Hat die 21sportsgroup das Zeug zum großen Sport-Schreck?

Dass sich der Sportmarkt gerade im großen Umbruch befindet, ist unübersehbar (Exchanges #82). Und auch dass ein (umsatz-)starker Player fehlt, der online mithalten kann.

Insofern ist es spannend, wenn unter der Führung von Cipio Partners nun eine entsprechende Sportgruppe entstehen soll („21sportsgroup übernimmt mysportgroup gegen Anteilstausch„). „Wenn sich da nicht mal jemand was dabei gedacht hat“, hatten wir ja schon beim Planet-Sports-Deal vermutet („Cipio ermöglichte den Deal mit der 21sportsgroup„).

21sportsgroup

Über das Für und Wider und die Stärken und Schwächen der beteiligten Unternehmen wird gerade in den Kommentaren eifrig diskutiert.

Handelt es sich bei dieser wilden Mischung aus 21sportsgroup, Planet Sports und mysportgroup/Vaola um mehr als ein Sammelbecken mehr oder weniger notleidender Player im (Online-)Sportmarkt? Und lässt sich daraus wirklich eine schlagkräftige Gruppe formen, die es im Wettbewerb mit Amazon, vor allem aber mit den Herstellern aufnehmen kann?

In jedem Fall steht den Beteiligten eine Mammutaufgabe bevor – extrem lohnenswert allerdings, wenn sie denn gelingt. Handelsseitig stehen die Chancen sogar vergleichsweise gut, wenn man die jüngsten Meldungen („Intersport richtet Onlinestrategie neu aus“) von Intersport oder aber die Probleme von Sport Scheck verfolgt.

Man sollte allerdings gerade im Sportmarkt Adidas & Co. nicht unterschätzen („Adidas und die Marktplatzoffensive von Zalando„), die neben dem Direktvertrieb inzwischen auch in weitere Felder investieren („Adidas schnappt sich Runtastic für 220 Mio. Euro„) und sich so zunehmend vom Handel emanzipieren.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse

24 replies

  1. Dieses ewige: Gegen Amazon, mit Amazon aufnehmen, Amazon Marketanteile abnehmen, Amazon nicht den Markt überlassen… geht mir langsam auf den Senkel und ist einfach komplett weltfremd (auch wenn ich es mir anders wünschen würde).

    Fakt ist:
    Amazon ist First Mover, durch den Marketplace Vollsortimentler, hat einen direkten Deal mit Google, zahlt kaum Steuern, hat nicht die Notwendigkeit profitabel zu werden und ist durch Programme wie Amazon Prime DIE Brand Nummer 1 im E-Commerce! Es wird keine deutsche Firma geben, die Amazon im E-Commerce ernsthaft gefährlich werden kann!
    Nur in Nischen oder den Bereichen, die Amazon aufgrund zu geringer emotionaler Bindung/Darstellung (z.B.Fashion) oder Komplexität (z.B. Größmöbel) AKTUELL nicht gut beackert, ist es überhaupt möglich, eingermaßen erfolgreich zu sein.

    • und, sprechen wir im Sportmarkt nicht von einem Nischen-/Spezialbereich? Warum sollte es keinen großen Sportplayer (jenseis von Amazon) geben?

    • Es ranken sich ja derzeit sehr viele Mythen, Behauptungen und Spekulationen um Amazons Marktanteil. Ich habe mir mal die Mühe gemacht alle Zahlen genauer anzusehen – demnach sieht es nicht so dolle aus, wie immer behauptet, vermutet und spekuliert. So sprechen wir in 2014 nicht von 50% Marktanteil, sondern von ca. 35%. Wachstumsstreiber sind demnach auch nur die Marketplace-Händler.

      https://www.shopanbieter.de/news/archives/9742-einspruch-amazon-wird-schon-bald-100-marktanteil-in-deutschland-haben.html

      Aber, auch wenn meine Zahlen möglicherweise derzeit die besten frei zugänglichen Zahlen sind – am Ende sollte eines klar sein: Nix genaues weiß man nicht bzw. nur die Amazon-Zentrale. Aber dafür schwirren sehr viel Annahmen, Vermutungen und auch Behauptungen in der Branche rum. Doch solange es kein belastbares Zahlenmaterial aus der Praxis gibt, sollten sich Online-Händler davon tunlichst nicht kirre machen lassen, sondern vor allem auf ihr eigenes Geschäft schauen. Das dafür aber intensiv.

