum Postfach wird") zeigen weitere Perspektiven auf.

Wieder andere träumen schließlich von einem Allgemeinen Bringdienst als regionaler Zustellalternative. Alleine das zu erwartende Bestellvolumen macht eine Fülle unterschiedlichster Belieferungsansätze denkbar.

Die mit Abstand meiste Erfahrung in Sachen zeitnaher Lieferung haben hierzulande Apotheken. Deshalb haben wir u.a. Aponeo-Inhaber Konstantin Primbas eingeladen, auf der K5 Konferenz zu diesen und anderen Themen zu sprechen (siehe auch Aponeo wächst im Apothekenmarkt auf 33 Mio. Euro).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Facebook, NetWorking

6 replies

  1. DHL bietet zwar den Service an, jedoch scheint dieser bei den Verteilerzentren/NL und Austrägern „nicht angekommen“ zu sein.
    Benachrichtigungs-Mails/SMS habe ich trotz ordnungsgemäßer Kennzeichnung bisher nie erhalten, im Gegenteil es wurde div. Lieferung wieder retourniert, da angeblich keine Packstation an meiner Wohnadresse zu finden war.

  2. Gutes Thema! Häufig hat man doch eher den Bedarf zu einem bestimmten Zeitpunkt beliefert zu werden, als unbedingt am selben Tag.

  3. von der Bestellung bis zum Abliefern beim Kunden max. 2 Tage wäre doch schon mal ne Ansage.
    Viel entscheidender ist jedoch daß ich die Lieferung dann bekomme wenn ICH zu Hause bin.
    Das ist bei der Arbeitenden Bevölkerung i.d.R. der späte Nachmittag bis frühe Abend.

  4. Pünktlichkeit als Qualitätsmerkmal wird bei Paketdiensten kaum bis keine Beachtung geschenkt. Alleine die Einhaltung eines normalen Zustell-Zeitfenster scheint manchen Paketdienst schon vor ein mittelschweres Problem zu stellen. Im Massenversand via Standardpaket scheint ein Zeitfenster non existent. Ein tatsächlich gewährtes/echtes Zeitlimit muss doch heute überproportional teuer bezahlt werden – was wiederum und letztlich am Kunden anhängen bleibt. Kein Wunder das viele Zusteller oft vergeblich klingeln! Warum kann ich Sendungen mit einer langen Vorlaufzeit, aber fester Zustellzeit, zu vernünftigen Preis nirgends deklarieren?

  5. Mehr Leistung für immer weniger Geld.
    Wie war der Satz von John Ruskin noch mal mit dem Gesetz der Wirtchaft?
    Trotz der gefühlt hohen Preise wird man dem Paketzusteller nicht motivieren können, für 800-1000,- EUR ordentlich zu liefern, noch zu fester Zustellzeit vielleicht Abends zu liefern, während sie für das Kleingeld schon 12h teilweise arbeiten.
    Da wird wohl noch einiges an Hirnschmalz benötigt, um eine vernünftige Lösung zu finden.

  6. Passend zum Thema ist nach Daimler jetzt auch DPD bei tiramizoo eingestiegen, die sich ja im letzten Jahr auf der K5 präsentiert hatten: http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/lieferungen-am-gleichen-tag-dpd-steigt-beim-kurierdienst-tiramizoo-ein/8571722.html Herzlichen Glückwunsch!

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