Nach 10 Jahren ist Weltbild wieder insolvent, das auch heute noch regelmäßig das Internet ausdruckt und als Katalog verschickt:
„Die E-Commerce-Beteiligungsgesellschaft WB D2C Group hat heute für eine Tochtergesellschaft, die Weltbild GmbH & Co. KG, beim Amtsgericht Augsburg einen Antrag auf Insolvenz gestellt.
Die Weltbild GmbH & Co. KG betreibt in Deutschland ein umfangreiches Katalog-basiertes Versandhandelsgeschäft, mit dem heute rund 20 Prozent des Umsatzes der Gruppe erzielt werden.
Das Management möchte mit dem Verfahren die notwendigen Schritte für eine grundlegende Sanierung des Unternehmens einleiten.
Mit der Anmeldung des Insolvenzverfahrens geht auch ein Wechsel in der Führungsspitze sowohl der WB D2C Group als auch der Weltbild GmbH & Co. KG einher. Christian Sailer (CEO) und Bjoern Minnier (COO) verlassen die Geschäftsführung der WB D2C Group.“
Die Weltbild-Gruppe sieht sich bei Umsätzen von 600 Mio. Euro. Sie hatte in den vergangenen Jahren alles Mögliche aufgekauft und zuletzt den insolventen Westfalia-Versand übernommen.
In der begleitenden Pressemitteilung klingt die aktuelle Weltbild-Insolvenz dann auch weniger nach einem unausweichlichen Schicksal als nach einer wohl überlegten Strategie, um sich auf Kosten der Allgemeinheit zu sanieren.
Bereits im März hatte sich die Weltbild D2C Group von „Weltbild“ im Namen getrennt und in WB D2C Group umbenannt.
Der Insolvenzverwalter ist wieder derselbe wie vor 10 Jahren.
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