Netzwerte 09: Web-Währungen vs. Regio-Währungen

Norbert Rost weist (via Mail) auf seinen "frischen Videovortrag" zum Thema Regiogeld hin, den er gerade online gestellt hat. Dort gibt es noch einmal viele Basics, und er verdeutlicht darin u.a., wie Währungssysteme auf unterschiedlichen Ebenen wirken:

Regiogeldvideo

Allerdings drängt sich bei Regiowährungen unwillkürlich die Frage auf, welchen Sinn regionale Währungsbeschränkungen in einer zunehmend vernetzten Welt machen.

Denken, handeln und arbeiten Menschen nicht vermehrt grenzüberschreitend? Warum sollten Währungen also weiterhin rein geographisch strukturiert sein?

Eignen sich nicht andere (Sozio-)Strukturen weitaus besser? Und könnten soziale Netzwerke wie Facebook, LinkedIn & Co. nicht der perfekte Hebel sein, um diese Themen voranzubringen? Schließlich übertrifft Facebook mit weltweit über 150 Mio. registrierten Mitgliedern mittlerweile so manche Großnation und ist noch auf der Suche nach einem Geschäftsmodell.

Wie könnten dezentrale Finanzsysteme noch ausgelegt sein?

Neben dem am Wochenende vorgestellten Ripplepay ("Soziale Währungen für Freunde und Bekannte") ist auch Geek Credits ein gutes Beispiel für ein Währungsmodell im sozialen Kontext:

"If you provide a service for community (writing free software,
providing your band's mp3s for download, etc) you may ask users to
pay you Geek Credits.

You may also pay Geek Credits you received or
issued yourself to anyone who agrees to accept them. Issuing
a Geek Credit means a commitment to provide some service in the future to the
community."

Das sind nicht minder lohnenswerte (Denk-)Ansätze als im rein regionalen/nationalen Kontext verhaftet zu bleiben. Wir sind gespannt auf weitere Beispiele und beteiligen uns gerne an Experimenten in dieser Richtung.

Frühere Beiträge zum Thema:



Kategorien:Facebook, Social Commerce

1 Antwort

  1. > welchen Sinn regionale Währungsbeschränkungen in einer zunehmend vernetzten Welt machen.“
    Ich denke der Satz „think global, act local“ ist zu abgelutscht. Aber beide Formen schliessen sich nicht aus.
    > Denken, handeln und arbeiten Menschen nicht vermehrt grenzüberschreitend?
    Auch wenn mein Lieblings-Hardwarehersteller in Frisco sitzt, mein Friseur ist immer noch in der Maxvorstadt. Regio- und Netzwährungen können sich ja ergänzen, sofern sie hoffentlich austauschbar sind. Und streng genommen ist das Netz eben eine große Region und jede Region ein (soziales) Netz.
    Zwar könnte ich auch meinen Friseur mit ‚facebook‘ money bezahlen, aber Mark Zuckerberg ist als Währungshüter nicht besser als Alan Greenspan, darum wäre ich vielleicht mal froh, wenn ich meinen Friseur mit stabilen Isartaler zahlen könnte. Das auch gern Online.
    Eine pluralistische, dezentrale Finanzwelt, in der sich das besserer System durchsetzt wäre mal echter Wirtschaftliberalismus.

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