Buch/Handel 2020: Blurb und mehr Impulse aus dem Silicon Valley

„Blurb is flying at the moment“Als Dienstleister für selbstgestaltete Bildbände führt Blurb („Where your ideas become great books“) ein nicht unspannendes Außenseiterdasein innerhalb des Selfpublisher-Bereichs. Ein aktuelles Porträt von CEO Eileen Gittins bringt Licht ins Dunkel („A Visit with Eileen Gittins, CEO of Blurb“)

blurb

„Turnover is approximately $90 million and it has recently signed a distribution deal with Ingram to take its titles to bookshops. Approximately, 60% of Blurb’s output is ‘personal’ material — people’s collections of photos or family histories, for example — with the remaining 40% having some sort of business intention, novels or non-fiction that are intended to be bought.“

Neue Vertriebsmodelle

Silicon-Valley-Impulse: Beim Books in Browsers V Summit gabs reichlich Impulse aus dem Silicon Valley für die Buchbranche. Neuen Formate, fortgeschrittene Lese-Devices und datengetriebene Geschäftsmodellen sorgten für eine Reihe spannender Anregungen („Silicon Valley Through the Prism of Publishing“).

Harper Collins experimentiert aktiver als andere Großverlage mit direkten Vertriebswegen. Nach eigenen Webshops, Genre-Portalen und einem Hackathon startet Harper Collins nun eine Podcast-Serie. (via Digital Book World)

Youtube findet – als weltgrößtes Soziales Netzwerk – in E-Commerce-Kreisen oft noch zu wenig Beachtung. Auch in der Buchbranche tritt Youtube erst sukzessive als hochrelevanter Marketing-Kanal ins Bewusstsein. (via The Bookseller)

Lesen im Abo
Bookmate

„Subscription services alone (…) do not seem viable. The magic bullet could be ’social‘.

Intuitive social functionality combined with the convenience of a subscription model is a winning formula and we’ve found the value it creates in the eyes of the consumer makes a subscription model viable.“

Ähnlich wie Sobooks setzt auch der in Russland beheimatete Subskriptionsdienst Bookmate auf die Verbindung von Lese-Flatrate und Social-Reading-Funktionen. Nach Ansicht von Gründer Simon Dunlop werde es erst so möglich, den Kunden einen originären Mehrwert zu bieten.

Brotseiten: Die Schweizer App für das Abo von handlichen Lese-Häppchen für unterwegs bietet ab sofort auch Graphic Novels sowie einen Fortsetzungskrimi, bei dem die Leser den weiteren Verlauf der Handlung mitbestimmen können (per Mail). Gleichzeitig sucht Brotseiten auf der Crowdfunding-Plattform 100 Days nach neuem Kapital und zusätzlichen Fans.

Neue Erzählformen

The Writing Platform: Das Autorenportal The Writing Platform hat Stipendien ausgelobt, um die Zusammenarbeit von Autoren und Technologieentwicklern zu fördern und erhofft sich damit Impulse für zukunftsweisende Textformen:

„We have no idea where the next 200 years will take us in terms of what writing and creativity can produce, become, and mean. What we know is that experimentation is vital, and giving creative people the opportunity to explore their boldest ideas is the best way to find out what works, and what doesn’t.“

City of God ist der Titel eines innovativen Projekts des E-Book-Verlags Version House, das den Wert von Kollaborationen unterstreicht: für die Umsetzung von Gedichten des Lyrikers Harry Burke im E-Format hat der Architekt Alessandro Bava digitale Entwürfe beigesteuert. (via Guardian)

Black Crown: Das im vergangenen Jahr von Random House gestartete Story Game The Black Crown stieß sowohl in Literatur- wie auch Gamer-Kreisen auf gute Resonanz. Nun wurde das Projekt jedoch aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. (via The Bookseller)

Gut dazu passt ein Beitrag von Digital Book World zur Zukunft angereicherter E-Books:

„Lights Out for Enhanced Ebooks? (…) Some say the prospects for enhanced ebooks went dark a long time ago–or never existed in the first place.“

Die Autorin J.J. Gadd sieht in ihrem Kommentar jedoch angesichts sinkender Produktionskosten und steigender Publikumsakzeptanz durchaus eine Zukunft für das Enhanced-Segment.

Marcus Hünnebeck zählt zu den erfolgreichsten deutschen Indie-Autoren. Im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung wird deutlich, mit wie viel handwerklicher Akribie sich Hünnebeck seinen Erfolg erarbeitet hat.

Discoverability

Apple erleichtert Autoren mittels eines Kontingents an elektronischen Freiexemplaren nicht nur die Promotion ihrer Titel, sondern hat mittels kuratierter Leselisten und redaktioneller Inhalte auch den Discoverability-Faktor in iBooks erhöht. (via Good eReader)

Google Play hat ebenfalls die Shop- und E-Reading-Funktionalität zugunsten einer besseren Entdeckbarkeit von E-Book-Titeln weiterentwickelt. Der Fokus liegt dabei auf dem Sachbuchsegment. (via GigaOM)

Mehr zum Thema auch in den K5 Topics („Discoverability im E-Commerce“).

Unter der Rubrik Buch/Handel 2020 bringen wir jede Woche das Spannendste zu den strukturellen Umbrüchen in der Buchbranche („Buchlos in die Zukunft“).

Die Rubrik gibt es auch als Feed und als E-Mail-Newsletter.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Buchhandel

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