Amazon Logistics schafft im 5. Jahr über 3,5 Milliarden Pakete

Die Logistik-Revolution ist bereits in vollem Gange. Man muss sich nur mal vorstellen, was bei den Paketdiensten los wäre, wenn Amazon heute noch nicht selber zustellen würde.

Zu den Dimensionen von Amazon Logistics hat Amazon kürzlich erstmals ein paar Angaben in seiner Weihnachtsmeldung gemacht:

„In 2019, Amazon’s dedicated last-mile delivery network delivered over 3.5 billion customer packages globally.“

„There are more than 800 Amazon Delivery Service Partners in the last-mile network, employing 75,000 drivers in the U.S.“

Nach dem Rollout 2018 („Hier sind 20.000 Prime-Sprinter für die Amazon City Logistik“) sind die schwarzen Prime-Vans in den US-Metropolen inzwischen unübersehbar.

Und Amazon hat für das Wachstum der kommenden Jahre bereits bereits vorgesorgt („Amazon Logistics will mit 100.000 E-Vans von Rivian angreifen“).

Mit zunehmendem Fokus auf die Nahversorgung ist es im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis Amazon die Nr. 1 auf der letzten Meile ist.

In 10 Jahren jedenfalls dürfte nicht nur der Online-Handel, sondern auch die Logistikwelt um einiges anders aussehen. Siehe dazu auch Weil Amazon Logistics eben genau weiß, was in den Paketen ist.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Amazon, Logistik

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  1. Schade, dass es noch keine separaten Zahlen für D gibt, die würden mich brennend interessieren.
    Du schreibst
    „Man muss sich nur mal vorstellen, was bei den Paketdiensten los wäre, wenn Amazon heute noch nicht selber zustellen würde.“
    Das ist genau der Punkt. Im Moment tut das noch keinem der etablierten Carrier richtig weh, weil ihnen Amazon im Moment nur Geschäft wegnimmt, was sie eh nicht abwickeln könnten. Die spannende Frage ist, wie sieht das in 2-3 Jahren aus?
    Denn Amazon macht vielleicht vieles besser, aber noch nichts wesentlich anders auf der letzten Meile. Sie suchen sich Subunternehmer, die (zumindest bisher) genauso gut (oder schlecht) sind, wie die etablierten Paketdienste und bedienen sich dabei aus dem ohnehin knappen Pool von verfügbaren Arbeitskräften.
    Klar, Amazon baut das Netz von Lockern schneller aus, aber am Ende müssen die Pakete da immer noch hintransportiert werden und toller Kundenservice ist ja (wenn ich das hier richtig verstanden habe) auch nicht die Zustellung an Locker sondern die (funktionierende) Haustürzustellung.

    Kurz und gut, ich bin mehr als gespannt, zu sehen, was passiert, wenn Amazon den etablierten Paketdiensten wirklich bestehendes Geschäft abnimmt. Davon ist bisher noch gar nichts zu sehen, zumindest in D nicht.

  2. Es ist doch gar nicht das Ziel von Amazon Logistics den etabilerten Paketdiensten Geschäft wegzunehmen genauso wenig wie es das Ziel von Amazon war, dem Einzelhandel oder dem Versandhandel Geschäft wegzunehmen.

    Amazon denkt Logistik von der letzten Meile her und optimiert sie auf die letzte Meile hin. Allein das ist ja schon ein Riesenunterschied. Alle anderen wollen in erster Linie ihre Distributionslogistik auslasten und die letzte Meile ist für sie bestenfalls ein notwendiges Übel.

    • Inwiefern denkt Amazon „von der letzten Meile her und optimiert sie auf die letzte Meile hin“ ?
      Ich kann keinerlei Unterschied beim Vorgehen oder der Optimierung zu DHL und Co. erkennen.
      Es ist einfach ein Anbieter mehr, der nichts anderes macht, als alle anderen auch.

      • An der Stelle muss ich Kai mal zustimmen. Was ich bisher von Amazon Logistik gesehen habe, unterscheidet sich bisher ausschliesslich dadurch, dass sie Dank des Wissens um den Paketinhalt mal ne Unterschrift vom Empfänger abholen und mal nicht bzw. die Pakete über den Zaun werfen / beim Nachbarn abgeben, vor die Tür legen. Das ist alles, was bisher sicht- und erlebbar ist. Ansonsten haben sie desorientierte Fahrer ohne signifikante Deutsch-und Ortskenntnisse. Woran erkenne ich, dass die Paketlogistik „auf die letzte Meile optimieren“? Optimierung auf der letzten Meile sehe ich da bei einigen etablierten Paketdiensten bereits mehr.
        Mag sein, dass Amazon das im Hintergrund alles optimiert denkt, aber zu sehen ist davon bisher reichlich wenig.

