Alles für alle: Über Amazons Grenzen in der Welt des Handels

Alexander Graf hat den Ball aufgenommen („Hat Amazon ein Problem bei jungen Frauen?“) und sich noch ein paar weiterführende Gedanken gemacht über Amazons Limits, die man sich bei allem Respekt für die Leistungen immer mal wieder vor Augen führen sollte.

In der E-Commerce-Branche und auch in der Investorenszene wird Amazon oft noch sehr einseitig und beschränkt wahrgenommen. Amazon als die Offenbarung des E-Commerce? Das gilt („Exchanges #152: Amazons Sinn für smarte Geschäftsmodelle“) jedoch nur bis zu einem gewissen Grad.

Denn natürlich hat Amazon in den ersten 20 Jahren Großartiges geleistet, dabei aber auch von der Schwäche der anderen profitiert und sich nicht zuletzt auch deshalb seinen extremen Vorsprung erarbeiten können.

Doch niemand wüsste besser um seine Schwächen und um seine eigenen Grenzen als Amazon. Und so wird Deutschland-Chef Ralf Kleber gerade nicht müde zu betonen, was es auch für einen Riesen wie Amazon bedeutet, „wenn der größte Zimmeranbieter keine eigenen Zimmer mehr hat, und der größte Fahrdienst keine eigenen Fahrzeuge“. Auch Amazon kann seine Hände nicht in den Schoß legen.

Jederzeit kann von irgendwoher ein (Mobile) Player auftauchen, der Amazon auf dem falschen Fuß trifft. Und je mehr Anbieter im globalen Online-Handel in neue Dimensionen vorstoßen („Die Top-Online-Händler auf 10-Milliarden-Kurs“), desto mehr Freiheitsgrade hat der Handel und desto mehr Chancen entstehen für alternative Strukturen.

Größe ist kein Selbstzweck, sondern ermöglicht neue Ansätze und Alternativen für große und kleine Anbieter gleichmaßen. Noch sind die globalen Handelsstrukturen nicht für den Online-Handel optimiert. Das ist die große Aufgabe der kommenden 10 bis 20 Jahren: aus den heutigen rudimentären vollwertige und zukunftsfähige Strukturen zu schaffen. Daran arbeitet Amazon, daran arbeiten aber auch jede Menge anderer Anbieter – von Alibaba bis Zalando.

Gut ist der Wettstreit der Ideen und Geschäftsmodelle bereits im Modehandel zu verfolgen, wo die vier Moderiesen Asos, Net-a-Porter, Vente-Privée und Zalando in sehr unterschiedliche Richtungen streben und – von Boohoo bis Zozotown („Zozotown wächst mit neuem Geschäftsmodell auf 1,3 Mrd. €“) – ein halbes Dutzend weiterer Anbieter nochmal ganz andere Vorstellungen hat vom Modehandel der Zukunft.

Das macht die Branche weiter so spannend: Dass die vergangenen 20 Jahre rein gar keine Schlüsse zulassen über die kommenden 20 Jahre. Auch ein Thema in den neuen Exchanges („AO und der Möbelhandel der Zukunft“).

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Kategorien:Amazon

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