Wie Amazon DHL mit eigenen Paketautomaten überholen will

In den USA nistet sich Amazon mit seinen Paketautomaten bereits in Wohnkomplexen ein („Amazon präsentiert Hub als Alternative zum DHL-Paketkasten“). Hierzulande hat Amazon diese Woche seine Locker-Offensive vorgestellt, an der sich neben Aldi, Edeka, Shell & Co. nun auch dm beteiligen will („Nach Aldi wird auch dm Teil von Amazons Locker-Offensive“).

Peer Schader war für uns bei der Präsentation in Berlin („Locker-Start in Hamburg mit Hermes: Amazon lässt externe Paketzusteller an seine Abholstationen“):

„Neu ist, dass Amazon die Locker in weitere deutsche Städte bringt – seit dieser Woche sind die ersten fünf Boxen an Hamburger Shell-Tankstellen in Betrieb („Jackpot“, „Pippa“, „Toma“, „Scamper“, „Taylor“) – und dafür Unterstützung benötigt.

Weil der Konzern dort anders als in Berlin, im Ruhrgebiet und im Großraum München (noch) nicht über eine eigene Lieferlogistik verfügt, lässt Amazon künftig auch externe Paketzusteller an die Boxen ran.

Für Hamburg ist eine Kooperation mit der Otto-Tochter Hermes vereinbart, deren Lieferfahrer Amazon-Bestellungen in die Locker einlegen können. Partnerschaften mit weiteren Zustellern will man bei Amazon nicht ausschließen. Auf diese Weise könnte das Netzwerk schnell in zahlreiche Städte ausgeweitet werden.“

Mit aktuell 180 Locker-Automaten liegt Amazon noch weit hinter den laut Geschäftsbericht (PDF) „rund 3.000 Packstationen“ von DHL.

Doch während DHL das Thema kaum noch vorantreibt („Warum DHL nicht stärker in den deutschen Markt investiert“), gibt Amazon Gas. Oder anders formuliert:

„Die Deutsche-Post-Tochter begnügt sich derzeit damit, zuzusehen, wie Amazon sein eigenes Netzwerk zu einem veritablen Packstation-Konkurrenten aufbaut. Zahlenmäßig liegt DHL mit Stationen nach wie vor zwar deutlich in Führung.

Außerdem profitiert man von der Amazon-Initiative, weil in den eigenen Boxen dann mehr Platz für Pakete anderer Online-Versender bleibt. (Zalando schreit vermutlich vor Glück.) Eine kontinuierliche Weiterentwicklung bleibt dem DHL-System aber schon seit längerer Zeit verwehrt.“

Amazon, Zalando und die großen Online-Versender springen nun zunehmend dort ein, wo DHL & Co. die Online-Entwicklung unterschätzen.

Denn angesichts der Marktdynamik ist es aktuell nur noch eine Frage der Zeit, bis der Online-Handel auch hierzulande seinen ersten Kollaps erlebt („Exchanges #170: Der Online-Handel vor dem Kollaps“).

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Kategorien:Amazon

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