  3. Bei Prime Now, Express und den anderen Amazon-Logistik-Services lässt sich gut bestimmen, wann, wo und wie man seine Lieferung bekommt. Das kostet zur Zeit noch extra. Aber man sollte davon ausgehen, dass das der Amazon-Standard in 5 bis 10 Jahren sein wird und dass die Strukturen in dieser Hinsicht optimiert werden.

    • Prima Now ist genau in zwei Städten, nämlich Berlin und dem Raum München verfügbar… Wenn ich mir nur die Ballungszentren raussuche, dann ist so ein kostenpflichtiger Service keine Kunst.

      Fakt ist bisher, dass Amazon rein gar nichts besser macht als die etablierten Zusteller.

      Und zu glauben, dass sowas wie Prima Now in 5-10 Jahren kostenloser Standard ist, ist reine Fiktion.

    • Vergleichbare Services gibt es von den etablierten Paketdiensten aber gegen Aufpreis auch.

      Ich möchte ja hier gar nicht dagegen argumentieren, dass die etablierten Paketdienste teilweise schwerfällig und wenig kundenorientiert arbeiten (Stichwort: planmässige Serverdowntimes von 5-9 Uhr
      Montag).
      Allerdings fällt es mir auch schwer, so stark zu polarisieren und pauschalisieren (DHL&Co. schlecht und Feinde des eCommerce vs. Amazon Log. / Picnic toll und Problemlöser), weil es eben nicht pauschal so ist.
      Ich würde mir da eine etwas differenziertere Betrachtung hier wünschen, aber gut, es gibt ja die Kommentar-Funktion und da kann man ja immer mal dagegen halten. ;-)

      • von „Feinden des eCommerce“ würde ich gar nicht sprechen. Es sind einfach unzuverlässige Partner. Und je schneller der Online-Handel das erkennt, umso eher wird er sein Schicksal selber in die Hand nehmen. Nichts anderes macht ja Amazon gerade.

      • „Ich würde mir da eine etwas differenziertere Betrachtung hier wünschen“
        Falls du es nicht merkst: Du kommentierst quasi bei jedem Logistik-Thread entgegen des einseitigen Beitragtitels, indem du – meiner Meinung nach absolut korrekterweise – versuchst, Jochen von seiner Schwarz/Weiß-Denke abzubringen. Dies jedoch komplett erfolglos und es wird auch sicher auch so bleiben. Jochen kennt nur entweder Top (die Samwers und alles was irgendwie digital ist) oder Flop (sämtliche Old-Ecomomy).
        Dies ist auch der Grund, warum ich zu nahezu keinem Thema mehr was schreibe. Ich habe die Hoffnung einfach aufgegeben, irgendwie Einfluss auf die Meinung „des Redakteurs“ zu nehmen. ;-)

      • „Unzuverlässige Partner“ klingt vielleicht etwas überzogen, könnte man aber aus Sicht der Online-Händler so stehen lassen, immerhin sind diese ja dafür verantwortlich, dass die Sachen, die sie online verkaufen, auch zu den Käufern gelangen. Und ich bin weit davon entfernt, dagegen zu argumentieren, dass die eCommerce-Händler alles dafür unternehmen, die Ware vernünftig zu den Kunden zu bekommen. Wenn die Lösung ist, den Transport selbst zu organisieren, prima. Wenn es dann wirklich besser geht, immer zu.
        Es muss dann aber auch wirklich besser sein und nicht pauschal bejubelt werden, nur weil’s neu ist.

        Die Älteren unter uns werden sich sicher noch erinnern, dass der Versandhandel die Logistik schon mal in die eigenen Hände genommen hat, weil sie mit der Post nicht zufrieden waren. Damals ist Hermes entstanden. ;-)

      • „Unzuverlässig“ ist gar nicht so sehr im qualitativen Sinn gemeint als vielmehr im quantitativen, weil sie sich nicht annähernd für die Mengen rüsten, die in Zukunft abgewickelt werden müssen.

        Und das ist im Grunde auch das einzige Thema, um das es geht: Wie können die enormen Paketmengen künftig bewältigt werden? Allein deshalb ist jeder Newcomer, der dabei hilft, positiv zu bewerten.

        Verständlicherweise argumentiere ich hier immer ausschließlich aus Handelssicht. Schließlich ist Exciting Commerce ein Handels- und kein Logistikblog …

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