    • Ich denke, der Fokus auf Amazon ist ganz falsch. Die können und wollen Fashion nicht gut machen. Und Sport ist ja imPrinzip auch Fashion. Echte Ausrüstung (Tennisschläger, Ski etc.) ist nur ein kleiner Anteil, der Umsatz wird mit Sneakern, Jacken etc gemacht. Also im Prinzip Fashion. Und der stärkste Wettbewerber heißt da in Deutschland Zalando.

    • Mag sein, dass sie Amazon nicht weh tun können. Aber Sportscheck machen die endgültig platt. DIe haben jetzt schon so viel Umsatz wie Sportscheck und wachsen 30-50% pro Jahr und Sportscheck verliert jedes Jahr Umsatz und macht Verluste. Jetzt noch die Vaola Markplatztechnologie und dann konsoldiert 21Sports den Sportmark. Wo ist da noch Platz für Sportscheck oder Globetrotter?

  2. Wenn es z.B. nur um Sport- bzw. Laufschuhe gehen würde, dann wäre es sicherlich nischig genug.
    Aber nicht, wenn wir hier von einem Vollsortimentler im Sportbereich reden.
    Den „anderen großen Sportplayer“ neben Amazon kann es nur dann geben, wenn er sowohl preislich als auch logistisch mit Amazon mithalten bzw. bestenfalls übertrumpfen kann.
    Wenn dem nicht so ist, dann holt sich der Kunde die Beratung offline oder im spezialisierten Onlinehandel, bestellt dann aufgrund der Verfügbarkeit und des Preises aber wieder bei Amazon.

    • in der Hinsicht vertrete ich eine vollkommen andere Auffassung. Amazon ist als Universalversender gesetzt. Und Amazon dominiert Nischen bisher auch nur als Universalversender.

      In den kommenden 10 Jahren werden noch genügend (logistische) Strukturen entstehen, so dass sich entsprechende Spezialisten etablieren können. Da ist zugegebenermaßen ein bisschen Wunschdenken dabei. Aber Zalando ist inzwischen mächtig genug. Und andere wachen auch langsam auf.

      Mir geht eher dieses ewige „Gegen Amazon hat ohnehin niemand eine Chance“ auf den Geist ;-)

      • Daher sage ich ja, dass Nischenanbieter eine der wenigen Player sind, die Amazon im Moment noch Paroli bieten und in der Nische Marktanteile abnehmen können (ein gutes Beispiel dafür ist Thomann, wobei man hier sicherlich diskutieren kann, ob es sich noch um eine Nische handelt).
        Wer wacht denn langsam auf ?
        Zalando ist auch nichts anderes als ein Unternehmen, welches Amazon rechtzeitig mit extremen Investments Marktanteile in einem Markt abgenommen hat, den Amazon aufgrund mangelnder Emotinalität nicht adäquat bearbeitet hat. Sobald Amazon den Fashionbereich höher priorisiert, verliert Zalando sofort seine Daseinsberechtigung!

      • ohne entsprechende Investments (oder alternativ auch Gehirnschmalz) wirds nicht gehen …

        Die Frage ist doch immer: Wann ist rechtzeitig? Für mich ist heute immer noch rechtzeitig, wenn ich die Marktpotenziale (jenseits von Amazon) und die durch Mobile getriebenen Umwälzungen sehe …

      • @ Jochen,

        Danke! – siehe auch mein Kommentar eben.

      • @Kai: deinen Glauben an Amazons „Unfehlbarkeit“ teile ich nicht. Sicher, Amazon hat es geschafft, der größte und erfolgreichste Marktplatzanbieter zu werden und damit eBay zu verdrängen. Sicher haben sie es auch geschafft, mit AWS im cloud business Marktführer zu werden.

        Daneben gibt es aber auch viele Flops, die meist schnell wieder vergessen werden. Das Fire Phone ist das nur eines der prominenteren Beispiele. Javari haben auch schon viele vergessen, dabei wurde das mal als DER Zalando Killer angekündigt. Was ist daraus geworden? nix.

