Rakuten schließt England, hält an Deutschland vorerst fest

Sehr großspurig angetreten („Rakuten bleibt noch ein Jahr, um an Amazon vorbeizuziehen“) tritt Rakuten nun auch in Europa langsam wieder den Rückzug an.

Nach den jüngsten Abschreibungen in Frankreich schließt Rakuten sein England-Geschäft, das es 2011 übernommen hat („Nach Tradoria geht UKs Play.com für €29 Mio. an Rakuten“). Siehe die zugehörige Pressemitteilung („Rakuten Reviews Operations to Ensure European Business Is Future Fit“).

rakuten2016

Auch Österreich und Spanien werden wieder eingestellt.

Gespannt kann man sein, was aus dem Deutschland-Geschäft wird. Dort hat Rakuten zuletzt Umsatzerträge von 6,0m EUR (2012), 9,2m EUR (2013) und 10,7m EUR (2014) sowie entsprechende Fehlbeträge von -4,1m EUR (2012), -7,0m EUR (2013) und -8,0m EUR (2014) ausgewiesen.

Verdienen möchte Rakuten hier künftig vor allem an den stark erhöhten Grundgebühren, weniger an den Verkaufsgebühren.

Das Marktplatzgeschäft ist kein leichtes. Gerade erst ist Hitmeister an Real gegangen.

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Kategorien:Shopboerse

8 replies

  1. >Das Marktplatzgeschäft ist kein leichtes. Gerade erst ist Hitmeister an Real gegangen.

    Und Fyndiq hat sich auch gleich wieder zurück gezogen. Das A und O bei einem Marktplatz ist Reichweite, hat man die (siehe Amazon und Zalando), hat man sehr gute Chancen, hat man sie nicht (siehe die meisten anderen), nützt auch das beste Angebot und der Service nichts, es ist dann einfach zu teuer an die Kunden ranzukommen.

    • Seh ich nicht so. mE ist das A und O bei einem Marktplatz der Mehrwert für den Kunden, dann klappts auch mit der Reichweite. Siehe Kleiderkreisel & Co. Bin gespannt, was im Mobile-Bereich kommt.

  2. Mehrwert ist ein gutes Thema – Rakuten würde hier wohl die Superpunkte ins Feld führen, die aber bei den Kunden wohl nie so wirklich angekommen sind (außerhalb von 25x Aktionen für mydealzer). Das Ökosystem wäre der nächste Punkt – kaufe am Markplatz und investiere die Superpunkte um einen Film auf Wuaki oder ein Buch auf Kobo zu leihen. Prinzipiell nette Ideen – es hakt aber gerade (immer noch!) an der technischen Ausführung. Dazu gehört:

    – das neue System RMSg, das als technisches Upgrade vieles verbessern sollte und diese Einbindung ins Ökosystem erst ermöglicht wurde immer wieder angekündigt und verschoben. Die ersten beiden Marktplätze wo man dieses System eingeführt hat, wurden gerade geschlossen – kein gutes Omen auch wenn man daran festhalten wird (müssen). In DE und AT wurde einem immer wieder gesagt, man würde die bestehende Plattform mit Hinblick auf die RMSg nicht weiterentwickeln. D.h. seit Jahren keine Weiterentwicklung auf technischer Seite, sondern nur neuer Lack auf altem Auto (neues Homepagedesign).

    – Die Kernfunktion eines Marktplatzes, die Suche, war ist in DE schon aufgrund des alten Systems seit jeher sehr schlecht. Die Nutzererfahrung für die wichtigsten Kunden (jene die den Markplatz direkt ansteuern) ist damit nachhaltig schlecht. Wer nichts findet wird auch nichts kaufen.

    – Das Shop in Shop System klingt gut für den Händler, schadet aber ebenfalls der Nutzererfahrung. Die Shops der Händler unterliegen dem veraltetetem System und die „frische“ Optik des Marktplatzes prallt auf die (von den Händlern) selbstgebastelte alte Optik der Shops, so denn man mal den Weg in einen findet.

    – Fazit: Händlerzentrierung ja, Kundenzentrierung nein, da fehlender Mehrwert für den Kunden

    Wie geht es weiter? Bekommt man die technischen Baustellen schnell(!) auf die Reihe und geht das Rakuten Pro (respektive Priceclub in Frankreich) Konzept auf, könnte es noch interessant werden. Ansonsten konsolidiert sich Rakuten wohl weiter und wir dEuropa einfach den Rücken kehren

  3. Vielleicht liegt es auch am Namen, unter Amazon kann man sich noch etwas vorstellen, aber Rakuten? Was soll das sein, aus deutscher Sicht ein Kunstbegriff. Zudem diese fränkisch sprechende Vertriebsmannschaft, irgendwie fremdeld man mit denen. Und überhaupt, wer braucht noch einen Marktplatz?

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