Shopify vs. Demandware: Die Umsatzentwicklung im Vergleich

Diese Woche hat Shopify seine Börsenunterlagen eingereicht und erlaubt damit einen guten Blick hinter die Kulissen des E-Commerce.

So hat Shopify seine Einnahmen 2014 von 50 Mio. Dollar auf 105 Mio. Dollar mehr als verdoppelt. Bei 144.670 Shopbetreibern entspricht das 726 Dollar pro Shopbetreiber.

shopifymerchants

shopify2014

Im Vergleich dazu hat Demandware, das schon seit 2012 an der Börse notiert („Stephan Schambach gelingt zweiter Börsengang“), seine Einnahmen 2014 von 107 Mio. Dollar auf 161 Mio. Dollar gesteigert.

demandwaremerchants

Bei 267 Händlern entspricht das 601.322 Dollar pro Händler (bzw. 140.466 Dollar pro Händlershop).

demandware2014

Shopify und Demandware bedienen komplett unterschiedliche Märkte. Bemerkenswert sind aber in beiden Fällen die enormen Aufwendungen für Marketing und Vertrieb. Für Shopify sind die Merchant Solutions (sprich: Shopify Payments) inzwischen der Hauptumsatztreiber.

Den Aufstieg von Shopify begleiten wir bei Exciting Commerce seit 2006 – mit den ersten Berichten („Ausblick: Shopify will E-Commerce kinderleicht machen“) noch vor dem Start („Designer-Shops für jedermann: Shopify machts spannend“).

Shopify hatte eine sehr lange Inkubationszeit und ist lange aus eigener Kraft gewachsen. Eine erste, größere Kapitalrunde gab es erst 2010 („Shoppingsysteme: Auch Shopify holt sich 7 Mio. Dollar Kapital“). Nach 15 Mio. Dollar 2010 flossen 2013 zuletzt 100 Mio. Dollar in Shopify (siehe Wikipedia).

Shopify ist eine bemerkenswerte Erfolgsstory für das Gründerteam um Tobias Lütke und Daniel Weinand, gerade wenn man bedenkt, wie es Magento letztlich verbockt hat („Exchanges #83: Was wird aus Ebay, Magento & Co.?“) und es die Magento-Gründer nun nochmal mit OroCommerce versuchen wollen.

Als Hauptgründer hält Tobias Lütke noch 14,6% an Shopify. Ein lesenswertes Porträt von ihm gibts hier („Our Canadian CEO of the year you’ve probably never heard of“) (via).

Mehr aus der Shopify-Welt unlängst auch bei Kassenzone („Shopify vs. Volusion vs….. Interview mit epages Gründer Wilfried Beeck“).

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

15 replies

  1. Sieht gut aus; liegen alle unter 30% Verlust vom Umsatz…

    • Ja, nach Schrauben Meier aus dem Ländle sieht das nicht aus, aber es gibt schon einen Grund, warum fast alle marktdominierenden IT- und eCommerce-Firmen aus den USA kommen.
      Darüber sollte man sich hier im Land mal Gedanken machen. Immer nur darüber jammern, hilft auch nicht weiter. Der deutsche / schwäbische Mittelstandsgeist macht fleissig Gewinne, versteuert diese brav und trägt sie zur Bank und die ballert die Kohle dann in den USA in Demandware & Shopify :-)
      Etwas einfach ausgedrückt, aber so ist es.

      • … und bei uns gibt es keinen müden Euro zur Wachstumsfinanzierung von Unternehmen, die bereits profitabel arbeiten. Lieber wird alles in irgendwelchen Buden gesteckt, wo der ROI niemals aus dem Geschäftsmodell erwirtschaftet werden wird )bei mindestens 30% Verlust vom Umsatz ist das nach der landläufigen Mathematik nun mal nicht möglich), sondern schlicht und ergreifend über die Abzocke der Kleinanleger im gehypten IPO Wahn.