        Gerade im Fashion und Schuh Bereich ist Amazon einfach richtig schlecht in der Produktpräsentation und Emotionalisierung und bei den Marken aufgrund seiner aggressiven Preispolitik sehr unbeliebt. Nicht ohne Grund haben sowohl Adidas als auch Asics als auch diverse Outdoorhersteller in der Vergangenheit versucht, ihre Produkte nicht bei Amazon listen zu lassen.

        Meiner Ansicht ist es vielmehr Amazon, das gerade im Modesegment den Anschluss komplett verliert. Feedbasierte Produktvorschläge? Curated Shopping als Serviceergänzung? Alternative Shoppingformen in eigenen Apps (siehe Amaze)? Alles Fehlanzeige!

      • @Stefan
        Ich behaupte nicht das Amazon unfehlbar ist. Ich sage lediglich, dass Amazon das Maß aller Dinge im E-Commerce als Vollsortimentler ist und sich daran so schnell nichts ändern wird. Daneben hat Amazon sicherlich Geschäftsfelder die mehr oder weniger erfolgreich sind. Darum geht es mir aber nicht.
        Und gerade Fashion ist ein Bereich, den ich zu den Bereichen gezählt habe, die Amazon aufgrund mangelnder Emotionalität und Produktpräsentation eben nicht gut beherrscht. Nur aus diesem Grund konnten Firmen wie Zalando entstehen und in diesem Bereich Amazon Parolio bieten.
        Auch beratungsintensive und/oder logistisch herausfordernde Produkte sind nicht gerade eine Stärke von Amazon. Auch hier kann man Amazon noch weh tun und Marktführer werden.
        Aber gerade im E-Commerce mit den Dingen des Alltags ist Amazon einfach aufgrund der von mir bereits genannten Vorteile (hohes Vertrauen, schnelle Lieferung, unproblematisches Retourenmangement, nahezu unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten, geringer Druck profitabel zu sein etc.) im Moment unschlagbar.

      • Sorry Kai, entweder hat man eine Meinung oder man hat keine. Erst kann man gegen Amazon aber nur ganz vielleicht bestehenen, wenn man sich nur auf Schuhe spezialisiert, dann kann Amazon wieder viele Bereiche wie unter anderem Fashion nicht und ist angreifbar. Die Art wie du andere Andere Positionen kritisierst (weltfremd, illusorisch, auf den Senkel, Fakt ist, darum geht es nicht, du vermischst, darum geht es nicht…) hat nicht gerade den besten Stil. Dann die eigene Position immer wieder so anzupassen, dass man immer „im Recht“ ist, hat für mich gar keinen.

        „Wenn es z.B. nur um Sport- bzw. Laufschuhe gehen würde, dann wäre es sicherlich nischig genug. Aber nicht, wenn wir hier von einem Vollsortimentler im Sportbereich reden.“ vs.
        „Und gerade Fashion ist ein Bereich, den ich zu den Bereichen gezählt habe, die Amazon aufgrund mangelnder Emotionalität und Produktpräsentation eben nicht gut beherrscht. Nur aus diesem Grund konnten Firmen wie Zalando entstehen und in diesem Bereich Amazon Parolio bieten.“

      • @Hans
        Wo meiner Meinung nach die Stärken und Schwächen von Amazon liegen habe ich dargelegt.

        Zum von dir angesprochenen Thema Schuhe:
        Zalando hat Amazon in einem Bereich angegriffen, den sie nicht gut beherrscht haben. Das mit viel Kapital und damals aus einem ganz einfachen Grund. Zalando sollte wie Zappos an Amazon verkauft werden und niemals als so ein großer E-Commerce Player ausgebaut werden, wie es dann zwangsweise geschehen ist. Allein dieses Vorgehen zeigt imho, dass einige Leute erkannt haben, dass Amazon Schwächen in bestimmten Sortimentsbereichen hat und diese genutzt haben um ein relevantes Business aufzubauen. Selbiges Vorgehen und selbige Intention gab es übrigens auch bei home24.de.
        Das geht solange gut, bis Amazon sich dem Thema selbst annimmt und ernsthaft beackert. Wenn dies erstmal geschehen ist, verschieben sich die Marktanteile wieder in Richtung Amazon. Das ist aktuell weder im Fashion- noch im Einrichtungsbereich geschehen.

