Otto soll ohne Altlasten an die nächste Generation gehen

Otto rüstet sich für den Generationenwechsel und will sich dafür zukunftssicher(nd)er aufstellen.

So hat der Otto-Konzern heute für Otto.de eine groß angelegte „Umstrukturierung“ angekündigt, die nicht nur für einen besseren Kapitalzugang bzw. eine mögliche Erweiterung des Geselschafterkreises sorgen soll, sondern, so ist zu hören, auch zum weiteren Stellenabbau genutzt werden soll:

„Zum 1. März 2025, also mit Beginn des neuen Geschäftsjahres 2025/26, soll die Otto (GmbH & Co KG) in ihrer alleinigen Gesellschafterin, der Otto GmbH & Co. KGaA, aufgehen und damit in die Rechtsform einer Kommanditgesellschaft auf Aktien wechseln.“

Geplant ist demnach, dass nicht alle Mitarbeiter:innen in die neue Gesellschaft wechseln müssen, sondern stattdessen Abfindungsmöglichkeiten nutzen können.

Bekanntlich kämpft Otto mit der Umstellung vom Handels- zum Marktplatzmodell und sieht sich dabei auch unter der neuen Führung gezwungen, die Kosten weiter zu senken und entsprechend weiter Stellen im großen Stil abzubauen.

Passend dazu ändert Otto jetzt auch seine Personalpolitik und hofft, dass in nächster Zeit so manche ihr Glück außerhalb von Otto suchen (wollen).

Die Otto-Gruppe hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Meisterin im Stellenabbau entwickelt und versucht dabei, betriebsbedingte Kündigungen so gut es geht zu vermeiden.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Shopboerse, Ultimondo

Schlagwörter:

1 Antwort

  1. Moin Herr Krisch, sorry, aber die hier von Ihnen angenommene Kausalität und Ihre Mutmaßungen muss ich sehr klar dementieren. Weder die neuen Regelungen zum mobilen Arbeiten bei OTTO noch die Pläne für einen Rechtsformwechsel der Otto Group hin zu einer Kommanditgesellschaft auf Aktien beinhalten versteckte Pläne zum Stellenabbau. Das ist schlichtweg falsch. Noch einmal ausdrücklich: Es gibt keine solchen Pläne. Martin Zander

    • Lieber Martin, ich arbeite selbst bei OTTO und bin mal gespannt ob Herr Krisch nicht recht behält. Ich dachte, der BV und der Betriebsrat sind aktuell in Verhandlungen. In den Verhandlungen geht es doch darum unter welchen Bedingungen die Mitarbeitenden gehen sollen. Die Zukunft wird es zeigen…….

      • Ich bin auch bei der OTTO Group tätig und schaue mir die aktuelle Lage mit bedauern an. OTTO Versand war noch ein Familienunternehmen wo man gerne gearbeitet hat. Mittlerweile geht es nur noch um Gewinn und um Umsatzsteigerung. Die Mitarbeiter in Deutschland werden durch sogenannte Dienstleister im Ausland ersetzt. Soll das die Zukunft sein? Wie sagte schon Wolfgang Grupp von Trigema: „Ich kenne keinen, der reicher geworden ist, seit er die angeblich so billigen Arbeitskräfte im Ausland nutzt, aber viele, die ärmer geworden sind oder nicht mehr existieren.“

  2. Niemand braucht OTTO als Marktplatz. Komplett chaotisches Shopsystem, horrende Versandkosten und viel billiges China-Zeug. Mit dem Marktplatz verwässert man das eigene System und verschlechtert die Qualität der Produktbeschreibungen. Wer nicht auf Rechnungskauf angewiesen ist, wird sicher immer Amazon bevorzugen.

    Zum Home Office: Mittlerweile wurde ja zurückgerudert, nachdem einige Mitarbeiter auch von Existenzängsten berichtet haben oder bei kununu direkt schlecht bewertet haben. Aber das neue Gebäude soll halt nicht leer sein und die bei schlechten Zahlen sinkt das Vertrauen in die Mitarbeiter zwangsläufig. Es ist offensichtlich, dass manche Mitarbeiter keine 50% durchhalten können, weil ihr Fahrtweg mittlerweile viel zu lang ist und man spekuliert hat, dass nach 5 Jahren keine härtere Regelung kommt.

    Das Problem ist halt, dass dann nicht unbedingt die Leute gehen, die man gerne sowieso mal loswerden will, sondern unter anderem auch gute IT Kräfte die recht schnell einen neuen „Remote Only“ Job bekommen könnten.

  3. zum Thema Stellenabbau:

    „Ein Otto-Sprecher bestätigte der Zeitung, dass im Geschäftsjahr 2025/26 rund 80 Millionen Euro über die Callcenter-Schließungen hinaus eingespart werden sollen.“

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/otto-entlassungen-callcenter-100.html

Trackbacks

  1. Was steht bei Otto sonst noch auf der Verkaufsliste? – Exciting Commerce
  2. Können die (Ex-)Zalandos Otto fit machen für die Zukunft? – Exciting Commerce

Schreibe eine Antwort zu MertAntwort abbrechen

Entdecke mehr von Exciting Commerce

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen