Buch/Handel 2020: Der Kindle als ultimativer Schulbuchkiller

von
Matthias Hell

Amazon positioniert den Kindle nun zunehmend auch als ultimativen Schulbuchkiller ("Kindle for the Classroom"):

„The same
great features that help adults lose themselves in a book on Kindle Paperwhite
translate seamlessly to the classroom, engaging children and encouraging their
interest in reading. Schools can centrally manage Kindle devices and send
eBooks to students with Whispercast.”

In der Tat steckt in – auf den ersten Blick eher unspektakulären
– Features wie der Hardware-übergreifenden Synchronisation von Klassenlektüren
per Wi-Fi großes Potenzial. Zumal auch im E-Book-Geschäft die Kinder von heute
die Konsumenten von morgen sind, wie Futurebook
in einem aktuellen Beitrag
(„The kids are digitally all right“) unterstreicht.

Struktureller Wandel

Amazon sorgt neben
den Features
des neuen Kindle Paperwhite
auch noch mit dem Bundling-Service MatchBook
für Aufsehen: Ähnlich wie bei dem CD/MP3-Service AutoRip erhalten amerikanische
E-Book-Kunden mit MatchBook Zugang zu digitalen Versionen der von ihnen
gekauften physischen Bücher („Amazon
hitches e-copy to that book you bought in 1995“
). Verlage können den
Service zudem im Rahmen ihrer Buch-Promotion einsetzen. (via Paid
Content
)

Kobo versucht als
einziger E-Book-Wettbewerber, mit der ehrgeizigen Plattformstrategie von Amazon
mitzuhalten. Das zeigen die vergangene
Woche vorgestellten
Produkt-News, die in der Präsentation
von CEO Mike Serbinis
noch einmal gut zusammengefasst werden, aber auch das
positive Resümee des amerikanischen Buchhändler-Verbands ABA nach einem Jahr
Kooperation mit Kobo (via Publishers
Weekly
). Dennoch wird es die Rakuten-Tochter nicht leicht haben: Wie Good
eReader berichtet
, macht sich Amazon gerade daran, Kobo auch im
Rakuten-Heimatland Japan zu überholen.

Neue Vertriebsmodelle

Sobooks: Sascha
Lobo macht es spannend. Auch ein Jahr nach Ankündigung weiß noch niemand, wie
der von ihm mitgegründete E-Verlag Sobooks
schlussendlich aussehen wird. Einige neue Details hat Lobo nun im Interview mit dem Börsenblatt
verraten.

E-Book-Customization:
Zusatzeinnahmen durch direkte Verkäufe locken im E-Book-Zeitalter die Verlage,
doch suchen viele noch nach dem geeigneten Hebel. Publishing Perspectives
Chefredakteur Edward Nawotka plädiert in
einem lesenwerten Beitrag
für maßgeschneiderte Buchinhalte als Schlüssel
zum D2C-Geschäft.

Streaming-Plattformen:
Über die Suche nach dem „Netflix/Spotify für E-Books“ berichtet das Wallstreet
Journal
: Mit eReatah („Bringing
eBook subscriptions to your tablet and mobile devices“) und Oyster („Unlimited books, one monthly
price“) gehen in den USA in den kommenden Wochen zwei neue Subskriptionsdienste
an den Start.

Buchhandel im Umbruch

Thalia: Nach
einigen Wochen Pause geht es mit dem Filialrückbau bei der Douglas-Tochter
weiter: Das Börsenblatt
berichtet über die angekündigte Schließung des Thalia-Standorts
in Bremen. Unterdessen will sich die Buchkette als „Cross-Channel-Händler“ neu
positionieren und wirbt in Anzeigen für kanalübergreifende Einkaufsangebote.
(via Buchmarkt)

Osiander: Nicht
nur keine Schließungen, sondern sogar eine Expansion nach Norden steht bei dem
in Baden-Württemberg beheimateten Filialisten Osiander
auf der Tagesordnung. Die Buchkette ist ab sofort im neuen Frankfurter Einkaufszentrum
Skyline Plaza vertreten. (via Buchreport)

Discoverability

Goodreads: Mit
der neuen Generation von Amazons Kindle Paperwhite wird nun auch die erwartete
Integration von Funktionen der Anfang 2013 erworbenen Buch-Community Goodreads Realität (Details auf der Amazon-Produktseite).
Kobo hat unterdessen diese Woche erwartungsgemäß den Abschied von der
Goodreads-API bekanntgegeben. (via Giga
OM
)

In eigener Sache: „Discoverability im E-Commerce“, Band 1 der K5
Topics
("Denkanstöße für den Handel von morgen"), ist nun auch als eBook im Apple
iBookstore
, bei Google
Play
, bei Kobo
Books
sowie bei Weltbild
(Tolino)
erhältlich.

Unter der Rubrik Buch/Handel 2020 bringen
wir jede Woche das Spannendste zu
den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche
(„Buchlos in die Zukunft“).

Die Rubrik gibt es auch als Feed und als
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.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Amazon, Buchhandel

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