        Daher bin ich der Meinung, dass man Amazon zum jetzigen Zeitpunkt nicht als Vollsortimentler angreifen kann sondern eben nur bei Themen, die Amazon nicht gut beherrscht oder in der Nische als Spezialist.

        Und die krischen Worte, die du ansprichst, muss man im Kontext verstehen in dem sie stehen. Falls ich mich da in der Wortwahl vergriffen haben sollte, tut es mir leid.

        Nur den Eingangspost mit „weltfremd“ und „auf den Senkel gehen“ will ich versuchen zu erklären: Ich verfolge diesen Blog von Anfang an, habe alle Postcasts gehört, bin mehrfach auf der K5 gewesen etc.
        Seit jeher wirft Jochen dem deutschen E-Commerce versagen im Kamft gegen Amazon und Co. vor (klingt vielleicht hart, trifft es aber meinem Empfinden nach ziemlich auf den Punkt).
        Und genau bei diesem Punkt bin ich einfach der Meinung, dass man hier differenzieren und schauen muss, welche Voraussetzungen Amazon als First Mover hatte und was für ein Ökosystem in Deutschland für E-Commerce-Firmen jeglicher Couleur vorherrscht. Ich finde, dass Jochens Meinung hier einfach praxisfremd ist und das wollte ich damit zum Ausdruck bringen.
        Auch hier tut es mir leid, falls ich etwas über die Strenge geschlagen haben sollte!

      • Entschuldigung angenommen ;)

  3. Was mich noch interessieren würde ist eine komkrete Vorstellung deinerseits bezüglich:
    „In den kommenden 10 Jahren werden noch genügend (logistische) Strukturen entstehen, so dass sich entsprechende Spezialisten etablieren können.“.
    Was meinst du damit konkret?

    • 80% des Marktes sind noch in Offline-Hand. D.h. (über) 80% der Strukturen sind noch auf den stationären Handel ausgerichtet.

      Wenn man die entsprechenden Meldungen/Publikationen verfolgt, sieht man ja, wie die Logistiker und die entsprechenden Immobilienentwickler gerade erst aufgewacht sind ….

      Nicht zuletzt durch die Lieferhelden, Ubers, Airbnbs, etc. entstehen mächtige, neue Strukturen, die sich irgendwann auch handelsseitig nutzen lassen.

      • Es ist auch illusorisch zu denken, dass irgendwann mal 100% des Handels in Online-Hand sind. Es wird immer Konzepte geben, die weitaus stärker offline als online abgedeckt werden.
        Firmen wie Uber oder Airbnb haben für mich nichts mit dem klassischen E-Commerce zu tun. Daher irritiert mich deine Aussage jedes Mal, dass man Amazon angreifen könnte/sollte. Du vermischt für mich zu häufig den klassichen E-Commerce, wo die Marktanteile sehr deutlich verteilt sind, mit möglichen neuen Online-Handelskonzepten, die Offline durch neue Strategien und Lösungen signifikante Marktanteile abnehmen können. Das sind für mich zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe.

      • @Kai Ich denke E-Commerce nur nicht in Kategorien der Vergangenheit

      • Sorry, aber für mich hört sich das bei dir immer ein wenig nach weltfremder Tagträumerei an…

        Es würde sich sicherlich ändern, wenn ich mal einen konkreten und realistischen Vorschlag hören würde, wie man Amazon in seinem Geschäftsbereich E-Commerce wirklich gefährden und relevante Marktanteile abnehmen könnte.

      • Solange die Online-Märkte schneller wachsen als Amazon, verliert Amazon im Online-Wettbewerb beständig Marktanteile. Neben den (Markt-)Potenzialen, die ich versuche aufzuzeigen, weise ich doch beständig auf die hin, die stärker wachsen als Amazon.

        Mein Vorteil ist ja, dass ich nicht die Masse der Skeptiker überzeugen muss (nichts läge mir ferner ;), sondern nur denen, die offen sind für Neues und Chancen nutzen wollen, Perspektiven aufzuzeigen und Denkanstöße zu geben.

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