        Ob shopify, windeln oder flaconi … wenn es gut läuft, schreiben die ihre erste schwarze Null in der Werbepause zur bemannten Marslandung … obwohl zu bezweifeln ist, ob alle den Anstoß in Saint-Denis überhaupt noch miterleben.

      • @Maru Das stimmt nicht ganz, es geht auch Geld in profitable Unternehmen nur ist da hier in D der Ansatz der Gründer einfach anders, die wollen in der Regel gar kein VC Geld, was ich gut verstehen kann. Das heisst aber nicht, dass VCs nicht gern in profitable Modelle investieren würden. Du stellst es so dar, als würden sich die VCs absichtlich nur unprofitable Modelle aussuchen.

        Aber gerade Shopify und Demandware könnten hochprofitabel arbeiten, wenn sie ein mal ne hinreichend große Kundenbasis haben, das ist bei vielen Handelsmodellen tatsächlich eher nicht der Fall.

      • @Claus – Ja, bevor ich mich mit dem Thema „KMU-Finanzierung“ aus eigenem Anlass intensiv beschäftigt hatte, war ich auch Deiner Meinung. Alles kein Problem mit KfW, Investitionsbanken und der Bank an deiner Seite. Schicke Prospekte, riesen Versprechen … und dann kommen die Brüder grinsend mit Zinssätzen jenseits der 9% um die Ecke; natürlich bei 120% externer Bürgschaft.

        Mich würde eine Bank interessieren, die in D an ein nicht defizitäres Unternehmen einen realwirtschaftlichen Kredit im siebenstelligen Bereich vergeben hat. Ohne IPO auf der Agenda geht hier gar nix.

        Nur warum soll man sich einen VC Parasiten ins Boot holen, wenn man bereits ein profitables Modell fährt? Dann braucht man kein teures Risikokapital, sondern gesunde Wachstumsfinanzierung, die früher mal aus dem klassischen Bankgeschäft kam. Ist aber halt weniger sexy. Schlagzeilen wie „Bank XYZ bereitet mit Circus Rumbali IPO für 200 Mio vor“ hat einfach mehr Sexappeal als „Bank XYZ vergibt Kreditlinie von 5 Mio an solides Unternehmen zur Wachstumsfinanzierung“.

      • Banken sind ein schlechtes Beispiel, da bin ich wirklich bei Dir, was die abziehen, ist schon eher lächerlich. Als KMU-Unternehmen ohne echte Sicherheiten wie Anlagevermögen, bekommst Du praktisch keinen Kredit in. Wobei da sicher eher Basel 1-3 schuld sind als die Banken selbst.
        Wenn Du als profitables KMU zu nem VC gehst und sagst, Du hast ein funktionierendes Geschäftsmodell, was profitabel ist und willst das jetzt skalieren, küssen Sie Dir die Füsse.

  2. Hier kann man sich eine aktuelle Statistik anschauen:
    http://www.datanyze.com/market-share/e-commerce-platforms/demandware-vs-shopify/

    Auch ganz interessant sind die Vergleichszahlen der dt. Commerce Hersteller wie demandware-vs-intershop:
    http://www.datanyze.com/market-share/e-commerce-platforms/demandware-vs-intershop

  3. Schade nur dass solche Tools wie jetzt eben datanyze oder builtwith zwar ganz nett, aber hinsichtlich der Zahlen einfach nur falsch sind. Umso erstaunlicher, dass diese von so vielen geglaubt bzw. einfach hingenommen werden.

    just my five cents.

    • Schön, dass Du das aufgreifst. Ich wollte es nicht schreiben, weil ich keine anderen Zahlen habe, aber wenn man nur mal auf die Umsatzzahlen bzw. die Geschäftsentwicklung schaut, können diese Zahlen schlicht nicht stimmen. Dass es keine 172 neuen Intershop-Seiten gegeben hat, weiss ich ziemlich sicher. :-)

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